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Sturm „Harvey“ : Houstons Bürgermeister verhängt Ausgangssperre

  • Aktualisiert am

Überschwemmungen in Texas Bild: AP

Wegen Plünderern dürfen die Bürger nachts nicht mehr auf die Straße gehen. Präsident Donald Trump verspricht, mit dem Kongress an einem Hilfspaket zu arbeiten.

          Der Bürgermeister der vom Hochwasser geplagten Millionenmetropole Houston in Texas hat eine Ausgangssperre für die Nacht zum Mittwoch verhängt. Sie gelte von Mitternacht (Ortszeit) bis 5.00 Uhr am Mittwochmorgen. Hintergrund seien kriminelle Machenschaften, vor allem von Plünderern. Teilweise hätten sich Kriminelle als Polizisten verkleidet und Bewohner zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert, sagte Bürgermeister Sylvester Turner.

          Präsident Donald Trump will den Menschen in Texas finanzielle Hilfe zukommen lassen. Es werde sehr kostspielig, sagte Trump  in den Katastrophengebieten, ohne jedoch genaue Summen zu nennen. Er werde mit dem Kongress zusammenarbeiten, um ein Rettungspaket zu schnüren und die Folgen von Hurrikan „Harvey“ zu beheben. „Ich denke, wir werden die richtige Antwort finden.“  Womöglich habe es noch nie größere Schäden in der Geschichte des Landes gegeben.

          Der Wirbelsturm „Katrina“, der 2005 New Orleans zerstörte, gilt bislang als teuerster Hurrikan in den Vereinigten Staaten. Die Regierung in Washington half damals mit rund 100 Milliarden Dollar.

          New Orleans rüstete sich in der Nacht zum Mittwoch für schlimme Regenfälle und nachfolgendes Hochwasser. In der Stadt in Louisiana blieben Schulen und Behörden am Dienstag geschlossen. Bürgermeister Mitch Landrieu empfahl den Bewohnern, ihr Haus nicht zu verlassen. Er riet ihnen, Essen, Getränke und Medikamente für mindestens drei Tage vorrätig zu haben. Gouverneur John Bel Edwards sagte, Louisiana stehe das Schlimmste aller Wahrscheinlichkeit nach noch bevor.

          Die sintflutartigen Regenfälle führten zu einem Rekordwert. In der Stadt Pearland im Südosten von Houston wurden seit Freitag insgesamt Niederschlagsmengen von 125 Zentimetern gemessen, wie der Nationale Wetterdienst mitteilte. Das markiere einen Rekord bei einem Tropensturm auf dem Festland. Im Jahr 1978 waren demnach beim Sturm „Amelia“ 124 Zentimeter gemessen worden.

          Unklar blieb weiter, wie viele Menschen vom jetzigen Hochwasser in den Tod gerissen wurden. Offiziell bestätigt wurden bis zum Dienstag vier Tote. Wie der Polizeichef von Houston, Art Acevedo, erklärte, ertrank ein Polizist am Sonntag auf dem Weg zur Arbeit. Einige Medien meldeten bereits höhere Todeszahlen. Klarheit dürfte erst herrschen, wenn die Fluten zurückgegangen sind und die Bergungstrupps Zugang zu den überfluteten Häusern erhalten.

          Rettungshubschrauber landen auf dem Eastex Freeway in Houston. Bilderstrecke

          Unterdessen wurden Anwohner einer im Überschwemmungsgebiet liegenden Chemiefabrik in Texas in Sicherheit gebracht. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, teilten die Behörden mit.

          Der französische Konzern Arkema, dem die Fabrik in Harris County gehört, erklärte, die Anlage sei überschwemmt. Es sei möglich, dass Chemikalien reagierten und ein Feuer ausbreche, das eine schwarze Rauchwolke auslöse. Wie giftig diese Wolke sein würde, teilte der Konzern nicht mit. In der Fabrik werden organische Peroxide produziert.

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