https://www.faz.net/-gum-7ayax

Studie zeigt : Wie Bluthochdruck durch Fluglärm entsteht

  • Aktualisiert am

Fluglärmprotest im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen. Bild: dpa

Fluglärm kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen - das haben Studien belegt. Wie genau es dazu kommt, war bislang unklar. Forscher der Mainzer Uniklinik haben nun eine Untersuchung dazu vorgelegt.

          2 Min.

          Forscher aus Mainz und den Vereinigten Staaten haben einen biologischen Zusammenhang zwischen nächtlichem Fluglärm und Bluthochdruck nachgewiesen. Eine Studie mit 75 Teilnehmern habe ergeben, dass der Lärm die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin steigert und die Gefäßfunktion beeinträchtigt, teilte die Mainzer Universitätsklinik am Dienstag mit.

          „Wir wissen, dass Fluglärm Bluthochdruck, Herzinfarkte und auch Schlaganfälle auslösen kann“, sagte Studienleiter Thomas Münzel. Die genauen Mechanismen, die zu diesen Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen, seien bislang jedoch nicht bekanntgewesen. Die Wissenschaftler forderten, aus den Ergebnissen der Studie politische Konsequenzen zu ziehen.

          Bei der Studie beschallten die Forscher 75 gesunde Männer und Frauen in ihren heimischen Schlafzimmern in der Nacht mit Fluglärm von durchschnittlich 60 Dezibel. Einer Gruppe verpassten die Wissenschaftler 30 Überflüge pro Nacht, einer Zweiten 60 Überflüge. Eine Kontrollgruppe schlief ohne Lärm.

          Offenbar gewöhnt sich der Mensch nicht daran

          Die Forscher filmten die Probanden mit einer Infrarotkamera und ermittelten mit Ultraschallgeräten die Gefäßfunktion. Dabei zeigte sich nach Angaben der Wissenschaftler, dass der Lärm unter anderem durch bestimmte Funktionsstörungen des Kreislaufs Bluthochdruck auslösen kann.

          Überrascht waren die Forscher, dass sich der Mensch offenbar nicht an nächtlichen Fluglärm gewöhnt. Die Wissenschaftler ließen einer Nacht mit 30 Überflügen eine Nacht mit 60 Überflügen folgen. Die Steigerung der Flugszahl führte zu einer deutlich schlechteren Gefäßfunktion, als die von Teilnehmern, die direkt 60 Überflüge über sich ergehen lassen mussten. „Das bedeutet, dass man sich im Rahmen mehrerer Beschallungen nicht an den Fluglärm gewöhnt, sondern das Ausmaß der Gefäßschäden eher zunimmt“, erklärte Münzel.

          Vitamin C kann hilft

          In der Studie zeigte sich zudem, dass sich die Gefäßschädigung mit Vitamin C therapieren lässt. Vitamin C binde die freien Radikale im Blut, die sich aufgrund des Lärms gebildet hatten. „Das bedeutet freilich nicht, dass sich durch Vitamin C die Folgen von Fluglärm einfach lösen lassen“, betonte Erstautor Frank Schmidt von der Universitätsmedizin Mainz.

          Seit etwa zwei Jahren hat der Fluglärm im Rhein-Main-Gebiet deutlich zugenommen - vor allem in Rheinhessen. Grund dafür sind neue Flugrouten und die neue Landebahn am Frankfurter Flughafen. Bereits im März diesen Jahres hatte eine Studie des Umweltbundesamtes rund um den Flughafen Köln/Bonn ergeben, dass Fluglärm das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.

          Weitere Studien laufen noch. So soll die Norah-Studie - an der mehrere Unis und Institute beteiligt sind - bis Sommer 2014 erste Ergebnisse über die längerfristige Auswirkung von Verkehrslärm im Allgemeinen liefern. Auch die Mainzer Universitätsmedizin arbeitet an einer weiteren Studie, die Auswirkungen von Fluglärm bei Patienten mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen untersucht.

          Weitere Themen

          16.417 Neuinfektionen und 879 neue Todesfälle gemeldet

          Coronavirus : 16.417 Neuinfektionen und 879 neue Todesfälle gemeldet

          Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut mehr als 16.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt zwar seit einigen Tagen, liegt aber weiter deutlich über dem Wert, den sich die Kanzlerin wünscht.

          Topmeldungen

          Ein Apotheker in Dortmund händigt eine FFP2-Maske aus.

          Coronavirus : 16.417 Neuinfektionen und 879 neue Todesfälle gemeldet

          Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut mehr als 16.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt zwar seit einigen Tagen, liegt aber weiter deutlich über dem Wert, den sich die Kanzlerin wünscht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.