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Sternenhimmel : Sommer auf dem Rückzug

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Der Sommer neigt sich seinem Ende zu und die Tage werden wieder kürzer. Doch der Augusthimmel ist der Sommersternhimmel: Hauptattraktionen sind, abseits der erhellten Großstädte, Milchstraße und Sternschnuppenschwärme.

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          Der Sommer ist im August auf dem Rückzug. Die Tage werden kürzer. Um insgesamt 1 Stunde 41 Minuten verkürzt sich die Länge des lichten Tages im Monatsverlauf. Auch die Mittagshöhe der Sonne nimmt im August wieder spürbar ab, von 58 Grad am Monatsersten auf 48 1/2 Grad am letzten Augusttag. Den nächtlichen Sternhimmel können wir jetzt wieder ungestört betrachten, da die Dämmerung so weit fortgeschritten ist, daß die Konturen der Sternbilder erfaßt werden können.

          Der Augusthimmel ist der Sommersternhimmel. Die drei Hauptsternbilder des Sommers, Leier, Schwan und Adler, sind jetzt bis zur Südlinie vorgerückt und stehen nahezu in ihrer Höchststellung. Ihre hellen Hauptsterne Wega, Deneb und Atair bilden ein großes Sternendreieck, das unter dem Namen Sommerdreieck bekannt ist. Hauptattraktion des sommerlichen Sternhimmels ist jedoch zweifellos die Milchstraße. Allerdings kann man dieses Lichtband am aufgehellten Großstadthimmel kaum wahrnehmen.

          Das schimmernde Band der Milchstraße

          In Gegenden außerhalb der Lichterflut unserer Großstädte kann man in mondlosen Nächten das schimmernde Band der Milchstraße, das vom Südhorizont zwischen Schütze und Skorpion aufsteigt, durch Schlangenträger, Schild und Adler gehend im Schwan eine zenitnahe Position erreicht und durch Kepheus und Kassiopeia Richtung Nordhorizont abfällt, gut verfolgen. Dabei fällt auf, daß das Milchstraßenband in verschieden helle Sternwolken gegliedert ist, die von dunklen Regionen unterbrochen werden.

          In diesen Dunkelzonen („Kohlensäcken“) wird das Licht dahinterliegender Sterne durch interstellare Staubmassen absorbiert. Diese sind auch dafür verantwortlich, daß die Milchstraße vom Schwan bis zum Schützen in zwei Streifen geteilt ist. Mit Fernglas sollte man das Sterngewimmel der Milchstraße durchmustern: Die sternreichsten und interessantesten Sternwolken sind in den Sternbildern Schütze, Schild und Schwan zu finden.

          Komplex aus mehreren hundert Milliarden Sternen

          Für die Bezeichnung Milchstraße ist wohl der griechische Held Herkules, der Sohn von Zeus und Alkmene, einer Sterblichen, verantwortlich. Damit sein Sohn Unsterblichkeit erlange, legte Zeus das neugeborene Knäblein seiner schlafenden Gattin Hera heimlich an die Brust. Jedoch sog Herkules so kräftig, daß Hera erwachte, das Kind erschrocken von ihrer Brust riß und ihre Milch bis an den Himmel spritzte. So erklärten die alten Griechen die Entstehung des Milchstraßenbandes.

          Aber bereits der griechische Philosoph Demokrit vermutete, daß das Himmelsband in Wahrheit aus einer Vielzahl von schwachen Sternen besteht. Diese Vermutung konnte erst nach der Erfindung des Fernrohrs im 17. Jahrhundert bewiesen werden. Die wahre Natur unserer Milchstraße als eines gewaltigen spiralförmigen Komplexes aus mehreren hundert Milliarden Sternen und einer Ausdehnung von etwa 100.000 Lichtjahren wurde jedoch erst im Verlauf des letzten Jahrhunderts erkannt. Einer der mittelgroßen Sterne ist unsere Sonne

          Sommersternbilder Leier und Schwan

          Während der Schütze bis zum Südmeridian vorgedrungen ist, steht der vorausgehende Skorpion jetzt schon untergangsbereit im Südwesten. Westlich des Skorpions können sich die lichtschwachen Waagesterne kaum noch gegen den Horizontdunst durchsetzen. Allerdings zeigt der strahlend helle Planet Jupiter, der sich jetzt in diesem Tierkreisbild aufhält, die Position der Waage an.

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