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Unwetter in Deutschland : Feuerwehr in Hamburg im Dauereinsatz

  • Aktualisiert am

Das Unwetter in Hamburg hat schwere Schäden angerichtet: Unterführungen liefen voll und Kreuzungen standen unter Wasser. Bild: dpa

Die Hitzewelle in Deutschland ist zu Ende – der Deutsche Wetterdienst warnt vor starken Unwettern. In Hamburg musste die Feuerwehr zur mehr als 140 Einsätzen ausrücken und in Weimar hat es nach einem Blitzeinschlag in ein Schwimmbad Verletzte gegeben.

          Das Hoch „Gerd“ hat Deutschland am Wochenende eine Hitzewelle beschert wie seit Jahrzehnten nicht in den letzten Augusttagen. „Das war schon sehr ungewöhnlich“, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach. In Nordrhein-Westfalen gab es nach Angaben des DWD in Essen in den vergangenen 80 Jahren Ende August keine vergleichbare Periode von fünf heißen Tagen.

          An diesem Sonntag sollte sie laut Vorhersagen aber zu Ende gehen – der DWD sagte für den Südosten kräftige Gewitter mit Hagel und schweren Sturmböen voraus. Die Wetterforscher erwarten zudem einen Temperatursturz: Fast überall in Deutschland gehen mit Beginn der neuen Woche die Temperaturen schlagartig um acht bis zehn Grad zurück.

          Unwetter tobt über Hamburg

          Ein Unwetter mit Sturmböen, Blitzen und Starkregen hat am Sonntagnachmittag zwei Stunden lang über Hamburg getobt und Sachschaden angerichtet. Unterführungen liefen voll und Kreuzungen standen unter Wasser, wie die Berufsfeuerwehr der Hansestadt mitteilte. Verletzt wurde demnach niemand. Die Helfer mussten zu mehr als 140 Einsätzen ausrücken.

          An den Messstationen des Deutschen Wetterdienstes in Hamburg wurden jedoch keine besonders großen Regenmengen gemessen, wie ein Sprecher sagte. Maximal seien es 15 Liter pro Stunde je Quadratmeter gewesen. Das zeige, wie kleinräumig Gewitterzellen seien.

          Blitze setzten zwei Dachstühle in Brand. Die S-Bahnlinie 1 wurde zwischen Wedel und Blankenese wegen eines auf die Schienen gestürzten Baumes zeitweise durch Busse ersetzt. Der Sturm riss auch in anderen Teilen Norddeutschlands Äste ab und Bäume um: Die Bahn stellte den Regionalverkehr zwischen Lüneburg und Lübeck vorübergehend ein, nachdem ein Baum auf die Gleise gestürzt war. Wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtete, musste ein Konzert der Band Deine Freunde im Stadtpark abgebrochen werden. Am Flughafen Hamburg wurde wetterbedingt ein Flug abgesagt.

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          Besonders in Nordthüringen warnt der DWD vor schweren Gewittern mit Hagel und Sturmböen. Die Gewitterfront könnte örtlich Unwetterpotenzial habe. Bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter und Stunde könnte fallen, Sturmböen bis 100 Kilometer pro Stunde seien nicht ausgeschlossen. Auch in Ost- und Südthüringen sind nach den Prognosen Gewitter möglich.

          In Weimar gab es bereits am Sonntagnachmittag sechs Verletzte bei einem Blitzeinschlag in einem Freibad. Die Menschen hätten unter einem Baum im Schwanseebad der Klassikerstadt gestanden, sagte ein Polizeisprecher. In den Baum sei ein Blitz eingeschlagen. Einer der Badegäste habe schwere Verletzungen erlitten. Alle Verletzten seien vorsorglich in Weimar ins Krankenhaus gebracht worden. Zu ihrem Alter und weiteren Details konnte die Polizei zunächst nicht sagen.

          Bahnverkehr im Raum Hannover durch Blitzeinschlag gestört

          Ein Blitzeinschlag in eine Oberleitung hat den Bahnverkehr am Drehkreuz Hannover stark beeinträchtigt. Durch den Einschlag bei Lehrte fielen laut einer Bahn-Sprecherin am Sonntagnachmittag mehrere Schaltzentralen aus. Die S-Bahnen zwischen Lehrte und Hannover konnten daher nicht fahren, der Fernverkehr nur in Richtung Lehrte. Erste Züge seien über Hildesheim umgeleitet worden. Wie lange die Störung andauern würde, blieb zunächst offen.

          Blitze über der Stadt Weimar: Dort wurden Personen in einem Schwimmbad verletzt. Bilderstrecke

          Mit 37,9 Grad war am Samstag in Saarbrücken-Burbach der der bislang heißeste Tag des Jahres in Deutschland gemessen worden. Damit wurde sogar der erst am Vortrag an gleicher Stelle gemessene Jahreshöchstwert noch einmal getoppt. Am Freitag war das Thermometer bereits auf 37,5 Grad gestiegen.

          In fast ganz Deutschland gab es Hitzewarnungen des Wetterdienstes. Lediglich die Küstenregion blieb davon ausgenommen. In Sachsen-Anhalt wurde die zweithöchste Waldbrandstufe erreicht. In Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Brandenburg wurden die Ozon-Schwellenwerte mehrfach überschritten. Die Behörden rieten, anstrengende Tätigkeiten im Freien zu vermeiden.

          Am Montag gibt es dann auch im Nordwesten und der Mitte Deutschlands vereinzelt kräftige Schauer. Die Temperaturen liegen nach Einschätzung der Meteorologen meist zwischen 20 und 25 Grad, in der Südhälfte etwas darüber.

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