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Sotheby's-Auktion : Fast 15 Millionen Euro für Magna-Charta-Kopie

  • Aktualisiert am

Magna-Charta-Kopie: Siegel von König Edward Bild: AFP

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Dieser Grundsatz entstammt der Magna Charta, die der revoltierende englische Adel 1215 König Johann Ohneland abrang. Eine seltene, handgeschriebene Kopie von 1297 erzielte nun bei einer Auktion 14,8 Millionen Euro.

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          Das Auktionshaus Sotheby's in New York hat am Dienstag eine seltene Kopie der Magna Charta von 1215 für den Rekordpreis von 21,3 Millionen Dollar (14,8 Millionen Euro) versteigert. Das handgeschriebene Dokument aus dem Jahr 1297 erwarb der amerikanische Anwalt David Rubenstein, früher Berater des ehemaligen Präsidenten Jimmy Carter und später Gründer eines umstrittenen Privatfonds namens Carlyle Group.

          Er habe das Manuskript gekauft, damit es in den Vereinigten Staaten bleibe, sagte Rubenstein Journalisten nach der Auktion. Denn die drei wichtigsten Dokumente der westlichen Zivilisation seien in seinen Augen die Magna Charta, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1776 und die Verfassung der Vereinigten Staaten.

          Für die Allgemeinheit zugänglich

          Die Magna Charta erklärt, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind - einschließlich des Königs. Der revoltierende Adel rang sie dem englischen König Johann I. „Ohneland“ ab. Das Wachssiegel seines Nachfolgers, König Edward I., ist auf dem von Rubenstein erworbenen Dokument noch zu sehen. Die Magna Charta gilt in Großbritannien, das bis heute über keine geschriebene Verfassung verfügt, als wichtigste Grundlage des Verfassungsrechts. Auch in anderen Demokratien hat sie die Formulierung der Menschen- und Freiheitsrechte entscheidend geprägt.

          Magna-Charta-Kopie: Siegel von König Edward Bilderstrecke

          Rubenstein sagte, das von ihm ersteigerte Exemplar der Magna Charta werde nur kurz in seinem Besitz sein. Er werde es den National Archives in Washington übergeben und es so der Allgemeinheit zugänglich machen.

          Erlös für charitative Zwecke

          Im Nationalarchiv war das Manuskript auch schon vorher hinter Glas ausgestellt - als Dauerleihgabe des texanischen Milliardärs und früheren Präsidentschaftskandidaten Ross Perot. Der hatte die Kopie des Originals der „Großen Charta“ 1984 der Familie Brudenell aus dem englischen Northamptonshire abgekauft, in deren Besitz sich das Dokument seit Ende des 14. Jahrhunderts befand. Die von Perot gegründete Stiftung will den Erlös der Auktion wohltätigen Zwecken zugute kommen lassen.

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