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Studie zu Zukunftssorgen : Die Deutschen sind keine Angsthasen

  • -Aktualisiert am

Plagt mehr als die Hälfte der Deutschen: Die Angst, im Alter ein Pflegefall zu werden Bild: dpa

Das Klischee besagt, den gemeinen Deutschen plagten diffuse Zukunftsängste. Doch eine Studie kommt zu dem Schluss: Die Deutschen sind keine Angsthasen, sie sind so entspannt wie seit 20 Jahren nicht mehr.

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          Die Deutschen sind so entspannt wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das ergab die repräsentative Umfrage „Die Ängste der Deutschen 2014“ unter 2400 Bürgern, die von der R+V Versicherung in Berlin am Donnerstag vorgestellt wurde. Nur vier Ängste plagen  mehr als die Hälfte der Deutschen: „Am meisten Sorgen machen sich die Bundesbürger ums Geld, um die Umwelt und um ihre eigene Gesundheit“, sagte Rita Jakli, Leiterin des R+V Infocenters.

          Der „Angstindex“, also der Durchschnitt der 16 politischen, persönlichen und wirtschaftlichen Ängste, die langjährig abgefragt werden, sank um zwei Prozentpunkte auf 39 Prozent, den niedrigsten Wert seit 20 Jahren. Die größte Angst haben die Deutschen um ihr Geld. „Die Mehrheit der Deutschen befürchtet, dass die Euro-Schuldenkrise die Steuerzahler teuer zu stehen kommt und die Lebenshaltungskosten weiter steigen“, sagte Jakli. Die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten ist mit 58 Prozent bereits zum 15. Mal auf Platz eins.

          Bild: F.A.Z.

          Dahinter folgen gleichauf die Angst, im Alter anderen als Pflegefall zur Last zu fallen, und die Furcht vor Naturkatastrophen. Rund 2,5 Millionen Pflegebedürftige gibt es in Deutschland, und es werden mehr. Frauen sind bei dem Thema wesentlich mehr in Sorge (58 Prozent) als Männer (45 Prozent). Rita Jali sagt: „Aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung haben Frauen ein viel größeres Pflegerisiko.“

          Zwischen den neuen und alten Bundesländern zeigt sich vor allem in der Angst vor Arbeitslosigkeit ein deutlicher Unterschied. Während im Osten 43 Prozent sorgenvoll in die Zukunft blicken, sind es im Westen nur 30 Prozent. „Ein Blick in die Arbeitslosenstatistik vom Juli zeigt, dass diese Angst durchaus begründet ist“, sagt Jakli. Im Osten sei fast jeder zehnte arbeitslos, im Westen liege die Quote mit 5,9 Prozent viel niedriger.

          Die Deutschen seien kein Volk von Angsthasen, sagte Manfred G. Schmidt, Politologe an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und Berater des R+V-Infocenters am Donnerstag: „Sie reagieren mit berechtigter Sorgen auf aktuelle Ereignisse und Probleme. Die meisten Ängste sind wirklichkeitsnahe Reaktionen auf die Top-Themen der Politik und der öffentlichen Debatten.“ Jeder dritte Bundesbürger macht sich Sorgen um Krieg und politische Krisen: In diesem Jahr ist die Angst vor einem Krieg mit deutscher Beteiligung um drei Prozentpunkte gestiegen.

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