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Brandenburg : Wie syrische Flüchtlinge eine Schule in Ostdeutschland retteten

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Die deutsch-syrische Klasse der Grundschule von Golzow Bild: dpa

Dem brandenburgischen Ort Golzow gehen die Kinder aus. Zuletzt waren es so wenige, dass sogar die Einschulung einer ersten Klasse in Gefahr war. Doch dann hatte der Bürgermeister eine Idee.

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          Der Zuzug von Flüchtlingskindern hat die Einschulung im brandenburgischen Golzow gerettet. In dem Dorf, das durch der Doku-Filmreihe „Die Kinder von Golzow“ bekanntwurde, hatte es nicht genügend Kinder für eine erste Klasse gegeben. Doch die Gemeinde organisierte kurzerhand den Zuzug zweier syrischer Flüchtlingsfamilien aus einem Asylbewerberheim, wie Bürgermeister Frank Schütz (CDU) berichtete. Deren Kinder gehen nun mit Dorfkindern in die 1. Klasse der Grundschule. Schütz sieht das als Gewinn: „Wir helfen zwei Familien, die uns eigentlich helfen.“ Eine Dorf ohne Schule habe keine Zukunft, sagte Schütz.

          Mit drei zusätzlichen Kindern aus Syrien stand der Einschulung einer ersten Klasse im August nichts mehr im Wege. Obwohl zwei syrische Geschwister schon acht und neun Jahre alt sind, starten sie in der ersten Klasse. Das derzeit wichtigste Ziel ist: Deutsch lernen. Und das nicht nur in der Schule. „Jeden Tag fünf neue deutsche Wörter, das ist das Ziel“, sagt die 29 Jahre alte Mutter Halima Taha Ahmad. Sie lernt gleich mit und schreibt neue Vokabeln in ein Heft. So oft es geht, spricht sie deutsch, auch mit den Kindern.

          Die Flucht so vieler Syrier bewegte Bürgermeister Schütz seit langem. In dem Dorf mit rund 870 Einwohnern stehen Wohnungen leer. Fast jeder Familie ist Flucht und Vertreibung vertraut: Vor 70 Jahren kämpfte sich die Rote Armee zum Ende des Zweiten Weltkrieges durch diesen Landstrich nach Berlin. Für Schütz lag die Idee mit den Flüchtlingsfamilien also nahe. Ängste und Vorbehalte von Bürgern hätten sich in Gesprächen klären lassen, sagt er.

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