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Statistik : Spendenbereitschaft der Deutschen ungebrochen

  • Aktualisiert am

82 Prozent für humanitäre Zwecke Bild: dpa

Das meiste Geld spenden die Deutschen für humanitäre Zwecke. Im Süden Deutschlands ist man besonders großzügig, im Osten wird am wenigstens gespendet. Eine Bereitschaft wie bei der Tsunami-Katastrophe wird es wahrscheinlich so schnell nicht mehr geben.

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          Die Deutschen spenden weiterhin auf hohem Niveau: Von Juli 2005 bis Juni 2006 wurden mit insgesamt 2.056 Millionen Euro sogar 77 Millionen Euro mehr gespendet als im Vorjahreszeitraum - allerdings nach Herausrechnen der „Tsunami-Spendenwelle“. Das berichteten der Deutsche Spendenrat und die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bei der Vorstellung der „Bilanz des Helfens 2005/06“ in Berlin. Auch der Wert der ehrenamtlich geleisteten Stunden (Zeitspenden) stieg: Ihr Gesamtwert wuchs um 2,3 Milliarden auf 53,3 Milliarden Euro, wenn man bei 3,5 Milliarden geleisteten Ehrenamt-Stunden einen Lohn von 15,24 Euro zu Grunde lege, hieß es.

          „Deshalb setzt sich der Deutsche Spendenrat nachdrücklich dafür ein, Geld- und Zeitspenden steuerlich gleich zu behandeln“, betonte Spendenrat-Vorsitzender Willi Haas. Insgesamt belaufe sich die ehrenamtlich geleistete Summe auf ein Fünftel des Bundeshaushaltes. In allen Altersgruppen ab 30 sei das ehrenamtliche Engagement im vergangenen Jahr gestiegen.

          82 Prozent für humanitäre Zwecke

          Insgesamt machten die Geldspenden für humanitäre Zwecke mit 82 Prozent den Löwenanteil aus, allerdings mit leicht abnehmender Tendenz (85 Prozent 2004/05). Am zweithäufigsten spenden die Deutschen für Kultur- und Denkmalpflege (6,5 Prozent), gefolgt von Umweltschutz (3,5 Prozent) und Tierschutz (3,1 Prozent). Spendenmonat Nummer eins ist traditionell der Dezember.

          Mit Blick auf die regionale Verteilung resümierte Haas: „Im Süden Deutschlands wird am meisten gespendet, im Osten am wenigsten.“ Höhe und Zahl der Spenden waren in den östlichen Bundesländern geringer. Dort sei die Skepsis über die Verwendung der Spendengelder am höchsten. „Das Mißtrauen gegenüber den Spendenorganisationen beruht auf einer Fehlwahrnehmung“, betonte Haas. Die Verwaltungskosten beliefen sich bei den im Spendenrat zusammengeschlossenen Organisationen auf vier bis sieben Prozent.

          Allgemein spenden die Deutschen am liebsten Projekt-ungebunden. Allerdings bilden die derzeit wenig freigiebigen 20- bis 29jährigen eine Ausnahme: Sie würden laut Fragebogen mehr Geld geben, wenn sie
          konkrete Projekte unterstützen könnten. „Hier liegt ein Potential für die Hilfsorganisationen“, folgerte Haas.

          Für die Studie wird das Spendenverhalten einer Testgruppe von 10.000 Deutschen per Stichprobe monatlich abgefragt.

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