https://www.faz.net/-gum-7m93z

Sozial-Proteste in Rio : Journalist tödlich verletzt

  • Aktualisiert am

Stilles Gedenken in Rio Bild: dpa

Bei den Protesten in Brasilien ist ein Journalist tödlich verletzt worden. Der Kameramann soll von einer Feuerwerksrakete am Kopf getroffen worden sein.

          Bei den sozialen Unruhen in Brasilien ist erstmals seit ihrem Beginn im Juni ein Journalist tödlich verletzt worden: Wie die Gesundheitsbehörden in Rio de Janeiro am Montag mitteilten, erlag der 49-jährige Kameramann Santiago Ilidio Andrade den schweren Verletzungen, die er am Donnerstag erlitten hatte. Nach den ersten Ermittlungen wurde Andrade von einer Feuerwerksrakete am Kopf getroffen, die von Demonstranten in die Richtung der Polizei geschleudert worden war.

          Demokratische Kundgebungen dürften nicht von jenen „missbraucht werden, die keinen Respekt vor dem Leben haben“, erklärte die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff. Die Polizei nahm am Sonntag einen 22-jährigen Verdächtigen fest, der nach eigenen Angaben die Feuerwerksrakete einem zweiten Demonstranten überreicht hatte. Nachdem der 22-Jährige zunächst gesagt hatte, er kenne den zweiten Demonstranten nicht persönlich, gab er am Montag dessen Namen preis, so dass auch dieser festgenommen werden konnte.

          Im Juni 2013 setzten in Brasilien schwere Unruhen ein, die sich vor allem gegen die gestiegenen Ticketpreise für die öffentlichen Verkehrsmittel richteten. Hintergrund sind die Milliardenausgaben für die Fußball-WM in diesem Jahr und die Olympischen Spiele 2016, die beide in Brasilien ausgerichtet werden sollen.

          Bei den Unruhen im vergangenen Jahr hatte es mindestens fünf Tote gegeben. Mindestens 117 Journalisten wurden bei den Auseinandersetzungen verletzt. In diesem Jahr fielen die Proteste bislang noch recht glimpflich aus. Am Donnerstag allerdings gab es Straßenkämpfe zwischen rund 1000 Demonstranten und Einheiten der Polizei.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          FAZ Plus Artikel: EZB-Chef Draghi : Das Ende von „Super Mario“

          EZB-Präsident Mario Draghi demonstriert noch einmal seine Stärke. Doch längst sind Kräfte am Werk, die die Macht der Notenbanken aushöhlen. Werden mit dem Ende der Ära Draghi die Karten neu gemischt?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.