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Spiel des Jahres : Kamele machen das Rennen

Spielerfinder Steffen Bogen hetzt seine Kamele übers Brett. Der Würfelbecher hat die Form einer Pyramide Bild: dpa

Ein Kamelrennen ist zum „Spiel des Jahres“ gekürt worden. Entwickelt hat es ein Kunsthistoriker. Die Jury hatte innerhalb des letzten Jahres Hunderte neuer Spiele getestet.

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          Noch nie musste er eines der vielen Spiele, die er über die Jahre getestet hat, so oft spielen: „Die Mitspieler haben immer eine Revanche gefordert“, sagt Bernhard Löhlein, Mitglied der Jury, die das „Spiel des Jahres“ kürt. Kein Wunder, dass die Auszeichnung, die für dieses Jahr am Montag in Berlin verliehen wurde, an „Camel Up“ vom Verlag eggertspiele ging.

          Leonie Feuerbach

          Redakteurin im Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Das Spiel ist ein Kamelwettrennen, bei dem die zwei bis acht Spieler ab acht Jahren auf den Rennausgang wetten. Der ist unberechenbar, weil die Kamele sich durch Würfeln dem Ziel nähern, aber vor allem, weil Kamele auf einem Spielfeld einander huckepack nehmen und sich gemeinsam fortbewegen können.

          „Die kurze Spieldauer lässt immer Zeit für eine Revanche“, heißt es auch in der Begründung der Jury. „Camel Up ist ein Familienspiel par excellence. Durch seine eingängigen Regeln sind alle schnell mittendrin.“

          Autor des Brett- und Würfelspiels ist der Konstanzer Spieleentwickler und Kunsthistoriker Steffen Bogen, der 2012 mit „Schnappt Hubi!“ schon einmal das „Kinderspiel des Jahres“ entwickelt hatte.

          „Hase und Igel“ waren die ersten

          Zum vierten Mal wurde außerdem das „Kennerspiel des Jahres“ für anspruchsvollere Spieler gewählt. Gewonnen hat „Istanbul“ (Pegasus Spiele). Das Brettspiel simuliere das Treiben auf einem orientalischen Basar effektvoll und vielseitig, urteilt die Jury.

          Für die Entscheidung hätten er und acht weitere Jury-Mitglieder in den vergangenen zwölf Monaten Hunderte neuer Spiele gesichtet, gespielt und bewertet, sagt Löhlein. „Das ganze Jahr über wird nichts anderes getan als gespielt.“ In beiden Kategorien nominierten sie für die Endrunde jeweils drei Spiele. Neben dem Kamelrennen-Gewinner waren das „Concept“ aus dem Verlag Repos Production und „Splendor“ vom Verlag Space Cowboy. Ob der diesjährige Gewinner sein Favorit war, will Löhlein nicht verraten. Aber er sagt: „Ich bin sehr glücklich mit der Entscheidung.“

          Die Idee, jedes Jahr das beste neue Spiel auszuzeichnen, hatten Journalisten während der Spielwarenmesse 1978. Gegründet wurde der Verein „Spiel des Jahres“ im selben Jahr, als eine Spielefirma die gleichen Journalisten vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Argentinien als Werbeaktion zu einem Tischfußball-Spiel einlud. Das erste „Spiel des Jahres“ wurde 1979 „Hase und Igel“. Heute gilt der Titel als wichtigste Auszeichnung für Brett- und Kartenspiele.

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