https://www.faz.net/-gum-7ixzf

Statue in Qatar : Zinedine Zidane wird ein weiteres Mal demontiert

  • -Aktualisiert am

„Coup de Tête“: Schon nach wenigen Wochen in Doha wird die Statue wieder entfernt. Bild: AFP

Schon in Frankreich hatte die Statue Empörung hervorgerufen, nun wird sie auch in Qatar wieder abgebaut. Zinedine Zidanes legendärer Kopfstoß muss von der Promenade ins Museum.

          1 Min.

          Es sollte eine Attraktion für Touristen und Bewohner werden, doch daraus wird nun erst einmal nichts. Der „Coup de Tête“, die fünf Meter hohe Bronzestatue von Zinedine Zidanes legendärem Kopfstoß gegen Italiens Verteidiger Marco Materazzi vom WM-Finale 2006, wird von der Corniche in Doha entfernt – und ins „Museum of Modern Arab Art“ (Mathaf) verbannt. Das meldete die Online-Zeitung „Doha News“.

          Die staatliche „Qatar Museum Authoriy“ (QMA) hatte die Statue des algerischen Künstlers Adel Abdessemed für eine unbekannte Summe erworben. Die Installation der Skulptur an der exponierten Stelle hatte für eine heftige Kontroverse gesorgt. Auf Twitter empörten sich Nutzer, die Statue sei nicht mit dem Islam vereinbar.

          Nun rudert die QMA zurück. „Coup de Tête“ werde sich zu Abdessemeds Einzelausstellung gesellen, die in dem Kunstmuseum bis zum 5. Januar zu sehen sei, sagte der Marketing-Direktor der QMA, Kimberly French, den „Doha News“. In dem Museum ist derzeit Abdessemeds Präsentation „L’Age d’Or“ zu sehen. Die Ausstellung – unter anderem wird ein Video von brennenden Hühnern gezeigt – ist nicht weniger kontrovers. Es läuft bereits eine Petition gegen die Schau. Er wisse nicht, ob es sich um einen Sinneswandel handele, sagte French. Man hätte es zuerst für besser befunden, die Kunstwerke zu trennen. Doch jetzt wolle man sie zusammen zeigen.

          Die abrupte Planänderung ist wohl allein den Protesten geschuldet. Auf Twitter wurde die Entscheidung mehrheitlich begrüßt. User Noor Al-Tamimi twitterte: „Ich bin wirklich beeindruckt. Die Statue hatte nichts mit unserer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu tun.“ Khalid Abdullah sekundierte, die Skulptur sei kulturell unbedeutend. Auf Fotos ist zu sehen, wie die Statue von einem Lastwagen an der Uferpromenade abtransportiert wird. Ein Bild mit Symbolcharakter: Eine Fußballlegende wurde öffentlich demontiert.

          Weitere Themen

          Vulkanausbruch auf Kanareninsel La Palma

          Mehrere Eruptionen : Vulkanausbruch auf Kanareninsel La Palma

          Fachleute hatten es befürchtet: Nach vielen kleinen Erdstößen ist ein Vulkan auf La Palma ausgebrochen. Lava und Asche schleudern durch die Luft. Seit Sonntagnachmittag wurden mehrere Tausend Menschen in Sicherheit gebracht.

          Topmeldungen

          Olaf Scholz, Annalena Baerbock und Armin Laschet während des Triells

          Das letzte Triell : Dieses Mal war Scholz vorbereitet

          Baerbock, Scholz und Laschet hatten nochmals die Chance, ihre Schlagfertigkeit zu zeigen. Der Sozialdemokrat und die Grüne präsentierten sich als Partner von morgen.
          Wähler in St. Petersburg betrachten ihre Wahlzettel.

          Parlamentswahl in Russland : Kremlpartei dominiert weiterhin die Duma

          Wladimir Putin stand nicht zur Wahl, doch wenn Anhänger der Partei Geeintes Russland ihren Wahlsieg feiern, rufen sie seinen Namen. Auch im neuen Parlament geben sie den Ton an. Kein Wunder, sagen Kritiker – Gegner waren meist ausgeschlossen, und es habe massiven Wahlbetrug gegeben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.