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Gefährliche Etappe : Sonnenflieger muss auf dem Weg nach Hawaii zwischenlanden

  • Aktualisiert am

Sonnenflieger „Solar Impulse 2“ über Dubai Bild: dpa

Nach wenigen Stunden muss der Schweizer Sonnenflieger die schwierigste und längste Etappe seiner Weltumrundung abbrechen. Pilot Borschberg wollte von China nach Hawaii fliegen, schafft es erstmal aber nur bis Japan.

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          Wegen schlechten Wetters muss der Schweizer Sonnenflieger „Solar Impulse 2“ auf dem Weg nach Hawaii in Japan zwischenlanden. Die Crew bereite sich auf eine Landung am Nachmittag in Nagoya vor, twitterte das Team am Montag. Abenteurer André Borschberg war mit seiner Maschine in der Nacht zum Sonntag in Nanjing im Osten Chinas gestartet. In China musste Borschberg fast sechs Wochen auf gutes Wetter für den Flug nach Hawaii warten.

          Die Strecke über den Pazifik gilt wegen der Länge und den Wetterbedingungen als besonders schwierig. Für den Flug von 8172 Kilometer über den Pazifik sind sechs Tage und fünf Nächte - rund 130 Stunden - eingeplant. So weit ist noch kein Solarflugzeug an einem Stück geflogen. Die vorherigen Etappen der Reise hatten nie länger als 20 Stunden gedauert.

          Das Flugzeug mit den riesigen Flügeln und einem nur 3,8 Kubikmeter kleinen Cockpit wird ausschließlich von Sonnenenergie angetrieben.  Borschberg und der Luftfahrtpionier Bertrand Piccard wollen mit dem Projekt die Möglichkeiten der umweltfreundlichen Solarkraft aufzeigen. Auf den zwölf Etappen ihrer Weltreise wechseln sich die Schweizer Piloten im Cockpit ab. Die nächste Etappe von Hawaii an die amerikanische Westküste soll dann Piccard übernehmen.

          Bild: dpa

          Auf Notfall vorbereitet

          Das Projekt war mehr als zwölf Jahre geplant worden. Der Flug begann am 9. März in den Vereinigten Arabischen Emiraten und führte mit Zwischenstopps in Oman, Indien und Myanmar nach China. Die Maschine soll zum Ende hin auch den Atlantik in vier Tagen überqueren. Insgesamt soll das Flugzeug 35.000 Kilometer zurücklegen.

          Angetrieben wird das einsitzige Karbonfaser-Flugzeug von vier Elektromotoren. Mehr als 17.000 Solarzellen zapfen der Sonne die erforderliche Energie ab. Die Zellen sitzen auf den Flügeln mit einer Spannweite von 72 Metern - das ist mehr als bei einem Jumbojet. Gespeichert wird die Solarenergie in Lithium-Batterien.

          Auf einen eventuellen Notfall bei der Pazifik-Überquerung hatte sich Borschberg intensiv vorbereitet: „Wenn alles schief läuft, kann ich immer noch mit dem Fallschirm, einem Rettungsboot und Versorgungsgütern abspringen“, sagte er. „Mein Partner Bertrand Piccard und ich haben mit der deutschen Marine geübt, wie man mit dem Fallschirm aus einem Flugzeug springt, mit der Situation umgeht und überlebt. Aber hoffentlich muss ich nicht auf dieses Training zurückgreifen.“

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