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Sommerzeit : Energie spart die Umstellung nicht

  • -Aktualisiert am

Am Sonntag werden die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. Bild: AP

Über Sinn oder Unsinn der Sommerzeit ist lange gestritten worden. Die Energiespareffekte, die man sich bei der Einführung 1980 in Deutschland erhofft hatte, sind nicht eingetreten.

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          Über Sinn oder Unsinn der Sommerzeit ist lange gestritten worden. Die Energiespareffekte, die man sich bei der Einführung 1980 in Deutschland erhofft hatte, sind nicht eingetreten. Im Gegenteil: Die Zeitverschiebung im Sommer steigert den Energieverbrauch. Zwar wird am Abend Beleuchtungsenergie eingespart, dafür muss jedoch am Morgen stärker geheizt werden - insbesondere in den kalten Monaten April und Oktober.

          Die entsprechenden Berechnungen der Technischen Universität München von Mitte der 90er Jahre hätten immer noch Gültigkeit, sagt der Sprecher des Umweltbundesamts, Karsten Klenner. Die negative Bilanz habe sich eher verschlechtert, da in immer mehr Haushalten Energiesparlampen eingesetzt würden. Zu berücksichtigen sei auch das veränderte Freizeitverhalten. Wenn es am Abend länger hell bleibe, würden nach der Arbeit mehr Ausflüge mit dem Auto unternommen. „Energiegründe sprechen heute nicht mehr für die Sommerzeit“, räumt Klenner ein. Sie sei „für die Umwelt kein Gewinn“. Dennoch plädiere das Umweltbundesamt nicht für eine Abschaffung der Sommerzeit. Die europaweit einheitliche Uhrenumstellung habe auch zahlreiche positive Effekte. So ließen sich Flug- und Zugpläne besser aufeinander abstimmen, wenn alle Länder bei der Sommerzeit mitmachten.

          EU-weite Untersuchung stärkt die Einführung der Sommerzeit

          Auch das zuständige Bundesinnenministerium verteidigt die alljährliche Zeitumstellung. Eine Ministeriumssprecherin verweist auf eine umfassende Untersuchung der EU-Kommission aus dem Jahr 2000, bei der das Für und Wider der Sommerzeit in allen Details dargelegt wurde. So wurden neben einer Energiebilanz in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten und den Auswirkungen auf Wirtschaft, Landwirtschaft und Verkehr auch mögliche Störungen im Biorhythmus von Mensch und Tier, die Auswirkungen auf das Freizeitverhalten und auf die Bildung des Schlafhormons Melatonin untersucht. Selbst die Unfallzahlen in den Tagen nach der Uhrenumstellung und die Umsätze von Freiluftlokalen wurden in der 24-seitigen Expertise für jedes einzelne Land unter die Lupe genommen.

          Das Fazit: Eine EU-weit einheitliche Sommerzeit wird von der Kommission bei allen Vor- und Nachteilen als notwendig erachtet, „um Hindernisse für den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen und Personen zu beseitigen und ein reibungsloses Funktionieren aller Verkehrsbereiche zu gewährleisten“. Zudem begünstige die Sommerzeit „alle möglichen Freizeitbeschäftigungen, da diese nun bei Tageslicht ausgeübt werden können“. Das Europäische Parlament beschloss daraufhin, die Sommerzeit im Interesse einer europäischen Harmonisierung in der gesamten Union auf Dauer einzuführen. Der jeweilige Zeitraum wird alle fünf Jahre für die folgenden fünf Jahre bekannt gegeben. So ist bereits jetzt festgelegt, dass im Jahr 2006 die Sommerzeit am 26. März beginnt und am 29. Oktober endet.

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