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Straßburger Adventsstreit : Warum Konrad sich weigerte zu feiern

Advent: An diesem Wochenende darf die erste Kerze angezündet werden Bild: dpa

Wer sich darüber ärgert, dass die Adventszeit in Supermärkten und Vorgärten alljährlich schon im September beginnt, sollte Trost suchen in der Klosterruine Limburg bei Bad Dürkheim.

          Wann ist 1. Advent? Wer sich alljährlich darüber ärgert, dass die Adventszeit in Supermärkten und Vorgärten schon im September beginnt, sollte Trost suchen bei Bad Dürkheim. Dort kann er die Limburg erklimmen, ein ehemaliges Kloster, und dort auf einer unscheinbaren Tafel im Wald am Rande der Ruine lesen, dass hier auf einer Synode im Jahre 1038 die Adventssonntage festgelegt worden seien. Wer es genauer wissen will, sollte im „Archiv für Liturgiewissenschaft“ nachschlagen, wo der Aufsatz von Karl Josef Benz „Der Straßburger Adventsstreit und die Synode von 1038 im Kloster Limburg an der Haardt“ das Rätsel der Tafel löst. Der Adventsstreit?

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Auch der damalige Kaiser, Konrad II., hatte sich nämlich geärgert. Auf einer Reise von Burgund nach Hause hatte er am 26. November 1038 in Straßburg bei seinem Onkel, Bischof Wilhelm, Station gemacht. Es war Sonntag, und Bischof Wilhelm wollte den ersten Advent feiern. Das sei eine Woche zu früh, beschwerte sich Konrad. Er wollte nicht eine Woche später in Limburg noch einmal ersten Advent feiern.

          Der Kaiser setzte sich durch

          So kam es zum Straßburger Adventsstreit. Es war nicht das erste Mal. Immer dann, wenn Weihnachten auf einen Montag fiel, wie 1038, lag Streit in der Luft. Im 11. Jahrhundert kam das gleich 14 Mal vor. Sollte Heiligabend dann als vierter Advent zählen oder nicht? Sollte die Adventszeit also drei, vier oder gar fünf Wochen dauern?
          Vor Konrad kannte das christliche Abendland mehrere Zonen des Advents. Je nach Liturgie - altspanisch, mailändisch, altgallisch oder gregorianisch - gab es fünf, sechs, oder gar sieben Adventssonntage. Der vierwöchige Advent der gregorianischen Liturgie setzte sich schließlich durch - es blieb aber die Frage, ob es mindestens drei oder vier volle Wochen sein mussten, ob es also fünf vorweihnachtliche Sonntage geben durfte, wenn Weihnachten auf den Montag fiel.

          Konrad weigerte sich, in Straßburg den ersten Advent zu feiern. Er wartete bis zum 3. Dezember, den er mit seiner Gemahlin Gisela in Limburg verbrachte. Dann berief er sofort eine Synode ein, die das Problem ein für allemal und für die gesamte Christenheit lösen sollte. Wie nicht anders zu erwarten, setzte sich der Kaiser durch - allerdings hatte er die Mehrheit der Bischöfe hinter sich.

          Seither gibt es nur vier Adventssonntage, und der erste Advent ist frühestens am 27. November zu feiern, spätestens am 3. Dezember.

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