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Stehroller : Segway-Eigentümer stürzt in den Tod

  • Aktualisiert am
James Heselden
          1 Min.

          Der 62-jährige James Heselden ist mit einem seiner Elektroroller tödlich verunglückt. Die Leiche des 62-jährigen Millionärs sei am Sonntag in einem Fluss unweit seines Hauses in Nordengland entdeckt worden, teilte eines Polizeisprecherin am Montag mit. Wie es zu dem Unfall kam, wusste die Polizei noch nicht exakt zu sagen.

          Vermutlich sei Heselden mit dem Scooter über eine Klippe gestürzt und in den Fluss gefallen, berichtete die Sprecherin. Ein Zeuge habe den Vorfall beobachtet und man gehe nicht davon aus, dass eine andere Person in den Vorfall verwickelt sei. Die Ermittler gehen von einem Unfall aus.

          Heselden hatte erst im vergangenen Dezember die unter Absatzproblemen leidende amerikanische Firma Segway übernommen.

          Segways sind zweirädrige Roller mit einem Elektromotor, die auch in Deutschland zugelassen sind
          Segways sind zweirädrige Roller mit einem Elektromotor, die auch in Deutschland zugelassen sind : Bild: AP

          Den großen Durchbruch haben die Segways nicht geschafft

          Die Erfindung des eigenartigen Hightech-Scooters vor neun Jahren sollte den Straßenverkehr revolutionieren: Der Fahrer bewegt das zweirädrige Gefährt in stehender Position; lehnt er sich leicht nach vorne, beschleunigt es bis zu einer Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern. Erfunden hatte das durch Gyroskope stabilisierte Gefährt der Amerikaner Dean Kaman.

          Der große Erfolg der Roller blieb jedoch aus: 40.000 Segways sollten Jahr für Jahr auf der Welt abgesetzt werden. Tatsächlich wird eine bisher erreichte Gesamtverkaufszahl von rund 140.000 kolportiert. Auch in Deutschland sehen die Zahlen nicht gut aus (siehe Segway-Roller: Nischenprodukt statt Massenphänomen). Daran änderte auch die Straßenzulassung nichts, die der Segway seit Sommer 2009 besitzt und für den eigens eine neue Fahrzeugklasse mit der Bezeichnung „elektronische Mobilitätshilfe“ geschaffen wurde.

          Sandsäcke für die Streitkräfte

          Der jetzt tödlich verunglückte James Heselden galt als einer der 400 reichsten Menschen in Großbritannien. Er hatte mit 15 die Schule verlassen und wurde zunächst Bergarbeiter.

          Zum Multimillionär wurde er mit seinem Unternehmen Hesco Bastion, das spezielle Sandsäcke für Streitkräfte entwickelte. Bei dem „mobilen Sandsack“ handelt es sich um eine schnell zu errichtende Befestigungsanlage, wie sie gerne im Irak und in Afghanistan, aber auch bei Hochwasser eingesetzt wird.

          In seiner Heimat um die Stadt Leeds war Heselden als großzügiger Spender bekannt, der Millionen für die Bekämpfung der Armut gab. Erst in diesem Monat hatte er zehn Millionen Pfund (12 Millionen Euro) einer örtlichen Stiftung vermacht. Insgesamt spendete er mehr als 27 Millionen Euro. Heselden sei bemerkenswert „selbstlos und großzügig“ gewesen, sagte der Leiter der Kommunalbehörden in Leeds, Tom Riordan.

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