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Spendenflut : Die deutsche Hilfe kommt an

  • Aktualisiert am

Es wird wieder aufgebaut Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Die deutschen Hilfsorganisationen haben nach der Tsunami-Katastrophe die Rekordsumme von 670 Millionen Euro eingesammelt. Der Großteil des Geldes wurde sinnvoll und mit Bedacht angelegt.

          „Die deutschen Hilfsorganisationen sind in den Tsunami-Katastrophengebieten zielstrebig, aber nicht überhastet vorgegangen“, sagt Burkhard Wilke, der Geschäftsführer und wissenschaftliche Leiter des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) in Berlin. „Es läuft gut.“

          Zu den Aufgaben des DZI gehört es, Hilfsorganisationen, die Spenden sammeln, auf Seriosität und Effizienz zu überprüfen. Von der Rekordsumme von 670 Millionen Euro privater Spenden haben die Hilfsorganisationen nach Wilkes Angaben bislang 50 Prozent verwendet, über 30 Prozent ist disponiert, und 20 Prozent sind noch frei für weitere Hilfsprojekte. An die zwölf größten Hilfsorganisationen gingen 600 Millionen Euro Spenden, an 60 weitere die restlichen 70 Millionen Euro. Hinzu kommen noch die Hilfszusagen der Bundesregierung von 500 Millionen Euro.

          „Risiko in falsche Projekte zu investieren“

          In absoluten Zahlen liegen die privaten deutschen Spender hinter den Amerikanern (umgerechnet mehr als eine Milliarde Euro) auf Platz zwei. Bei den Pro-Kopf-Zahlen allerdings führen die Schweizer vor den Norwegern, den Schweden und den Niederländern, die Amerikaner rangieren in dieser Statistik weit hinten. Burkhard Wilke: „Wenn bei der Hilfe für die Tsunami-Länder Fehler gemacht wurden, wenn also etwa in einigen Küstengegenden jetzt eine Armada neuer Fischerboote die Buchten überfischt, dann ist das mit Sicherheit nicht den großen und kompetenten Hilfsorganisationen anzulasten.“

          Solche Fehler, sagt Wilke, gehen auf das Konto kleinerer Organisationen, die ins Blaue hinein Geld sammeln, in den Kastastrophengebieten aber keine Kontakte haben, über die sie das Geld dann auch sinnvoll einsetzen könnten. „Da ist das Risiko groß, in falsche Projekte zu investieren. Außerdem verstopfen solche chaotischen Kleinen dann die dringend benötigten Koordinierungs- und Kommunikationswege.“ Wilke hebt aber hervor, daß es bei der Tsunami-Hilfe auch sehr viele kleine Hilfsorganisationen gebe, die über ihre Partner in den getroffenen Ländern „paßgenau“ arbeiten. Insgesamt ist die deutsche Tsunami-Hilfe nach Wilkes Angaben eine Erfolsgeschichte. Die 670 Millionen Euro seien zusätzlich zum üblichen Spdenaufkommen von 2,4 Milliarden Mark gegeben worden.

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