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Strukturwandel : Hipster, ab aufs Land!

Leipzig ist schon längst hip. Bild: Imago

Die Bundesregierung will benachteiligten Regionen helfen: mit Geld und schnellem Internet. Dass sich dort mittlerweile bizarrerweise Pendlerströme umkehren, kann man mit diesen Mitteln aber nicht beheben. Denn oft geht es um ein Lebensgefühl.

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          So schnell wie Leipzig wächst derzeit keine andere Kommune in Deutschland. Um 11,7 Prozent stieg die Einwohnerzahl der Stadt zwischen 2012 und 2017, von 529.000 auf 590.000. So steht es im „Heimatatlas“, den Heimatminister Horst Seehofer diese Woche vorgestellt hat. Im Oktober des laufenden Jahres, so jubelte jüngst die Statistikbehörde der Stadt, erreicht sie wohl die runde Zahl von 600 000 Einwohnern, so viel wie seit den fünfziger Jahren nicht mehr, vor der großen Abwanderung aus der DDR.

          Ralph Bollmann
          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Für das Phänomen gibt es eigentlich keine rationalen Gründe, jedenfalls keine, die sich nach den Maßstäben der klassischen Ökonomie und Infrastrukturforschung messen ließen. Das Leipziger Gehaltsniveau liegt noch immer deutlich unter dem deutschen Durchschnitt, kein einziger Dax-Konzern hat seinen Sitz in der Stadt. Die Universität bietet in vielen Fächern bestenfalls Mittelmaß, der Flughafen ist zwar ein wichtiges Fracht-Drehkreuz, aber ohne wirklich relevante Passagierverbindungen.

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