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Gemeinnützige Apps : Spenden ohne Geld

  • -Aktualisiert am

Während der Joggingrunde Geld spenden? Möglich machen Apps wie „Moving Twice“. Bild: Moving Twice

Für wohltätige Zwecke spenden, ohne dafür Geld auszugeben? Geht nicht? Geht doch! Dank zahlreicher Websites und Apps wird das Spenden heute immer leichter – dabei muss man meist nicht einmal selbst in den Geldbeutel greifen.

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          Bahnfahren ist lästig. Und teuer. Trotzdem kann man als Pendler das regelmäßige Einsteigen in den Zug nicht vermeiden. Erträglicher wird es, wenn man mit dem Kauf einer Fahrkarte Geld für einen guten Zweck spenden kann. Noch besser, wenn das Spenden die Deutsche Bahn übernimmt.

          Möglich macht das die Website Gooding.de. Das Prinzip ist simpel: Einfach aus einer langen Liste unterschiedlicher Vereine einen wählen, einen Onlineshop besuchen und shoppen. Mit 914 Unternehmen hat Gooding schon Kooperationsverträge geschlossen, darunter Zalando, Amazon und eben die Deutsche Bahn. 200.000 Euro kamen in den vergangenen 20 Monaten zusammen.

          Frage nach der Finanzierung

          Sobald die Nutzer etwas kaufen, wird ein vorher festgelegter Betrag von den Unternehmen an Gooding überwiesen: ein bestimmter Prozentsatz des Einkaufswerts oder eine festgelegte Summe. Die Deutsche Bahn spendet beim Kauf eines Normalpreistickets zwei, für Spartickets einen Euro. Alle drei Monate zahlt Gooding die gesammelten Prämien an die Vereine aus. Shops, die oft von Nutzern ausgewählt werden, zahlen Extra-Provisionen an Gooding. Davon wird die Website finanziert.

          Eine Registrierung verlangt Gooding von seinen Nutzern nicht. Lediglich wer seine Spenden im Blick behalten und sehen möchte, wann diese bei den Vereinen ankommen, muss sich dann doch anmelden und dafür Daten preisgeben. Laut Angaben von Gooding werden sie nicht weitergegeben.

          Zugegeben, die vielen Seiten mit Vereinen und Spendenpartnern können leicht abschrecken. Doch es gibt auch viele andere Websites, die nach einem ähnlichen Prinzip wie Gooding funktionieren. Das Gute: Bei diesen fällt die Entscheidung, welcher Shop für welchen Verein spenden soll, wesentlich leichter – bei helfen-kostet-nix stehen zurzeit nur acht Vereine zu Wahl, die Liste der Onlineshops ist aber lang.

          Joggen und spenden

          Wer nicht nur anderen, sondern gleichzeitig seiner eigenen Fitness etwas Gutes tun möchte, den könnte die App „Moving Twice“ interessieren. Pro gelaufenem Kilometer spenden Sponsoren zehn Cent an ein Hilfsprojekt, das der Läufer zuvor auswählt, darunter Plant for the Planet, die Stiftung Rechnen und die Unterstützung einer Grundschule in Sambia.

          Austricksen lässt sich „Moving Twice“ nicht. Wer die App mit dem Auto nutzt, erhält bald den Hinweis, „schneller als Usain Bolt“ unterwegs zu sein. Wird der Hinweis ignoriert, schließt sich die App und das Spenden ist vorbei. „Mit unserer App bringen wir Unternehmen und Einzelpersonen zusammen, um große Spendenprojekte zu stemmen – und das auf einer sportlichen Art und Weise“, sagt Leonard Witteler. Gemeinsam mit Kommilitonen der Universität St. Gallen entwickelte er die App im vergangenen Jahr. Zusätzlich zur Möglichkeit, mit der täglichen Joggingrunde Geld zu spenden, bietet „Moving Twice“ übrigens auch alle Funktionen, die eine gute Lauf-App ausmachen.

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