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Südamerikas Kleinkamele : Bei Gefahr wird gespuckt

  • -Aktualisiert am

Das Vikunja steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten der IUCN (Internationale Naturschutz-Union), das Guanako gilt nicht mehr als im Bestand bedroht. Innerhalb beider Arten gibt es Abweichungen in der Größe und der Färbung. Die im südlichen Chile lebenden Guanakos sind erheblich größer als die im nördlichen Argentinien oder in Peru. Die zahmen Nachkommen, Lamas und Alpakas, zählen nach Millionen und werden zunehmend auch außerhalb Südamerikas gezüchtet, nicht zuletzt in Deutschland.

Ausgewachsene Guanakos haben nur den Puma zu fürchten

Dank erweiterter Herz- und Lungenkapazität sowie vermehrter roter Blutkörperchen können sowohl das Vikunja als auch das Guanako in großer Höhe leben. Vikunjas sind noch in 5.500 Metern anzutreffen. Guanakos wird es ab gut 4.000 Metern zu hoch. Sie können im Gegensatz zu ihren kleineren Verwandten tagelang ohne Wasser auskommen. Deshalb sind Guanakos auch wanderfreudiger. Zwar leben beide Arten in der Regel in kleinen Herden von mehreren Stuten mit deren Fohlen und einem Hengst oder in Junggesellenverbänden von bis zu 30 und mehr Tieren, doch halten sich Vikunjas stärker in ihren einmal für gut befundenen 100 bis 150 Hektar großen Revieren mit geeigneten Wasserstellen auf. Die am Tag aktiven Tiere ziehen sich für die Nacht an traditionelle windgeschützte Schlafplätze zurück.

Ihre Territorien markieren vor allem die Hengste durch Kothaufen. Lange Beine ohne Spannhäute an den Hinterkeulen, lange senkrecht aufragende Hälse und große runde Augen mit langen Wimpern an den kleinen Köpfen deuten darauf hin, dass die Kleinkamele eher zu den „Fluchttieren“ zählen. Sie neigen aber auch zur Neugierde. Es kann geschehen, dass sich eine kleine Herde Guanakos einem Wanderer bis auf wenige Meter nähert. Wenn sich die Tiere dann erschrecken, setzen sie eine Waffe ein, die auch Zoobesucher bei Lamas gelegentlich kennenlernen: Durch heftiges Luftausstoßen „spucken“ sie dem zu nahe gekommenen Menschen oder einem vermeintlichen Feind Speichel oder gar halbverdaute Nahrungsreste entgegen. Die wildlebenden Tiere lassen es meist mit einem erregten Schnaufen oder Wiehern bewenden. Ausgewachsene Guanakos haben nur den Puma zu fürchten, Vikunjas müssen sich auch vor Fuchs und Kondor in Acht nehmen.

Gefährlich kann es für die Tiere werden, wenn sie sich paaren. Dann legt sich die Stute mit dem Bauch flach auf den Boden, und der Hengst besteigt sie von hinten. Solche Gelegenheiten nutzen Puma oder Andenfuchs zum Angriff. Nach einer Tragzeit zwischen 330 und 350 Tagen beim Vikunja und 345 bis 360 Tagen beim Guanako wird ein einzelnes Junges geboren. Wenn es Pech hat, kommt es in einer Schlechtwetterperiode zur Welt und erfriert nach wenigen Lebenstagen. Hat es aber die ersten Wochen überstanden, schließt es sich gern mit anderen Jungtieren zusammen, die von einer erfahrenen Stute tagsüber durch das Gelände geführt und bewacht werden.

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