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Steuerhinterziehung : Boris Becker droht mehrjährige Haftstrafe

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Ganz cool bleiben - Boris Becker Bild:

Die Staatsanwaltschaft München hat gegen den früheren Tennisstar Boris Becker Anklage wegen Steuerhinterziehung erhoben.

          Beim Tennisturnier in Wimbledon, das er in aktiven Zeiten als sein „Wohnzimmer“ bezeichnete, war Boris Becker gerade als Kommentator für die BBC tätig.

          Damit kehrte nach seinen Hauptrollen in Scheidungsverfahren und Klatschpresse wieder zurück zu seinem Sport. Nun droht neues Ungemach. Gerade wurde bekannt, dass er seine jüngste Affäre mit Patrice Farameh nach 151 Tagen beendete. Und nun zitiert ihn die Staatsanwaltschaft München offenbar wegen Steuerhinterziehung vor Gericht.

          Scheinwohnsitz in Monaco

          „Wir haben Anklage gegen Boris Becker erhoben“, sagte Münchens Leitender Oberstaatsanwalt Manfred Wick dem Nachrichtenmagazin „Focus“ am Samstag. Die Behörde wirft dem dreifachen Wimbledon-Gewinner vor, in den Jahren 1992 und 1993 zusammen 4,8 Millionen Euro hinterzogen zu haben.

          In der Anklageschrift vom 25. Juni heißt es, Becker habe 1991 bis 1993 den ausgebauten Dachboden in der Wohnung seiner Schwester in der Gaustraße in München als Wohnsitz genutzt und in Monaco nur einen Scheinwohnsitz gemeldet.

          Private Unterlagen beschlagnahmt

          Für Becker hatte das Unheil in den Morgenstunden des 21. Dezember 1996 seinen Lauf genommen. Damals durchsuchten vier Beamte der Steuerfahndung des Finanzamtes München I nach Vorlage ihres richterlichen Durchsuchungsbeschlusses Beckers Villa im noblen Münchner Vorort Bogenhausen und stellten dabei mehrere Akten sicher. Nach damaligen Angaben Beckers wurden auch private Unterlagen im Haus seiner Eltern in Leimen beschlagnahmt. Bei der Hausdurchsuchung seien die Fahnder auf geheime Telefonmitschnitte, Notizen und Schriftwechsel gestoßen, auf denen nun die Anklage fuße.

          Falls die Ermittler ihre Vorwürfe vor Gericht belegen können, drohe dem Tennisstar eine mehrjährige Haftstrafe, hieß es. Seine Anwälte versuchten dagegen nachzuweisen, dass Becker das Dachgeschoss nicht als persönlichen Wohnraum genutzt habe, sondern nur nach München gekommen sei, um Arzt und Trainer aufzusuchen. Noch im August will das Landgericht München über die Zulassung der Anklage entscheiden.

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