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Spanien : Schlechtes Wetter behindert Bekämpfung der Ölpest

  • Aktualisiert am

Wie funktioniert die Bekämpfung einer Ölpest Bild: dpa

Die Ölpest an der spanischen Atlantikküste droht auf die Region Asturien überzugreifen. Das Schiff „Neuwerk“ wartet auf seinen Einsatz.

          2 Min.

          Die Ölpest an der spanischen Atlantikküste droht von Galicien auf die Nachbarregion Asturien überzugreifen. Zusätzlich behindert schlechtes Wetter die Arbeit des deutschen Schadstoffunfallbekämpfungsschiff „Neuwerk“.

          Wie der Seenotrettungsdienst in der Nacht zum Dienstag mitteilte, wurden vor der Küste von Asturien in Nordspanien Ölteppiche im Atlantik entdeckt. Die Ölflächen seien allerdings nicht sehr groß und relativ dünn. Außerdem bestehe die Hoffnung, dass der Wind das Öl nach Norden von der Küste wegtreibe.

          "Neuwerk" konnte Arbeit noch nicht beginnen

          Wegen des starken Südwindes konnte die „Neuwerk“ bisher noch nicht mit der Ölaufnahme beginnen, sagte ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Cuxhaven am Dienstag. Durch den hohen Wellengang bestehe die Gefahr, dass die Maschinen zur Ölaufnahme beschädigt würden. Auch alle anderen Ölbekämpfungsschiffe vor Ort hätten die Arbeit eingestellt.

          In Abstimmung mit den spanischen Behörden liege die „Neuwerk“ nun vor der Küste und warte auf bessere Wetterbedingungen. Allerdings seien die Wettervorhersagen mit bis zu acht Windstärken eher negativ.

          Die normalerweise in der Deutschen Bucht stationierte „Neuwerk“ war am Montagabend im Einsatzgebiet etwa 70 Seemeilen südwestlich von Cap Finisterre eingetroffen. Das knapp 79 Meter lange Schiff soll gemeinsam mit französischen, niederländischen und spanischen Einheiten die Ölteppiche vom Wasser absaugen.

          Bislang Galicien betroffen

          Bislang war allein die Region Galicien von der Ölpest betroffen, die der untergegangene Tanker „Prestige“ ausgelöst hatte. Auf einem Küstenabschnitt von 550 Kilometern wurde ein Fischereiverbot verhängt. Über 100 Kilometer vor der galicischen Küste trieb ein 1000 Quadratkilometer großer Ölteppich im Meer.

          Im Süden Spaniens wurden bei den Städten Huelva und Cádiz etwa 50 verendete Seevögel entdeckt, die mit Öl verschmiert waren. Nach Angaben der Behörden war nicht auszuschließen, dass die Vögel, darunter mehrere Pelikane, in das Öl aus der „Prestige“ geraten waren. Möglicherweise hatten die Tiere sich auf dem Weg nach Süden befunden und waren auf einer Zwischenstation in Galicien in das Öl geraten. Vor den südspanischen Küsten seien keine Ölflecken im Meer festgestellt worden, hieß es.

          Greenpeace: Sicherheit verbessern!

          Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte die Vereinten Nationen auf, die Sicherheit der Schifffahrt zu verbessern und das System der Kontrollen von Grund auf zu verbessern. „Wenn das Problem nicht an der Wurzel angepackt wird, werden die schrottreifen Schiffe weiter untergehen und die Umwelt und menschliches Leben in Gefahr bringen“, betonte die Organisation nach eigenen Angaben in einem Schreiben an UN-Generalsekretär Kofi Annan.

          Auch der niedersächsische Umweltminister Wolfgang Jüttner (SPD) forderte schärfere Kontrollen von Schiffen und Meeresstraßen. „Die Amerikaner haben längst reagiert und lassen Einhüllentanker wie die "Prestige" schon seit Jahren nicht mehr in ihre Gewässer“, sagte Jüttner. Außerdem müsse jeder Verursacher dort die vollen Kosten tragen, so dass besondere Vorsicht herrsche. Der Druck, bessere Schiffe zu bauen, schaffe überdies sogar neue Arbeitsplätze. In Europa sollen Einhüllentanker erst 2015 endgültig aus dem Verkehr gezogen werden.

          Der mit 77.000 Tonnen Öl beladene Tanker „Prestige“ war vor Nordwestspanien leckgeschlagen und vor einer Woche gesunken. Vor dem Untergang des Schiffes gelangten nach Schätzungen etwa 20.000 Tonnen Öl ins Meer.

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