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Sportkletterer David Lama : Ohne Hilfsmittel über die Kompressor-Route

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Der Bezwungene: Steil und glatt ragen die Granitwände des Cerro Torre an der Grenze zwischen Chile und Argentinien in den Himmel Bild: ddp

Er ist einer der schönsten und zugleich einer der schwierigsten Berge der Welt: der Cerro Torre in Patagonien. Der 21 Jahre alte David Lama bezwang ihn nun über die sogenannte Kompressor-Route - als erster ohne technische Hilfsmittel.

          Als der Italiener Cesare Maestri 1970 bei seinem Versuch, auf den 3130 Meter hohen Cerro Torre im argentinisch-chilenischen Grenzgebiet zu klettern, mit einem Kompressor 300 Löcher in den patagonischen Granit bohrte und Sicherungshaken darin verankerte, wurde ihm das als sportethischer Frevel vorgeworfen. Jetzt ist dem Österreicher David Lama gelungen, was bis dato undenkbar schien: Der 21 Jahre alte Sportkletterer durchstieg die „Kompressorroute“ ohne technische Hilfsmittel wie Haken, die als Griffe und Tritte genutzt werden, oder Strickleitern. Lama arbeitete sich ausschließlich am Fels hinauf.

          Der Bezwinger: David Lama bei der Europameisterschaft der Sportkletterer 2010 in Österreich

          „Mehr als drei Jahre war ich von der Idee, die Kompressorroute am Cerro Torre frei zu klettern, getrieben. Und nun ist dieser Traum Wirklichkeit geworden. Für mich ist diese erste freie Begehung der Südostkante des Cerro Torre das Ende meines bislang wohl größten Abenteuers", schreibt Lama auf seiner Homepage.

          Andere Kletterer schafften es nur mit Bohrhaken

          Das Internetportal „bergleben.de“ hatte in der vergangenen Woche noch berichtet, der Kanadier Hayden Kennedy und der Amerikaner Jason Kruk hätten die erste Begehung der Kompressorroute „by fair means“ geschafft. Später erwähnten die Bergsteiger dann, dass sie fünf schon gesetzte Bohrhaken zu Absicherung nutzten - und dass sie auf dem Gipfel die Entscheidung trafen, beim Abseilen „ungefähr 100“ von Maestris Bohrhaken aus der Route zu entfernen. Das brachte ihnen laut bergleben.de nicht nur Lob ein, denn noch 2007 hätten sich bei einer Abstimmung viele Alpinisten gegen die Entfernung der Bohrhaken aus der Route ausgesprochen, die heute den Normalweg zum Gipfel bilde. Auch für Lama wurde es dann ohne die frisch entfernten Haken nicht einfacher.

          Nur selten ist das Wetter im Süden Patagoniens so gut - jede Besteigung des Cerro Torre ist deshalb auch ein Geduldsspiel

          Der Cerro Torre gilt unter Bergsteigern als einer der schwierigsten und zugleich schönsten Berge der Welt. Wegen seiner steil aufragenden, glatten Wände und des extrem widrigen Wetters in Patagonien sind nur sehr wenige Expeditionen erfolgreich. Die erste einwandfrei anerkannte Besteigung des Cerro Torre gelang Casimiro Ferrari im Jahr 1974.

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