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Sternenhimmel im Februar : Venus und Mars hinterm Mond

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Der Stier gehört zu den Wintersternbildern. Zwei seiner Sterne werden im Februar vom Mond verdeckt. Im Laufe des Jahres werden auch Saturn, Venus und Mars für kurze Zeit hinter dem Erdtrabanten verschwinden.

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          In den ersten Februartagen befinden wir uns schon wieder halbwegs zwischen der Wintersonnenwende und der Frühlings-tagundnachtgleiche, was sich in einem deutlichen Anwachsen der Tageslänge bemerkbar macht. Die Sonne verweilt am letzten Februartag eine Stunde und 36 Minuten länger über dem Horizont als zu Beginn des Monats, da die Mittagshöhe unseres Tagesgestirns im Monatsverlauf um beachtliche neun Grad auf 32 Grad ansteigt. Beim Blick an den Sternhimmel wird unsere Aufmerksamkeit unwillkürlich auf die an hellen Sternen reichen Konstellationen des Winterhimmels gelenkt, die den Südteil des Himmels einnehmen. Während Stier, Fuhrmann und Orion bereits die Südlinie überschritten haben, stehen Zwillinge sowie Großer und Kleiner Hund unmittelbar davor.

          Der Stier führt die Gruppe der Wintersternbilder an. Er enthält mit den Plejaden und den Hyaden zwei bemerkenswerte offene Sternhaufen, welche leicht mit bloßem Auge zu erkennen sind. In der Nacht vom 23. auf den 24. Februar streift der zunehmende Halbmond am nordwestlichen Rand der Plejaden vorbei und bedeckt dabei mit Taygeta und Maia zwei Plejadensterne der vierten Größenklasse. Mit Hilfe eines Fernglases können diese Ereignisse leicht verfolgt werden. Besitzer leistungsstärkerer Teleskope können in dieser Nacht noch weitere Bedeckungen von schwächeren Plejadensternen beobachten. Da Fixsterne praktisch punktförmige Lichtquellen sind und der Mond keine Atmosphäre besitzt, erfolgt das Verschwinden der Sterne schlagartig.

          Milchstraßenband im Winter dunkler als im Sommer

          Die exakte Messung der Bedeckungszeit ist ein einfaches Mittel, um den Ort und damit die Bewegung des Mondes zu bestimmen. Daher werden diese Ereignisse auch vorausberechnet und in den astronomischen Jahrbüchern mitgeteilt. Dieses Jahr finden im August und im Dezember noch weitere Plejadenbedeckungen statt. Das Jahr 2007 ist reich an Bedeckungen von Fixsternen und Planeten durch den Mond: Viermal wird mit Regulus ein Stern der ersten Größenklasse bedeckt, der Planet Saturn ist zweimal an der Reihe, und Venus sowie Mars verschwinden je einmal hinter unserem Erdtrabanten.

          Die Milchstraße strebt, vom Südosthorizont ausgehend, steil Richtung Zenit empor und fällt danach wieder Richtung Nordhorizont ab. Sie zeigt ihre weniger auffälligen und lichtschwächeren Regionen. Wenn wir die Milchstraßengebiete im südlichen Teil des Fuhrmanns betrachten, blicken wir Richtung Antizentrum des Milchstraßensystems. Das im Schützen gelegene, 26.000 Lichtjahre von uns entfernte Zentrum unserer Milchstraße mit seinem Sternreichtum haben wir dann genau im Rücken. Wir sehen sozusagen die Ausläufer unseres Sternsystems, obwohl sich diese noch bis etwa 20.000 Lichtjahre weit in den Raum hinaus erstrecken.

          Daher ist das Milchstraßenband des Winterhimmels bei weitem nicht so hell wie die Sommermilchstraße und kann nur bei guten Sichtbedingungen wahrgenommen werden. Dennoch lohnt es sich, die Wintermilchstraße mit einem Fernglas im Bereich der Sternbilder Fuhrmann, Zwillinge, Orion, Einhorn sowie Großem und Kleinem Hund zu durchmustern. Neben einer beeindruckenden Sternenfülle sind auch etliche Sternhaufen und der berühmte Gasnebel M 42 im Orion zu sehen.

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