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Staatsanwaltschaft untersucht Todesumstände : Leiche von Bruno H. Schubert exhumiert

  • Aktualisiert am

Bruno H. Schubert mit Ehefrau Meharit, 2009 Bild: Eilmes, Wolfgang

Um zu klären, ob der einstige Frankfurter „Bierkönig“ Bruno H. Schubert wirklich an Altersschwäche starb, ist seine Leiche exhumiert worden.

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          Die Leiche des Frankfurter Ehrenbürgers Bruno H. Schubert ist exhumiert worden, weil die Staatsanwaltschaft die Todesumstände näher unter die Lupe nehmen will. Eine Polizeisprecherin bestätigte am Samstag einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Schubert war im Oktober 2010 mit 90 Jahren gestorben. Die Staatsanwaltschaft hatte später ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Laut „Bild“ besteht der Verdacht, dass Schubert absichtlich nicht richtig versorgt wurde und dann verdurstete. Um das Erbe gibt es einen erbitterten Streit.

          Es stehen sich gegenüber: Meharit Schubert, Witwe des einstigen Eigentümers der Henninger-Brauerei, und eine von Schubert gegründete Umweltstiftung. Im vergangenen Jahr hatte das Frankfurter Landgericht die Witwe zur alleinigen Erbin erklärt. Sie hatte gegen die von ihrem 64 Jahre älteren Mann einst ins Leben gerufene Umweltstiftung geklagt. Die Stiftung war ursprünglich als Erbin eingesetzt worden - Jahre bevor Schubert seine zweite Frau heiratete. Die Stiftung gab nicht auf und legte Rechtsmittel ein.

          Nachlassstreit vor dem Oberlandesgericht

          Die Anwälte der Witwe sehen in der Exhumierung der Leiche laut „Bild“ nun ein neues Störfeuer, gesteuert von Schuberts unehelichem Sohn. Es solle verhindert werden, dass Meharit Schubert im Juni in der nächsten Runde des Nachlassstreits vor dem Oberlandesgericht als Erbin bestätigt werde.

          Nach Auskunft der Polizeisprecherin wurde die Leiche am Freitag exhumiert und soll nun im Auftrag der Staatsanwaltschaft untersucht werden. Weitere Angaben machte sie nicht. Die Staatsanwaltschaft war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

          Schubert war jahrzehntelang als „Frankfurter Bierkönig“ bekannt. Er hatte 1979 die traditionsreiche Henninger-Brauerei verkauft und sich seitdem im Umweltschutz engagiert. Für sein Engagement hatte ihm die Stadt die Ehrenbürgerwürde verliehen.

          Öffentlich ist nach wie vor nicht bekannt, welches Vermögen Schubert überhaupt hinterlassen hat. Ein Ende der Geschichte ist noch nicht absehbar.

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