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Tierwissenschaftlerin : Die mit den Kühen spricht

  • -Aktualisiert am

Die Kuhflüsterin: Temple Grandin 2001 auf ihrer Farm im amerikanischen Bundesstaat Colorado Bild: LAIF

Tiere zu essen sei ethisch vertretbar, sagt Temple Grandin. Aber man schulde ihnen ein anständiges Leben. Die Tierwissenschaftlerin hat die Rinderhaltung in Amerika revolutioniert – dank ihres Autismus.

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          Das Chaos auf dem Campus der Colorado State University in Fort Collins bringt jeden aus der Fassung. Die West Pitkin Street, die zum Institut für Nutztierwissenschaften führt, versperrt ein Bagger. Der Umweg über die University Avenue scheitert an einer Baugrube in der Straßenmitte. Der Rat eines Bauarbeiters, das Auto in einem Parkhaus abzustellen und sich zu Fuß auf den Weg zu machen, erledigt sich durch eine Teermaschine vor der Einfahrtschranke des Betonbaus.

          Mit dem Wirrwarr hat auch Temple Grandin zu kämpfen. Nach der Rückkehr von einer Forschungsreise an die Ostküste musste sich die Professorin und Autistin an diesem Morgen einen neuen Weg zu ihrem Büro an der West Pitkin Street suchen. Bei der Begrüßung im Foyer des Institute of Animal Sciences macht Grandin sich für jeden hörbar Gedanken über eine ortsfremde Kollegin, die sie für den Nachmittag erwartet. Blickkontakt und Händeschütteln bleiben in der Aufregung aus. Erst auf dem Weg zu ihrem Büro über die frischrenovierten Gänge mit den eingelassenen Hufeisen gewinnt die Wissenschaftlerin die Ruhe zurück. Als das Gebäude saniert wurde, berichtet die Siebzigjährige, empfing sie Studenten und Besucher zwei Jahre lang in einem benachbarten Hotel. „In der Bar.“

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