https://www.faz.net/-gum-3eag

Studie : Die Gesellschaft ist Homosexuellen gegenüber aufgeschlossener

  • Aktualisiert am

Homosexuelles Paar: Akzeptanz steigt Bild: dpa

Die Gesellschaft ist Homosexuellen gegenüber aufgeschlossener als in früheren Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Emnid-Studie.

          2 Min.

          Die Akzeptanz homosexueller Menschen in Deutschland hat sich offenbar deutlich verbessert. Dies geht jedenfalls aus einer repräsentativen Umfrage des Bielefelder Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag des Hamburger Internet-Portals Eurogay hervor. 67 Prozent der Männer und 72 Prozent der Frauen geben in der am Mittwoch in Hamburg vorgestellten Untersuchung an, keine oder kaum Vorbehalte gegen homosexuelle Menschen zu haben.

          Nach Angaben von Eurogay handelt es sich bei der Studie mit dem Titel „Schwules Leben in Deutschland“ um die erste repräsentative Umfrage zur Situation Homosexueller in Deutschland. Gefragt wurden knapp 15.000 Männer und Frauen im Alter von 14 bis 69 Jahren - und zwar sowohl hetero- als auch homo- und bisexuelle. Praktisch in allen Bereichen zeigt sich den Emnid-Zahlen zufolge eine für Homosexuelle positive Entwicklung.

          Gegen Ausgrenzung am Arbeitsplatz

          So scheint die heterosexuelle Bevölkerung Homosexualität nicht nur zunehmend als normal zu akzeptieren, sondern sich auch gegen Ausgrenzung und Diskriminierung zu wenden - zumindest in der persönlichen Einstellung. 95 Prozent der Hetero-Frauen und 94 Prozent der Hetero-Männer verurteilten laut Befragung eine Ausgrenzung von Homosexuellen am Arbeitsplatz. Auch die Homo-Ehe finden die meisten Männer (61 Prozent) und Frauen (72 Prozent) gut. Inzwischen würden 20 Prozent der Männer und 33 Prozent der Frauen es sogar nicht mehr negativ bewerten, wenn das eigene Kind homosexuell wäre.

          Keine genaue Anzahl der Homosexuellen

          Dass diese Werte deutlich geringer als die sonstigen Akzeptanz-Werte sind, liegt nach Angaben von Emnid daran, dass die Maßstäbe an das persönliche Umfeld generell deutlich strenger sind. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich auch in der Einschätzung der eigenen Sexualität. Während sich nur 4,1 Prozent der Männer und 3,1 Prozent der Frauen zu ihrer Homo- und Bisexualität bekennen, fühlen sich doch wesentlich mehr Menschen vom gleichen Geschlecht erotisch angezogen (9,4 der Männer und gar 19,5 Prozent der Frauen). Die genaue Anzahl der homosexuellen Deutschen lässt sich nach Angaben von Emnid daher aus dieser Studie nicht ermitteln.

          Ideale Zielgruppe für die Werbung

          Daneben hat sich gezeigt, dass homosexuelle Männer durchweg besonders aufgeschlossen für die moderne Gesellschaft sind. Sie surfen mehr im Internet als ihre heterosexuellen Geschlechtsgenossen, interessieren sich für Literatur, Kino und Lifestyle-Produkte, verreisen häufiger und kaufen verstärkt über das Internet ein. Zudem haben sowohl homosexuelle Männer als auch Frauen im Schnitt einen höheren Bildungsstand und ein höheres verfügbares Nettoeinkommen - vor allem, da sie in der Regel keine Kinder zu versorgen haben.

          Kein Wunder, dass Homosexuelle als geradezu ideale Zielgruppe für die Werbung eingestuft werden. An diese Zielgruppe heranzukommen, scheint für Unternehmen gleichzeitig nicht mehr sonderlich risikoreich zu sein. Die allgemein gestiegene Akzeptanz von Homosexualität habe auch zur Folge, dass Werbung in Medien für Homosexuelle kaum noch imageschädigend sei, so die Studie.

          Weitere Themen

          Demonstranten fordern abermals Lukaschenkas Rücktritt Video-Seite öffnen

          Belarus : Demonstranten fordern abermals Lukaschenkas Rücktritt

          In der belarussischen Hauptstadt Minsk sind abermals zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Staatschef Lukaschenka zu protestieren. An diesem Sonntag läuft eine Frist ab, die Oppositionspolitikerin Swetlana Tichanowskaja für einen Rücktritt Lukaschenkas gesetzt hatte.

          Topmeldungen

          Bild aus besseren Zeiten: Erdogan und Macron am 19. Januar 2020 in Berlin

          Erdogan teilt aus : Boykott und Pöbelei

          Frankreich will auch nach der Ermordung von Samuel Paty Karikaturen des islamischen Propheten zeigen. Der türkische Staatschef Erdogan reagiert entsetzt und teilt aus.
          Auf weiter Flur: Der Großeinsatz rund um den Dannenröder Forst ist nicht der einzige, der die hessische Polizei derzeit stark in Anspruch nimmt.

          Hessische Polizei : Am Rande der Erschöpfung

          Die hessische Polizei wird in den nächsten Wochen noch stärker gefordert als ohnehin schon. Gleich drei Großlagen lassen kaum Erholung zu: der Protest gegen die A 49, Corona und Atomtransporte.
          Wer die Zeit und das Geld hatte, hat sich in diesem Sommer gerne im eigenen Pool gesonnt.

          Vermögensvergleich : Wie reich sind Sie wirklich?

          Neue Zahlen zeigen, wie sich das Vermögen der Deutschen über das Leben entwickelt. Schon mit einem abbezahlten Haus und einer Lebensversicherung können Sie zu den oberen zehn Prozent gehören. Testen Sie selbst, wo Sie in Ihrer Altersgruppe stehen!

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.