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Solarflugzeug : Auch ohne Sonne der Sonne entgegen

Mit einer Spannweite von 72 Metern ist die „Solar Impulse 2“ eine beeindruckende Maschine Bild: dpa

Vor 15 Jahren flog er als erster Mensch in einem Heißluftballon um die Welt, bald will der Psychiater und Abenteurer Bertrand Piccard in einem Solarflugzeug die Erde umrunden. Der Jungfernflug seiner Maschine klappte schon einmal.

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          Sein Sonnenenergie-Flugzeug hat am Montag den ersten Testflug absolviert – im kommenden Jahr will der Schweizer Bertrand Piccard mit der „Solar Impulse 2“ die Erde umrunden.

          Leonie Feuerbach

          Redakteurin im Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Beim Jungfernflug saß der deutsche Testpilot Markus Scherdel am Steuerknüppel. Um halb sechs Uhr morgens hob er vor Dutzenden Schaulustigen vom Militärflughafen im schweizerischen Payerne ab. Zweieinviertel Stunden später landete er dort wieder.

          Mit Solarkraft um die Welt : Jungfernflug für „Solar Impulse 2“

          Der Deutsche hatte schon 2009 den Testflug des ersten Prototyps „Solar Impulse“ gesteuert. Mit diesem Flugzeug gelang Piccard und seinem Kollegen André Broschberg vor einem Jahr ein Flug von der Westküste Amerikas an die Ostküste. Bereits 2010 flog die „Solar Impulse“ 26 Stunden ohne Unterbrechung: der Beweis dafür, dass das Flugzeug tagsüber genug Energie speichern kann, um auch nachts zu fliegen.

          Die „Solar Impulse 2“ ist mit mehr als 17.200 Solarzellen und mit Batterien ausgestattet. Die Flügelspannweite beträgt 72 Meter, so viel wie bei einem Airbus A380. Mit einem Gewicht von 2300 Kilogramm wiegt das Flugzeug aber 150 Mal weniger. Es soll den ganzen Sommer über Testflüge über der Schweiz absolvieren, um fit für die Weltumrundung ohne Treibstoff zu werden.

          Spross einer Abenteurerfamilie

          Der Startpunkt soll 2015 in der Golfregion sein, wo die klimatischen Bedingungen günstig sind. In Richtung Osten soll es parallel zum Äquator weitergehen, über Indien, China, den Pazifik, Amerika und Nordafrika wieder zurück zum Startort.

          Auf diesem Flug sind mehrere Zwischenstopps geplant. Piccard, Borschberg und weitere Piloten wollen sich am Steuerknüppel des Einsitzers abwechseln. Auch Testpilot Scherdel wird mit von der Partie sein.

          Bertrand Piccard, 56 Jahre alt, lebt in der Schweiz und ist von Beruf Psychiater. Er entstammt einer Abenteurer- und Forscherfamilie: Sein Großvater Auguste erforschte in den dreißiger Jahren im Heißluftballon die Stratosphäre. Sein Vater Jacques tauchte 1960 in die tiefste Stelle der Weltmeere im Marianengraben im westlichen Pazifik.

          Glückt die Erdumrundung ohne Sprit, wäre es Piccards zweiter Weltrekord. Vor 15 Jahren flog er als erster Mensch in einem Heißluftballon um die Welt.

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