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Sternenhimmel im September : Dem Herbst ganz nah

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Östlich von Atair, am Rande des Milchstraßenbandes, erkennt man selbst am Großstadthimmel eine kleine, drachenförmige Sternanordnung aus fünf Sternen der vierten Größenklasse, den Delphin. Der Name dieses Bildes stammt aus dem antiken Griechenland, wo es mit dem berühmten Sänger Arion aus Lesbos, der im sechsten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung gelebt hat, in Verbindung gebracht wurde. Arion bestritt in Sizilien einen Sängerwettstreit und trat, reich beschenkt, die Heimreise nach Korinth an. Verbrecherische Seeleute wollten ihn seiner Schätze berauben und den Sänger über Bord werfen. Dieser bat jedoch die Räuber, ihn noch ein letztes Mal auf seiner Leier spielen zu lassen. Die Melodie lockte einen Delphin an, der den über Bord geworfenen Arion auf seinem Rücken davontrug und damit vor dem Ertrinken rettete. Zum Gedenken an diese Tat versetzten die Götter daraufhin den Delphin und die Leier als Sternbilder an den Himmel.

Die lichtschwachen Sterne des Delphins waren bis zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts ohne Namen geblieben. Dann tauchten im Sternkatalog von Palermo aus dem Jahre 1814 für die zwei nördlichsten Sterne die Bezeichnungen Sualocin und Rotanev auf. Den Ursprung und die Bedeutung der Namen konnte sich niemand erklären. Erst viel später stellte sich heraus, daß die Worte umgekehrt zu lesen waren: Nicolaus Venator. Venator ist das lateinische Wort für Jäger. Der im Observatorium in Palermo beschäftigte Nicolaus Jäger hatte sich damit ein stellares Denkmal gesetzt.

Tief im Nordosten gehen die Plejaden auf

Im Süden ist jetzt der Steinbock in seiner höchsten Position zu finden. Ihm folgt der Wassermann nach, während der vorausgehende Schütze bereits Horizontberührung im Südwesten hat. In der östlichen Himmelsregion bereiten sich die Herbststernbilder vor, die Bilder des Sommers abzulösen. Das große Sternviereck des Pegasus ist in einer hohen Position angekommen, ebenso die diesem folgende Kette der Andromedasterne. Unter diesen beiden Bildern haben sich die Tierkreisbilder Fische und Widder ganz von der Horizontlinie gelöst, und bei guter Sicht gelingt es vielleicht, den eben tief im Nordosten aufgegangenen Sternhaufen der Plejaden aufzuspüren.

Im Südwesten und Westen sind Schlangenträger samt Schlange sowie der Bootes mit dem hellen Arkturus nun in eine horizontnahe Lage gerutscht. Dagegen halten sich der Sternhalbkreis der Nördlichen Krone und der Herkules noch in ausreichend großer Höhe auf, um ohne Probleme gesehen werden zu können. Tief im Nordwesten strebt der Große Wagen seinem tiefsten Punkt unterhalb des Polarsterns entgegen.

Venus und Saturn am Morgenhimmel

Während Merkur und Mars sich unbeobachtet in Sonnennähe aufhalten, bevölkern Venus und Saturn den Morgenhimmel. Die Venus beendet allerdings gegen Monatsende ihre Morgensichtbarkeit und erscheint erst wieder kurz vor dem Jahreswechsel am Abendhimmel. Saturn übernimmt von Venus die Herrschaft über den Morgenhimmel. Der Ringplanet verlagert seine Aufgänge von 4.45Uhr auf drei Uhr im Monatsverlauf. Damit dehnt er seine Sichtbarkeitsdauer von knapp einer Stunde auf etwa drei Stunden aus.

Am 5. September steht Uranus in Opposition zur Sonne. Uranus kann nun, wie Neptun, nahezu die gesamte Nacht über von mit Fernglas oder Fernrohr ausgerüsteten Beobachtern aufgesucht werden.

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