https://www.faz.net/-gum-93hqj

Blutbad in Kirche : Wer war der Täter von Sutherland Springs?

Tatort Kirche: Schießerei mit zahlreichen Toten im texanischen Sutherland Springs Bild: AMERICAN-STATESMAN

26 Menschen sterben bei dem Amoklauf in einer texanischen Kirche. Der mutmaßliche Schütze war Mitglied der Luftwaffe und wegen Übergriffen auf seine Frau und sein Kind bereits einmal vor Gericht.

          Mindestens 26 Menschen sind in einer Kirche in der texanischen Kleinstadt Sutherland Springs von einem bewaffneten Mann erschossen worden. Der Täter wurde kurze Zeit nach dem Angriff auf die Kirche tot mit einer Schusswunde hinter dem Steuer seines Wagens gefunden. Er soll sich selbst erschossen haben, nachdem er auf der Flucht von einem bewaffneten Bürger angeschossen worden war. Das berichtete der Sender CNN und berief sich dabei auf den örtlichen Sheriff Joe Tackitt.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Der Täter soll den Namen Devin Patrick Kelley tragen. Das berichteten mehrere amerikanische Medien sowie die Nachrichtenagentur Associated Press unter Berufung auf zwei anonyme Ermittler.

          Kelley war 26 Jahre alt, weiß und lebte in New Braunfels in Texas. Die Stadt liegt ungefähr 56 Kilometer vom Ort des Blutbads entfernt. Wie eine Sprecherin der amerikanischen Luftwaffe bestätigte, trat Kelley 2010 in den Dienst der Streitkräfte ein. Er war in New Mexiko stationiert, wurde aber 2012 wegen der Übergriffe auf seine Frau und sein Kind vor ein Kriegsgericht gestellt. Das Urteil damals lautete auf zwölf Monate Haft. 2014 erhielt er seine Entlassung aus der Armee wegen „schlechten Verhaltens“, so die Sprecherin.

          Nach einem Bericht des Guardian fanden die Ermittler auch auf dem Facebook-Profil des mutmaßlichen Schützen Bilder, die Waffen verherrlichen. So zeigte ein am 29. Oktober hochgeladenes Hintergrundbild eine halbautomatische AR-15. Eine Waffe wie jene, die bei der Schießerei in der Kirche verwendet wurde. „She's a bad bitch“, schrieb Kelley dazu. Wie eine CNN-Reporterin unter Berufung auf einen Polizeibeamten berichtete, habe Kelley die Waffe im April 2016 in San Antonio in einem Geschäft für Sportbedarf erworben. Dort habe er beim Kauf angegeben, dass er keine kriminelle Vorgeschichte habe, die gegen den Erwerb einer Waffe spreche. 

          Devin Kelley war 2014 wegen schlechten Verhaltens aus der Luftwaffe entlassen worden.

          Auf seinem Linkedin-Profil gab Kelley zudem an, 2013 für einen Monat Kindern im Alter von vier bis sechs Jahren Bibelunterricht in der First Baptist Church in Kingsville gegeben zu haben, „um ihren Geist zu beflügeln und zu bereichern“. Bei seinem Angriff auf die Kirche in Sutherland Springs erschoss er am Sonntag auch mehrere Kinder sowie eine Schwangere.

          Das Motiv für die Bluttat in der Kirche ist bislang ungeklärt. Der Gouverneur des Staates Texas, Greg Abbott, bezeichnete den Angriff als die schlimmste Schießerei in der Geschichte des Bundesstaates.

          Weitere Themen

          Bootsunglück in Indonesien Video-Seite öffnen

          Mindestens 17 Tote : Bootsunglück in Indonesien

          Nach Behördenangaben sind mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen, nachdem das Boot von einer großen Welle erfasst worden war. Vor einem Jahr erst war eine überladene Fähre auf dem Tobasee in Sumatra verunglückt.

          Grausamer Tat folgt Hass im Netz

          Baby im Müll : Grausamer Tat folgt Hass im Netz

          Mit der Ruhe in Kierspe ist es vorbei, seit ein neugeborenes Mädchen im Müll gefunden wurde. Die Motive der tatverdächtigen Mutter liegen noch im Dunkeln. Da rufen schon die ersten Menschen dazu auf, ihr Gewalt anzutun.

          So geht Rettungsgasse Video-Seite öffnen

          Disziplinierte Demonstranten : So geht Rettungsgasse

          Etwa zwei Millionen Menschen sind am Sonntag auf den Straßen Hongkongs. Doch als ein Rettungswagen durch die Menschenmassen muss, zeigen sich die Demonstranten äußert diszipliniert.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.