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Sternenhimmel im Juni : Wettrennen von Venus und Jupiter

  • -Aktualisiert am

Venus und Jupiter dominieren den nächtlichen Himmel im Sommermonat Juni Bild: dpa

Der Sommer naht. Das zeigt sich auch im nächtlichen Himmel. Vorschau auf den Sternenhimmel im Juni.

          3 Min.

          Zwei hell strahlende Planeten dominieren den frühen westlichen Abendhimmel. Mit Einbruch der Dämmerung erscheint knapp über dem Nordwesthorizont ein heller Lichtpunkt, nämlich die Venus, unser innerer Nachbarplanet. Mit fortschreitender Dunkelheit taucht der etwas lichtschwächere aber immer noch recht helle Jupiter ebenfalls tief am Westhimmel auf. Es kommt zu Junibeginn zu einem Wettrennen zwischen dem Riesenplaneten und der Venus.

          Am 3. treffen sich Venus und Jupiter im Sternbild Zwillinge. Die beiden hellsten Planeten des irdischen Firmaments sind nahe beieinander zu sehen. Venus zieht in nur drei Vollmondbreiten nördlichem Abstand an Jupiter vorbei. Zu einer interessanten Konstellation kommt es am 13., wenn gegen 23 Uhr die schmale Sichel des zunehmenden Mondes am Nordwesthorizont zwischen Jupiter und Venus steht. Zu Monatsbeginn geht Jupiter gegen Mitternacht unter. Zur Monatsmitte wird er unbeobachtbar. Mars hat sich vom Abendhimmel zurückgezogen und ist nicht zu sehen. Erst im Laufe des Oktobers wird der Rote Planet wieder am Morgenhimmel auftauchen.

          Saturn im Stier hat sich ebenfalls von der nächtlichen Himmelsbühne verabschiedet. Vor kurzem konnte im Sternbild Stier mit der Raumsonde Pioneer 10 nochmals Kontakt aufgenommen werden. Pioneer 10 verließ im März 1972 die Erde. Sie ist die erste Raumsonde, die an Jupiter vorbeiflog. Rund sieben Stunden ist ein Funksignal von dem inzwischen 7,4 Milliarden Kilometer entfernten Objekt zur Erde unterwegs. In rund zwei Millionen Jahren könnte dieses Raumfahrzeug erstmals einer fremden Sonne begegnen.

          Der sonnenfernste und kleinste der neun Planeten, der erst 1930 entdeckte Pluto am Rande des Sonnensystems, kommt am 7. im Sternbild Schlangenträger. Um diesen lichtschwachen Planeten zu sehen, benötigt man schon ein leistungsfähiges Sternwartenteleskop. Unser direkter Nachbar im Weltall kommt am 11. exakt um 1.46 Uhr in Neumondposition. Dabei bedeckt er die Sonne. Da er am 4. mit 404.520 Kilometer Distanz in Erdferne steht, ist die dunkle Mondscheibe diesmal etwas kleiner als die Sonnenscheibe.

          Ringförmige Sonnenfinsternis

          Somit kommt es zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis, die leider von Mitteleuropa aus nicht beobachtbar ist. Von den meisten Gebieten Nordamerikas aus mit Ausnahme der Ostküste kann die Finsternis jedoch in den Abendstunden gesehen werden. Die Zone der ringförmigen Phase zieht sich vom südostasiatischen Inselgebiet fast ausschließlich über den nördlichen Pazifik und endet an der Mittelamerikanischen Westküste.

          Vollmond tritt am 24. um 23.42 Uhr ein. Er wird vom Halbschatten der Erde gestreift. Bereits um 23.27 Uhr sind 24 Prozent des scheinbaren Monddurchmessers im Halbschatten. Die Abschwächung des Mondlichtes ist dabei so minimal, dass sie praktisch nicht auffällt. Diese Halbschattenfinsternis des Mondes bleibt somit unbeobachtbar. Mit 369 310 Kilometer Entfernung von uns steht der Mond am 19. in Erdnähe. Am abendlichen Fixsternhimmel wird die Umstellung zum Sommerhimmel allmählich bemerkbar. Die Wintersternbilder sind fast allesamt von der Himmelsbühne abgetreten.

          Frühlingsdreieck verschiebt sich nach Westen

          Das Frühlingsdreieck mit den hellen Sternen Arktur im Bootes, Regulus im Löwen und Spica in der Jungfrau hat sich nach Westen verschoben. Im Osten ist dagegen das Sommerdreieck mit Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler aufgegangen. Immer noch steil über unseren Köpfen steht der Große Wagen. Knapp neben dem Sternbild Bootes in der Nähe des hellen, orange roten Arktur fällt ein kleiner, aber einprägsamer Sternenhalbkreis auf. Er markiert die Nördliche Krone. Der etwas hellere Stern in diesem Halbrund an fast gleich hellen Sternen heißt Gemma und soll den funkelnden Edelstein im Goldgeschmeide der Krone darstellen. 75 Lichtjahre trennen uns von Gemma. Die klassische Sage erzählt, dass die Krone einst dem kretischen Helden Theseus von der Meeresgöttin Amphitrite geschenkt wurde.

          Wendekreis des Krebses

          Die Sonne erklimmt am 21. Juni um 15.24 Uhr den Gipfel ihrer Jahresbahn, der Sommer hält Einzug, zumindest am Sternenhimmel. Am 21. Juni haben wir in unseren Breiten den längsten Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Der Sommerpunkt liegt im Sternbild Stier an der Grenze zu den Zwillingen. Er markiert den Beginn des Tierkreiszeichens Krebs, weshalb man vom „Wendekreis des Krebses“ spricht. Bereits um 19 Uhr am 21. wechselt die Sonne aus dem Sternbild Stier in das der Zwillinge.

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