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Sydney : Sydney von Buschbränden eingeschlossen

  • Aktualisiert am

Buschbrände in Australien Bild: dpa

Eine außer Kontrolle geratene Feuerwalze schiebt sich in Australien an die Millionenstadt Sydney heran.

          2 Min.

          Die verheerendsten Buschbrände seit Jahren haben sich im Südosten Australiens über Weihnachten auf eine Front von 700 Kilometern ausgedehnt und die Millionenstadt Sydney eingeschlossen. Mehr als 5.000 Feuerwehrleute kämpften verzweifelt gegen die außer Kontrolle geratene Feuerwalze, der nach australischen Medienberichten bis zum Mittwochabend (Ortszeit) über 150 Häuser im Bundesstaat New South Wales zum Opfer fielen. Die Behörden erklärten einen großen Teil des Staates zum Katastrophengebiet.

          Tausende Einwohner brachten sich unterdessen vor der bis zu 50 Meter hohen Flammenwand in Sicherheit. Über der Hafenmetropole Sydney standen riesige Rauchwolken. Auf die Menschen regnete Asche aus einem gelb gefärbten Himmel herab, während beißender Qualm das Atmen zur Qual machte. Die Feuerwehr zählte am Mittwoch mehr als 100 Brandherde im bevölkerungsreichsten Staat Australiens. Die Flammen würden sich mit einer Geschwindigkeit vom etwa zehn Kilometern pro Stunde durch den Busch fressen, hieß es.

          Feuerwehr-Chef Phil Koperberg sagte, dass die Brände noch zehn Tage weiter wüten könnten, sollte sich nicht bald das Wetter ändern. Winde mit einem Tempo von zeitweise mehr als 100 Stundenkilometern, begünstigt von anhaltender Trockenheit und Temperaturen von bis zu 35 Grad, hatten die Flammen immer wieder angefacht.

          Buschbrände in Australien - Zum Großklicken

          Sydney als die mit rund vier Millionen Einwohnern größte Stadt des Fünften Kontinents war auf dem Landwege vom Rest New South Wales' praktisch abgeschnitten, da zahlreiche Ausfallstraßen gesperrt und Zugverbindungen unterbrochen wurden. Der internationale Flughafen blieb aber geöffnet. Mindestens 12 000 Haushalte der Hafenmetropole waren ohne Strom. Ein Behördensprecher sagte, es sei allerdings unwahrscheinlich, dass die Brände Sydney selber erreichten. Vermutlich werde es Schäden vor allem in den Vororten geben.

          Australiens Ministerpräsident John Howard versprach die Entsendung weiterer Soldaten, die in den betroffenen Gebieten helfen sollen. Insgesamt waren weit über 300 Hubschrauber und Flugzeuge bei den Löscharbeiten im Einsatz. Dutzende Wehrleute mussten wegen leichten Verletzungen ärztlich behandelt werden. Bis zum Mittwoch wurde über Todesopfer allerdings nichts bekannt.

          Nationalpark von Flammen verwüstet

          Das Flammenmeer fegte auch über den Royal National Park, den zweitältesten Nationalpark der Welt. Man erwarte, dass der größte Teil des Areals in den nächsten 24 bis 36 Stunden von den Feuern heimgesucht werde, erklärte Nationalpark-Direktor Brian Gilligan. „Aus ökologischer Sicht ist es einen Tragödie, weil es dort bereits 1994 ausgiebig brannte und sich der Park nur teilweise erholt hat.“ Nach Gilligans Schätzungen wurden bis Mittwoch bereits rund 100.000 Hektar des 1879 gegründeten Nationalparks ein Raub der Flammen.

          Die Brände weckten bei vielen Australiern Erinnerungen an das Inferno von 1994, bei dem vier Menschen getötet, 185 Häuser zerstört und 25 000 Bewohner in Sicherheit gebracht worden waren. Damals waren insgesamt 284 Buschfeuer in New South Wales gezählt worden. Die Behörden gehen davon aus, dass einige der diesjährigen Brände absichtlich gelegt worden waren, während andere sich beispielsweise durch Blitzeinschläge entzündet hätten.

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