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Sternenhimmel im September : Dem Herbst ganz nah

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Große Herausforderung für „Eclipse Chaser“: Die Finsternislinie der ringförmigen Sonnenfinsternis am 22. September verläuft fast ausschleißlich über dem Meer. Auch die partielle Mondfinsternis über Europa am 7. September ist nur schwer zu beobachten.

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          Für die Nordhalbkugel beginnt das Winterhalbjahr, sobald der sogenannte Herbstpunkt überschritten ist. Am 23.September um 6.03 Uhr steht die Sonne exakt am Schnittpunkt von Ekliptik, der scheinbaren Sonnenbahn, und Himmelsäquator. Diese wichtige Jahresmarke wird Herbstpunkt genannt. Danach sind die Tage kürzer als die Nächte, bis die Sonne im März den anderen Schnittpunkt von Ekliptik und Himmelsäquator, den Frühlingspunkt, erreicht. In den Zeiten um die Tagundnachtgleiche ändern sich die Mittagshöhen unseres Tagesgestirns besonders rasch. So sinkt die Höhe der Sonne im September um elf Grad ab und beträgt am letzten Tag des Monats nur noch 37 Grad in Frankfurt. Dies bewirkt eine entsprechend rasche Änderung der Auf- und Untergangszeiten der Sonne und damit eine starke Abnahme der Tageslänge.

          Im September finden eine partielle Mondfinsternis und eine ringförmige Sonnenfinsternis statt. Am 7.September um 20.05 Uhr, kurz nach seinem Aufgang im Osten, beginnt der Mond in den Kernschatten der Erde einzudringen. Allerdings wird nur ein Fünftel der Mondscheibe, und zwar der nördliche Teil, zur Finsternismitte um 20.51 Uhr vom Erdschatten verfinstert. Der Austritt aus dem Kernschatten erfolgt um 21.38 Uhr. Die Halbschattenphase, in der, vom Mond aus gesehen, nur Teile der Sonnenscheibe von der Erde verdeckt sind, ist wegen der Horizontnähe des Mondes nur bis kurz nach 22 Uhr als gräuliche Verfärbung zu beobachten.

          Sonnenfinsternis nur über dem Meer

          Die ringförmige Sonnenfinsternis am 22. September ist von Europa aus nicht sichtbar. Mit Ausnahme eines kleinen Gebiets im nordöstlichen Teil Südamerikas verläuft die Finsternislinie vom Südatlantik in den Indischen Ozean, ohne Festland zu berühren. Als partielle Sonnenfinsternis ist sie in großen Gebieten Südamerikas, im westlichen Afrika sowie in Teilen der Antarktis zu verfolgen.

          Im ersten Herbstmonat bietet der Sternhimmel noch einen durchaus sommerlichen Anblick. Den Süden beherrscht das große Sommerdreieck Wega, Deneb und Atair, welches aus den Hauptsternen der typischen Sommersternbilder Leier, Schwan und Adler besteht. Daneben bildet die Sommermilchstraße wie schon im Vormonat die Hintergrundkulisse für diese Konstellationen. Vom Südwesten aufsteigend, wölbt sich ihr zartes Lichtband dem zenitnahen Raum zwischen Schwan und Kepheus entgegen, um danach, durch Kassiopeia und Perseus gehend, im Fuhrmann den Horizont zu erreichen. Da sich unsere Sonne mitsamt den Planeten inmitten des diskusförmigen Milchstraßensystems befindet, stellt sich dieses als streifenförmiges, das gesamte Firmament umspannendes Lichtband dar. Betrachtet man die Milchstraßengebiete mit einem Fernglas, so fällt ihr ungeheurer Sternreichtum auf. Aber auch Sterngruppen und Sternhaufen sowie einige Nebelflecken wird man bei guten Sichtverhältnissen ausmachen können.

          Heller Delphin selbst am Großstadthimmel

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