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Spielwaren : Der plüschige Bettgenosse wird 100

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Da leuchten die Augen von Kindern und Erwachsenen Bild: dpa

Der Teddybär trat vor 100 Jahren von Ulm aus seinen Siegeszug um die Welt an.

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          Kaum vorstellbar, dass Kinder früher einmal ohne Teddybär auskommen mussten. Doch erst vor 100 Jahren begann die Textilfirma von Margarete Steiff in Giengen bei Ulm mit der Produktion der herzigen Plüschkameraden. Heute stellt die Steiff GmbH jährlich 1,5 Millionen Stofftiere her. Jedes dritte ist ein Teddybär, und fast die Hälfte wird in alle Welt exportiert.

          Ein Ende des Teddybären-Booms ist nicht abzusehen - im Gegenteil: Seit etwa zehn Jahren ist in Deutschland eine heiße Sammelleidenschaft ausgebrochen. Begehrte Sammlerstücke erzielen Preise bis zu 200.000 Euro.

          Der Teddybär passte in die Zeit: Reformpädagogen wie Maria Montessori oder Hermann Lietz hatten um 1900 die Idee entwickelt, dass sich die Erziehung an Bedürfnissen und Fähigkeiten des Kindes orientieren muss. Das possierliche Stofftier, das sich gut in den Arm nehmen lässt und Beschützerinstinkte weckt, war eine der ersten kindgerechten Spielfiguren.

          Margarete Steiffs ideenreicher Neffe Richard verwandelte den bis dahin nur aus dem Zoo oder Jahrmarkt bekannten Bär in ein niedliches Kuscheltier mit beweglichen Armen und Beinen.

          Erfolg über den Umweg USA

          Seinen Siegeszug trat der Teddy aber auf dem Umweg über die USA an. Auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1903 interessierte sich zunächst niemand für das Plüschspielzeug. Ein amerikanischer Einkäufer orderte schließlich 3.000 Stück. Nach einem Exemplar aus dieser ersten Auflage fahnden heute Sammler in aller Welt fieberhaft - bisher vergeblich. „Vielleicht gibt es noch jemanden, der nicht weiß, dass er einen der ersten Teddybären besitzt“, mutmaßt Schöning.

          Zur Popularität in Übersee trug nicht unwesentlich der Name des Bären bei. US-Präsident Theodore „Teddy“ Roosevelt, ein früher Naturschützer, erregte 1902 bei einer Jagd Aufsehen, weil er sich weigerte, einen für ihn fest gebundenen Bären zu erschießen. Bald darauf warfen nach den Worten von Schöning 30 Firmen Teddybären auf den Markt.

          Neuer Höhenflug seit zehn Jahren

          Bald wurde der Teddy auch in Deutschland zum unverzichtbaren Begleiter, Bettgenossen und Geheimniswahrer aller Kinder. 15.000 verschiedene Produkte sind bis heute in der schwäbischen Bärenschmiede entwickelt worden. Seit rund zehn Jahren erlebt der Teddy einen neuen Höhenflug. Im April 1992 wurde der „Steiff Club“ gegründet, der nach Unternehmensangaben inzwischen 30.000 deutsche und 20.000 ausländische Mitglieder hat.

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