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Steuerverfahren : Geständnis soll Boris Becker vor dem Gefängnis retten

  • Aktualisiert am

Sein Steuervergehen zuzugeben hat sich Boris Becker bisher stets gesträubt. Nun könnte ein Gestädnis den früheren Tennisstar vor Prozess und Haft bewahren.

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          Der Steuerfall Boris Becker steht nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ kurz vor dem Abschluss. In zwei Gesprächsrunden mit der Richterin Huberta Knöringer und dem Staatsanwalt Matthias Musiol hätten Beckers Anwälte eine Einigung erreicht, berichtet das Magazin. Die Lösung sei für den ehemaligen Tennisprofi schmerzhaft, erspare ihm aber einen peinlichen Prozess
          und eine mögliche Freiheitsstrafe.

          Demnach wird das Gericht die Anklage wegen Steuerhinterziehung zulassen und das Verfahren eröffnen, aber schon am ersten Tag wieder beenden. Denn Becker soll gestehen und dafür eine zweijährige Haftstrafe akzeptieren, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Außerdem muss er die mutmaßlich hinterzogenen 10,4 Millionen Mark plus Zinsen nachzahlen, insgesamt laut „Spiegel“ etwa 6,5 Millionen Euro.

          Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung seien sicher, dass Becker Anfang der neunziger Jahre einen Scheinwohnsitz in Monte Carlo unterhalten habe, während er in Wahrheit in München gelebt habe und deshalb auch unbeschränkt in Deutschland steuerpflichtig gewesen sei.

          Gerät Wimbledonsieger in Geldnot?

          Bereits vor einigen Tagen hatte unter anderem das Nachrichtenmagazin „Focus“ ähnlich über eine mögliche Einigung zwischen Becker und den Behörden spekuliert. Wann der Prozess stattfinden soll, ist derzeit unklar. Dem Nachrichtenmagazin „Focus“ hatte Richterin Knöringer noch vergangene Woche gesagt: „Sollte es zu einer Verhandlung kommen, dann frühestens im Oktober.“ Becker, der sich vor allem gegen das Geständnis lange gewehrt hatte, will den Deal nun offenbar akzeptieren. Damit dürfte das größte Hindernis für den zügigen Abschluss des spektakulären Verfahrens die Finanzierung der dann fälligen Steuernachzahlung sein. Der dreimalige Wimbledonsieger müsse sich dafür wohl einige Millionen Euro leihen, behauptet der „Spiegel“.

          Nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ vor einer Woche hat Becker seine Villa im Münchner Nobelviertel Bogenhausen für rund fünf Millionen Euro verkauft und ist in eine Mietwohnung gezogen. Das Anwesen ist allerdings laut „Focus“ mit einer Grundschuld in Höhe von 3,3 Millionen Euro belastet, um die Unterhaltszahlungen für Beckers Ex-Ehefrau Barbara und die gemeinsamen Kinder abzusichern. Nach den Worten von Beckers Berater Robert Lübenoff hatte der Verkauf ohnehin nichts mit den Steuerschulden des früheren Weltklasse-Tennisspielers zu tun.

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