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Sternenhimmel im März : Mars im Stier, Saturn im Krebs

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Ein letztes Mal in diesem Jahrzehnt gibt es am 29. März eine totale Sonnenfinsternis. Erst 2008 findet die nächste Sonnenfinsternis statt - dann aber nur eine partielle. Aber auch so tut sich im März viel am Firmament.

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          Ein letztes Mal in diesem Jahrzehnt bietet sich am 29. März die Gelegenheit, eine totale Sonnenfinsternis zu beobachten - in von Mitteleuropa leicht zu erreichenden Gegenden. Danach findet nur noch eine partielle Sonnenfinsternis statt: am 1. August 2008. Der schmale Streifen, in welchem die Finsternis am 29. März total ist, beginnt im Osten Brasiliens, überquert den Atlantik und trifft an der Küste Ghanas auf den afrikanischen Kontinent. Durch Nigeria, Niger, Tschad und Libyen zieht der Kernschatten des Mondes weiter, um im Grenzgebiet zwischen Libyen und Ägypten das Mittelmeer zu erreichen. In der Nähe der türkischen Küstenstadt Antalya verläßt die Totalitätszone das Mittelmeer, quert die Türkei, Georgien, die südlichen Regionen Rußlands und Kasachstans und endet in der Mongolei. Im Osten Südamerikas, dem größten Teil Afrikas, ganz Europa und im westlichen Teil Asiens ist diese Finsternis als partielle Sonnenfinsternis sichtbar.

          In Frankfurt beginnt der Mond um 11.43 Uhr sich vor die Sonne zu schieben. Um 12.41 Uhr ist die maximale Phase erreicht. Dann sind etwa 30 Prozent der Sonnenscheibe vom Mond verdeckt. Um 13.39 Uhr gibt der Erdtrabant wieder die Sonne frei. Bereits zwei Wochen vor dieser Sonnenfinsternis findet in der Nacht vom 14. auf 15. März eine Halbschattenfinsternis des Mondes statt. Um 22.22 Uhr tritt der Mond in den Halbschatten der Erde ein, um ihn um 3.14 Uhr wieder zu verlassen. Bei Halbschattenfinsternissen wird die Sonne vom Mond aus gesehen nicht vollkommen von der Erde verdeckt. Daher wird das Licht unseres Erdtrabanten nur etwas abgeschwächt und schmutziggrau verfärbt. Diese Verfärbung ist am besten nahe der Finsternismitte gegen 0.47 Uhr, vor allem im südwestlichen Teil des Mondes, zu beobachten.

          Sternenhimmel ist zweigeteilt

          Am 20. März um 19.26 Uhr passiert die Sonne den Himmelsäquator und hält sich danach bis zum 23. September auf dem nördlichen Teil der Himmelskugel auf. Da die Mittagshöhe der Sonne in den Zeiten der Frühlingstagundnachtgleiche besonders rasch zunimmt, nämlich um fast zwölf Grad auf mehr als 44 Grad im Verlauf des Monats, dehnt sich auch die Länge des lichten Tags im März um nahezu zwei Stunden auf zwölf Stunden und 51 Minuten aus. In der Nacht vom 25. auf den 26. März werden die Uhren von Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) wieder auf die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) um eine Stunde vorgestellt. Dadurch ergibt sich bei den Auf- und Untergängen unseres Tagesgestirns ein scheinbarer Stillstand bei den Aufgangszeiten und ein Sprung von etwa zwei Stunden bei den Untergangszeiten.

          Auffallend am abendlichen Sternhimmel im März ist seine Zweiteilung. Auf der westlichen Himmelshälfte haben sich alle Wintersternbilder versammelt. Dabei haben sich der Stier und der Orion schon etwas der westlichen Horizontlinie genähert, halten sich aber noch in ausreichend großer Höhe auf, um ohne Schwierigkeit identifiziert werden zu können. Die übrigen Winterbilder, Fuhrmann, Zwillinge sowie Großer und Kleiner Hund, sind dagegen erst geringfügig im Südwesten tiefer gerückt. Damit ist auch das große Wintersechseck, bestehend aus den hellsten Sternen der genannten Bilder, nämlich Aldebaran, Rigel, Sirius, Prokyon, Pollux und Capella, noch vollständig sichtbar. Dies sind alles Fixsterne der ersten Größenklasse und heller.

          Ecksterne des Sommerdreiecks kündigen den Frühling an

          In der östlichen Himmelssphäre sind die Frühlingsbilder aufgegangen, voran der Löwe. Ihm folgt die Jungfrau, welche eben die Horizontlinie im Osten überschritten hat, und über ihr im Nordosten erkennt man den Bootes, dessen Konturen durchaus an eine Eistüte erinnern. Die Hauptsterne dieser drei Konstellationen, Regulus, Spika und Arkturus bilden ein großes Sternendreieck, das sogenannte Frühlingsdreieck. Getrennt werden Winter- und Frühlingssternbilder durch eine äußerst sternarme Zone, die vom Südhorizont zum Himmelspol, ungefähr parallel zur Wintermilchstraße, verläuft. Die dort befindlichen Sternbilder sind allesamt unscheinbar und nur schwer auszumachen. So gelingt es in unseren Breiten kaum, die wenigen, dicht am Südhorizont stehenden Sterne vierter Größe des erst 1752 von dem französischen Astronomen Lacaille eingeführten Bilds Kompaß zu erspähen.

          Tief im Nordwesten finden sich noch einige Reststerne des Herbsthimmels über der Horizontlinie. Es sind dies die Sternenkette der Andromeda sowie die Bilder Widder und Perseus. Der letztere bildet das Bindeglied zwischen den Herbst- und Winterbildern. Die Zirkumpolarbilder Kassiopeia und Kepheus haben im Norden ihren tiefsten Punkt erreicht. Unter dem Kepheus, direkt über dem Nordhorizont, können vielleicht bei exzellenter Sicht Deneb und Wega wahrgenommen werden. Die beiden nördlichen Ecksterne des Sommerdreiecks lassen schon die warme Jahreszeit erahnen.

          Venus bleibt Morgenstern

          Mars und Saturn sind im März die beiden planetaren Beobachtungsobjekte des Abendhimmels. Mars bewegt sich ostwärts im Stier und hält sich im März in der Nähe von Aldebaran auf. Der im Krebs befindliche Saturn ist ein weitaus interessanteres Objekt als der Mars. Sein hübscher Ring ist schon mit einem kleinen Fernrohr erkennbar. Der Ringplanet steht während des größten Teils der Nacht über dem Horizont. Erst kurz vor Beginn der Morgendämmerung geht der beringte Wandelstern unter. Die Venus bleibt auch im März strahlender Morgenstern. Etwa eineinhalb Stunden lang kann sie tief in der östlichen Himmelsregion vom Beginn der Morgendämmerung an beobachtet werden. Der Riesenplanet Jupiter geht zu Beginn des Monats kurz nach Mitternacht auf. Bis zum Monatsende verfrüht er seine Aufgänge um etwa zwei Stunden und wird damit auch zu einem Objekt des späten Abends. Merkur, Uranus und Neptun stehen sonnennah und sind während des gesamten Monats nicht beobachtbar.

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