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Spracherkennungssysteme : Das Verbmobil ist ein digitaler Dolmetscher

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Die Forschung an Spracherkennungssystemen hat mit dem Verbmobil ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Das System übersetzt zum Beispiel Geschäftstermine.

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          Das Verbmobil verarbeitet Sprache in mehreren Stufen. Das System erkennt gesprochene Spontansprache über ein Mikrofon und analysiert die eingesprochenen Wörter und Sätze. In einem weiteren Schritt übersetzt es intern die Sätze in eine andere Sprache wie Englisch oder Japanisch. Schließlich werden die übersetzten Sätze von dem System ausgesprochen.

          Unter der Leitung von Wolfgang Wahlster hat das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in saarbrücken das Verbmobil entwickelt.

          Terminabsprachen via Computer

          Ein mögliches Anwendungsfeld sind Telefongespräche, die im Ausland in der jeweils eigenen Sprache geführt und vom Verbmobilserver übersetzt werden. Am Beispiel: Ein ausländischer Geschäftreisender will in Deutschland eine Fahrkartenauskunft anrufen oder ein Hotel reservieren. Er ruft mit einem Handy, das an den Verbmobil-Server gekoppelt ist, die Auskunft der Bahn oder die Hotelrezeption an und führt sein Gespräch auf Englisch.

          Die jeweiligen Gesprächspartner empfangen seine ins Deutsche übersetzten Sätze und geben Antworten ebenfalls in Deutsch. Diese werden wiederum ins Englisch übersetzt. Beide Gesprächspartner führen also den Dialog in ihrer eigenen Sprache und verstehen sich dank Verbmobil, auch wenn sie die jeweils andere Sprache nicht sprechen.

          Das Forschung für das Verbmobil wird vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF) gefördert. Im letzten Jahr bekam Wahlster den Deutschen Zukunftspreis für sein Projekt „Sprachverstehende Computer als Dialog- und Übersetzungsassistenten“. Der Preis des Bundespräsidenten wird jährlich für herausragende, ingenieur- oder naturwissenschaftliche Innovationen vergeben. Der Zukunftspreis ist mit 250.000 Euro dotiert.

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