https://www.faz.net/-gum-tk9g

Star-Trek-Auktion : So schön war die Zukunft

  • Aktualisiert am

Haben Sie Lust, Ihr Wohnzimmer in die Brücke des Raumschiff Enterprise zu verwandeln und in Captain Kirks Kommandosessel alte Star-Trek-Folgen auf DVD anzuschauen? 40 Jahre ist der Weltraum-Kult nun alt, und Christie's versteigert in New York die Original-Requisiten.

          2 Min.

          Die Zukunft läßt sich kaufen. Auch wenn sie schon etwas ramponiert ist. Mr. Spocks spitze Ohren sind schon ab 200 Dollar zu haben. Für 8000 Dollar kann man sich zu Hause auf dem Chefsessel von Captain Kirk räkeln. Und wer plant, sein Wohnzimmer in die Kommando-Brücke vom „Raumschiff Enterprise“ zu verwandeln, muß mindestens 20.000 Dollar hinblättern. Das Auktionshaus Christie's bietet bis zum kommenden Samstag in New York eine spektakuläre Versteigerung für wahre Fans der Science-Fiction-Serie: 4000 Original-Kostüme und Raumschiffmodelle, legendäre Requisiten und Waffen kommen unter den Hammer. Die Stücke stammen aus den insgesamt sechs Fernsehserien und zehn Kinofilmen.

          Da geraten selbst ansonsten abgeklärte Auktionäre ins Schwärmen: „Hier steckt Magie drin. Eine solche Sammlung war noch nie auf dem Markt“, sagte Catherine Elkies von Christie's. Anläßlich des Jubiläums zum Start der Kult-Serie „Star Trek“ (Raumschiff Enterprise) vor 40 Jahren öffneten die CBS Paramount Studios ihre fünf Lagerhallen in Los Angeles. „Wir durften alles sichten und haben das beste vom besten herausgesucht“, so Elkies.

          Aus Fernsehserie wurde ein Phänomen

          In dem renommierten Auktionshaus neben dem Rockefeller Center riecht es deshalb ein bißchen wie in einem Secondhand-Laden. Aber die leicht schäbigen, futuristisch anmutenden Stühle in Nasa-blau, die in liebevoller Handarbeit gefertigten Raumschiffe und die Stangen voll aufwendiger Kostüme inspirierten vier Jahrzehnte lang die Phantasie Millionen begeisterter „Trekkies“. Liebend gerne werden sie einen „Kommunikator“ (Zukunftsvision eines Handys) oder außerirdischen Schmuck ersteigern, den Helen Bailey von Christie's als „durchaus tragbar“ bezeichnet. Sie schätzt, daß die dreitägige Auktion zwei bis drei Millionen Dollar einbringen wird.

          Fernsehsessel, gebraucht: Mindestgebot 8000 Dollar für Kirks Kommandostuhl Bilderstrecke
          Star-Trek-Auktion : So schön war die Zukunft

          Als 1966 William Shatner alias Captain Kirk zum ersten Mal in seinen senfgelben Raumanzug stieg, war weder ihm noch Drehbuchautor Gene Roddenberry klar, daß sie damit auf dem Planeten Erde ein neues Phänomen starten würden. Jetzt ist seine Uniform aus dem Kinofilm „Der Zorn des Khan“ von 1982 für 6000 bis 8000 Dollar zu haben. „Raumschiff Enterprise“ wurde nicht nur zum lukrativen Franchise, und gab Hollywood-Stars wie Patrick Stewart, Woopie Goldberg oder Teri Hatcher einen Kick, sondern hat seit vierzig Jahren auch einen „ganz erheblichen Einfluß auf die Pop-Kultur“, wie Elkies betont.

          Original-Kostüme gut gepflegt

          Sehr gewagt erscheint das zweifarbige Kostüm einer Androidenfrau namens Andrea aus der Original-Serie: Es wurde nur über der Brust gekreuzt. Auch das Minikleid von Kommunikations-Offizierin Uhura ist durchaus sexy und hat Sechziger-Jahre-Schick (geschätzt auf 3000 bis 5000 Dollar). Es ist erstaunlich gut erhalten. „Damals war es sehr aufwendig, diese Kostüme herzustellen, deshalb wurden sie gut gepflegt“, weiß Bailey. Begeistert von der „hervorragenden Qualität“ zeigt sie sich auch bei einem perlenbestickten Kleid eines Vulkaniers aus einem der Kinofilme.

          Weil nicht alle Fans von fernen Galaxien anreisen können, um bei Christie's mitzubieten, hat das Auktionshaus die Technologie des 21. Jahrhunderts mobilisiert: Per Internet kann live mitgeboten werden (www.christies.com/special_sites/startrek/overview.asp). Deutsche Fans hatten übrigens schon im Mai bei einem Star Trek-Kongreß in Fulda die Chance, die Requisiten zu bewundern. Dort sieht Christie's auch die zweitgrößte Ansammlung von „Trekkies“ nach den Vereinigten Staaten: „Das lustige war, daß ich nicht immer sagen konnte, ob sie deutsch oder klingonisch sprachen“, sagte Amerikanerin Elkies über ihren Besuch in Deutschland.

          Weitere Themen

          Vulkanausbruch auf Kanareninsel La Palma

          Mehrere Eruptionen : Vulkanausbruch auf Kanareninsel La Palma

          Fachleute hatten es befürchtet: Nach vielen kleinen Erdstößen ist ein Vulkan auf La Palma ausgebrochen. Lava und Asche schleudern durch die Luft – das Gebiet soll aber größtenteils unbewohnt sein.

          „Ich bin etwas desillusioniert“

          Lungenarzt Cihan Çelik : „Ich bin etwas desillusioniert“

          In seiner Klinik wurden in dieser Woche schon mehr Corona-Patienten betreut, als Richtwerte der Politik vorsehen. Lungenarzt Cihan Çelik über frustriertes Personal, die Nachlässigkeit der Ungeimpften und Patienten, die ausgeflogen werden müssen.

          Topmeldungen

          Christian Lindner beim FDP-Parteitag am Sonntag in Berlin.

          FDP vor der Wahl : Lindner will Stimmen aus Überzeugung, nicht aus Kalkül

          Die Freidemokraten sinnieren darüber, wer sie wählt und warum. Aus Taktik sollten die Leute nicht für die FDP stimmen, sagt Parteichef Lindner. Doch die Vorzeichen haben sich während des Wahlkampfs dramatisch verändert.
          Zollfahndung im Einsatz in Köln

          Ermittlungen gegen die FIU : Kapitulation vor den Geldwäschern

          Die Spezialeinheit FIU versagt in der Aufdeckung. Das kann nun auch Finanzminister und Kanzlerkandidat Olaf Scholz schaden. Seit Jahren ist die Zahl der verfolgten Geldwäsche-Delikte rückläufig.
          Blick vom Parlamentsberg auf Kanadas Hauptstadt Ottawa

          Riskante Wette : Trudeau gegen Kanadas Trump

          Der Regierungschef will die Wahl zum Referendum über seine Pandemie-Politik machen. Hat er sich damit verzockt? Es scheint auf jeden Fall eng zu werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.