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Statistik : Ein sonniges und stürmisches Jahr

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Chicago ist die „dickste Stadt Amerikas” Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Das neue Jahr hat kaum begonnen, da zeigen die ersten Meldungen der Statistiker: 2005 war das Jahr der Verspätungen, der Lottogewinner, der Heiratsmuffel, des Konklaves und des Uhus.

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          Rußland fliegt den Amerikanern im Weltraum davon. Mit 26 Trägerraketen wurden insgesamt 36 Satelliten auf ihre Umlaufbahnen gebracht. Das sind 45 Prozent aller Starts auf der Welt, sagt der Chef der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos, Anatoli Perminow.

          Die Vereinigten Staaten liegen mit zwölf Starts auf Platz zwei, gleichauf mit der Europäischen Weltraumorganisation Esa. Allerdings gab es bei den Russen auch drei Fehlstarts: So stürzte im September der europäische Eisbeobachtungssatellit „CryoSat“ ins Meer.

          Drogenmißbrauch

          Die Zahl der Drogentoten ist im vergangenen Jahr abermals gesunken. Nach vorläufigen Zahlen der Länder ging sie von 1.385 im Jahr 2004 auf etwa 1.200 zurück. Das entspricht einem Minus von mehr als 13 Prozent. Nach Einschätzung der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) spielt gerade in Großstädten die medizinische Versorgung von Süchtigen eine wichtige Rolle. Außerdem gebe es inzwischen weniger Hemmungen, bei Notfällen den Rettungsdienst zu rufen.

          Die Sonne schien länger als sonst: Es gab 1.766 Sonnenscheinstunden

          Die meisten Drogentoten gab es im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen. Die Zahl ging dort aber von 324 auf 302 zurück. Die Landesregierung setzt dabei auf die Verfolgung des Drogenhandels und die Betreuung der Süchtigen. Das Netz ambulanter und stationärer Angebote für Süchtige trug zur sinkenden Zahl der Todesopfer bei. In Berlin zählten die Behörden bis Ende November 174 Drogentote (Vorjahr 192). Weniger Tote gab es auch in Baden-Württemberg (152, minus 22) und Hessen (100, minus 26). In Rheinland-Pfalz dagegen stieg die Zahl deutlich von 36 auf 52, im benachbarten Saarland von 7 auf 12. Ähnliche Zahlen waren in beiden Ländern schon in den Jahren vor 2004 registriert worden.

          Deutsche Bahn

          Die Deutsche Bahn ist nicht mehr ganz so pünktlich. Nach einer internen Erhebung sind im vergangenen Jahr 15 Prozent aller Fernverkehrszüge mit Verspätung angekommen, das ist ein Prozentpunkt mehr als 2004. Auch der Nahverkehr war weniger pünktlich: 2004 kamen 93 Prozent aller Züge pünktlich an, 2005 waren es 92 Prozent. Ursache der Verspätungen seien meist Bau- und Reparaturmaßnahmen gewesen. Außerdem gab es mehr Störungen durch Wetter.

          Ernährung

          Die Deutschen essen wieder mehr Fleisch. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verzehr stieg im vergangenen Jahr um 400 Gramm auf 61,1 Kilogramm, teilt die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mit. Nach der Absatzkrise mit dem Tiefstwert von 59,2 Kilogramm im Jahr 2001 als Folge des Rinderwahnsinns BSE hat der Konsum ständig zugenommen.

          Am liebsten beißen die Deutschen ins Schwein: Der Konsum betrug 39,5 Kilogramm, beim Rind- und Kalbfleisch waren es 8,8 Kilogramm, beim Geflügel 10,8 Kilogramm. Der Rest entfiel auf Lamm- und Wildfleisch sowie Innereien. Trotz der Berichte über Gammelfleisch hätten die Konsumenten ihr Kaufverhalten kaum verändert. Auch wurde deutlich mehr zum Gemüse gegriffen. Der Konsum pro Kopf stieg im Schnitt von 84,7 auf 86,7 Kilogramm. Einen höheren Verbrauch gab es ebenso für Milch und Sauermilchprodukte. Kartoffeln wurden nur noch 66,5 Kilogramm gegessen - mehr als die Hälfte davon als Fertigprodukte wie Chips.

          Reisen

          Wer als Tourist oder Geschäftsreisender in einem der 25 EU-Länder einen Oberschüler auf deutsch anspricht, hat - außer in Deutschland und Österreich - in Luxemburg die meisten Chancen, in dieser Sprache eine Antwort zu erhalten. 96,3 Prozent der Schüler der Sekundarstufe II erhielten in Luxemburg Deutschunterricht, berichtet das EU-Statistikamt Eurostat.

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