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Sodomie : Verschärfung des Tierschutzgesetzes geplant

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Ein ausgesetzter Hund im Tierheim Bild: REUTERS

Das Tierschutzgesetz gegen Sodomie, also gegen sexuelle Handlungen von Menschen an Tieren, soll verschärft werden. Ein entsprechender Entwurf wird im Herbst dem Bundestag zur Abstimmung vorliegen.

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          Das Tierschutzgesetz soll verschärft werden. Künftig soll Sodomie, also sexuelle Handlungen von Menschen an Tieren, grundsätzlich strafbar sein - auch dann, wenn das Tier dabei keine schweren Verletzungen davonträgt. Bislang werden sexuelle Handlungen an Tieren nur geahndet, wenn ein Tier dadurch erhebliche Verletzungen erleidet oder stirbt.

          Es ist eine Ordnungswidrigkeit, wenn jemand einem Wirbeltier „vorsätzlich oder fahrlässig ohne vernünftigen Grund erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt“. Dann droht eine Geldbuße von bis zu 25.000 Euro. Sodomie ist von diesem Verbot bisher also nicht erfasst, wenn das Tier dadurch „nur“ leichte Verletzungen oder psychische Schäden davonträgt.

          Auch in Deutschland gebe es „organisierte Zoophile“

          Eine Sprecherin des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sagte, der Gesetzentwurf werde nun erarbeitet. Im Herbst werde voraussichtlich der Bundestag darüber abstimmen. Am 23. November stehe dann die Verabschiedung durch den Bundesrat an. Es sei geplant, einen neuen Bußgeldtatbestand einzuführen, der auch nicht tödliche und nicht „erhebliche“ Verletzungen von Tieren infolge von Sodomie erfasst. Die genaue Höhe der Geldbuße stehe noch nicht fest.

          Der Deutsche Tierschutzbund begrüßte die geplante Neuregelung. Tierschutz könne nicht darauf beschränkt bleiben, nur erhebliche, sichtbare Schäden zu verhindern. Der Tierschutzbund warnte zugleich vor gewerbsmäßig organisierter Sodomie. In Deutschland seien zwar keine „Tierbordelle“ bekannt, in denen Sodomie - von Fachleuten auch „Zoophilie“ genannt - stattfinde. Allerdings gebe es auch hier „organisierte Zoophile“.

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