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Terror und die Folgen : New York gedenkt der Opfer des Anschlags am 11. September

  • -Aktualisiert am

Gemischte Gefühle: Schweigeminute in New York Bild: APTN

Mit zwei riesigen Lichtsäulen an der Stelle des zerstörten World Trade Centers betreibt New York Vergangenheitsbewältigung.

          Sechs Monate nach den Anschlägen am 11. September haben die Menschen in New York der 3000 Toten gedacht. Am Montagabend erinnerten zwei riesige Lichtsäulen an die zerstörten Türme des World Trade Center. Manhattan verstummte im Gedenken an die Opfer - um 08.46 Uhr und um 09.03 Uhr (15.03 Uhr MEZ), zu dem Zeitpunkt, als zwei entführte Flugzeuge in das World Trade Center gerast waren.

          Weit reichten die von 88 Scheinwerfern gespeisten Lichtbündel in den Himmel, noch in einer Entfernung von 30 Kilometern waren sie zu sehen. Die zwölfjährige Valerie Webb brachte die Lichtsäulen zum Strahlen. Ihr Vater, ein Mitarbeiter der Hafenpolizei, war bei der Katastrophe ums Leben gekommen.

          „Schaut in Eure Herzen...“

          Die Lichtsäulen sollen bis zum 13. April Abend für Abend von Anbruch der Dunkelheit bis 23.00 Uhr an die Türme des WTC erinnern. „Schaut in Eure Herzen, um Euch an jene zu erinnern, die nicht mehr unter uns sind", forderte der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg in einer Gedenkfeier vor staatlichen und geistlichen Würdenträgern sowie Verwandten der Opfer und trauernden Bürgern. In Anwesenheit des im September regierenden Bürgermeisters Rudolph Giuliani, sagte Bloomberg zu den Versammelten, sie sollten sich fragen, was die Toten jenes Septembertages wohl jedem Einzelnen aufzutragen hätten. Er glaube, dass sie gewünscht hätten, dass jeder eine bessere Welt schaffen solle.

          Tribut an die Opfer

          „Sie hätten gewünscht, dass wir zeigen, dass der Terrorismus uns nicht niederkriegen kann.“ Im Mittelpunkt der Gedenkfeier stand die Einweihung der Arbeit „Die Kugel“ des deutschen Künstlers Fritz Koenig. Die Skulptur, die im Innenhof des World Trade Center auf einem Granitbrunnen stand, soll Teil des neuen Gedenkparks an der Battery werden, der an der Stelle des eingestürzten Handelszentrums entstehen soll. Die Skulptur hatte beim Einsturz der Türme nur leicht Schaden genommen. An ihr legten Angehörige und Freunde der Opfer Blumen und Fotografien nieder.

          Das Läuten einer Feuerwehrglocke schloss die Gedenkstunde und erinnerte an die bei den Einsätzen gestorbenen 343 New Yorker Feuerwehrleute.
          In Washington, wo beim Sturz eines gekaperten Flugzeugs auf das Verteidigungsministerium weitere 189 Menschen getötet worden waren, forderte Präsident George W. Bush die Staaten der Welt auf, Extremisten mit Verbindungen zur El-Kaida-Organisation Osama bin Ladens keine Chance zu geben. „Jeder Terrorist muss zu einem Leben als internationaler Flüchtling getrieben werden, ohne Ort, sich niederzulassen oder zu organisieren, ohne Versteck, ohne Regierungen, hinter denen er sich verstecken kann, selbst ohne sicheren Platz zum Schlafen", sagte Bush vor den 1300 Gästen.

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