https://www.faz.net/-hxl-9yepg

Herzblatt-Geschichten : Wir besprechen Küsse im Detail

Stefan Mross macht in Sachen romantischer Sprüche niemand so schnell etwas vor. Bild: EPA

Kann man Klopapier durch Klebeband ersetzen? Wie ist es mit dem Ex in Quarantäne? Und welcher Fernsehmann hat drei Füße? Die neuen Herzblatt-Geschichten.

          3 Min.

          Da ist Stefan Mross, dessen geplante dritte Hochzeit vorerst dem Virus zum Opfer fällt, ja ein schöner Spruch eingefallen, um auszudrücken, dass er sich nicht unterkriegen lässt: „Die Liebe meiner Carina ist stärker als Corona“, hat er laut der „Aktuellen“ gesagt. Carina, Corona, sehr hübsch, wirklich. Wir wollen an dieser Stelle auch andere Paare ermutigen, der Krise die Stirn zu bieten. Ruft es laut hinaus in die Welt: „Covid ist doof, mein David ist toll!“, „Mein Lars ist stärker als Sars!“

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Kein passender Spruch fällt uns zu Thorsten ein, das klingt höchstens ein wenig wie Drosten. Die Schauspielerin Saskia Valencia erklärt dennoch auf dem Cover von „Bunte“ über sich und ihren Kollegen Thorsten Nindel: „Corona brachte uns die Liebe zurück.“ Dass es plötzlich Amor spielt, könnte die bislang durchweg schlechte Presse des Virus in eine etwas andere Richtung lenken. Was genau passiert ist? Nindel hatte seine Ex in deren Tiroler Ferienhaus besucht, und plötzlich „schloss Österreich die Grenzen wegen Corona“. Nun leben dort beide in alter trauter Zweisamkeit, auch wenn Valencia betont: „Nein, wir sind kein Paar. Aber ja, wir lieben uns. Nach sechs gemeinsamen Jahren sind wir eng, aber eher wie Bruder und Schwester.“ Die enge Quarantäne von Brüderchen und Schwesterchen wird Nindels Partnerin in Deutschland – laut „Bunte“ ist er liiert – gewiss nicht beunruhigen. Übrigens dürfen Deutsche nach wie vor aus Österreich ausreisen, doch ist es auf der Hütte wohl einfach zu traulich.

          Keine Zeit für die Liebe

          Dass sich „Gala“ zufolge der Schauspieler Channing Tatum und die Sängerin Jessi J angeblich deshalb getrennt haben, weil ihnen „zu wenig Zeit für die Liebe“ blieb, scheint denn momentan auch die schlechteste Begründung überhaupt, um mit jemandem Schluss zu machen. Mehr Zeit für die Liebe als jetzt dürften die meisten Pärchen noch nie gehabt haben. Allerdings wird in den zahllosen Ratgebertexten, wie man die Quarantäne-Wochen produktiv für sich selbst nutzen kann, „so viel Liebe machen wie möglich“ eher selten genannt. Und vielleicht waren Tatum und Jessi J dann einfach auch viel zu beschäftigt damit, Marmelade einzukochen, Burpees zu machen sowie Klarinette und Altgriechisch zu lernen.

          Selbst in Quarantäne-Tagen haben manche Paare zu wenig Zeit füreinander. Jessi J und Channing Tatum haben sich getrennt.

          Ulla Kock am Brink und ihr Ehemann hingegen genießen die Zeit zu zweit, wie sie den „Bunte“-Reportern berichten, die sie tatsächlich noch daheim besuchen. Die gute Stimmung hält ein Foto fest, das wie folgt beschrieben wird: „Peter übt sich mit dem Bügeleisen – und brennt ein riesiges Loch in die Bettdecke. Ulla lacht.“ Ja, haha, da lachen wir mit, denn wir stellen es uns lustig vor, wie das Bild zustande kam. Hat Peter den Reportern gesagt: „Geht gleich los mit dem Interview, ich muss schnell noch bügeln?“ Hat das Paar fürs Foto extra eine alte Decke hervorgekramt, um sie von Peter kaputtbügeln zu lassen? Oder haben „Bunte“-Fotografen stets alte Bettdecken dabei, um ulkige Fotos über im Haushalt versagende Ehemänner zu machen? Schade, dass wir nicht noch mehr Bilder aus der Serie zu sehen kriegen, etwa „Peter hat Ullas Seidenbluse bei neunzig Grad gewaschen. Ulla schmunzelt“, oder „Peter hat beim Spülen das gute Kaffeeservice zerdeppert. Ulla schmeißt sich weg.“

          Zunge am Gaumen

          Einen entspannten Umgang miteinander pflegen auch Tommy Schlesser und seine Ehefrau Jill, obwohl er „als Schauspieler ständig andere Frauen“ küsst. Von „Bunte“ befragt, ob sie da nicht eifersüchtig sei, antwortet Jill: „Nein, ich bin da eigentlich ziemlich cool. Er zeigt mir immer alles und erklärt mir genau, wie der Kuss war. Wir besprechen das immer bis ins Detail. Das hilft.“ Da würden wir gern mal Mäuschen spielen, wenn die beiden das im Detail besprechen: „Und dann habe ich mit meiner Zunge ihren Gaumen gekitzelt und sie danach auf der Innenseite ihrer Schneidezähne kreisen lassen . . .“ Hilft gewiss, so ein Gespräch.

          Ganz anderen Leidenschaften frönt Horst Lichter. „Ich sammle schon seit Jahrzehnten Isolierband, Klebebandrollen und Batterien“, hat er laut Goldenem Blatt gesagt. „Ich denke immer, davon kann man nicht genug haben.“ Im Prinzip gut gedacht, nur hat er aus heutiger Sicht leider die falsche Anlagestrategie gewählt: Aus Batterien lässt sich schwerlich Brot backen, und Isolier- und Klebeband scheinen als Ersatz für einen gerade besonders raren Hygieneartikel allenfalls mittelgut geeignet.

          Hamstern will gelernt sein: Horst Lichter

          „Mensch bleiben in harten Zeiten!“, überschreibt Achim Thäsler, stellvertretender Chefredakteur der Aktuellen, sein Editorial, in dem er sich „erschüttert“ zeigt über „eine ganz neue Art von Kriminalität“, die Corona mit sich bringe: Diebstahl von Latexhandschuhen, Maskenverkauf zum Wucherpreis. „Darüber möchte man am liebsten gar nicht weiter nachdenken“, schreibt Thäsler und empfiehlt der Leserschaft das Schwesterblatt Aktuelle Krimi, da es „ausschließlich klassische Verbrechen von gestern und heute“ beschreibe. Nämlich Mord, Doppelmord, Folter mit Stromstößen: „Die beste Ablenkung vom Virus da draußen!“ Fehlt im Grunde nur noch Thäslers Appell: Mensch bleiben, klassisch morden!

          Wir selbst haben lange nachgedacht über die Aussage Peter Kloeppels, er tanze nur mit seiner Gattin: „Wenn ich mit anderen Frauen tanzen würde, käme ganz schnell raus, dass ich nicht nur zwei linke Füße habe, sondern drei.“ Da ist es wirklich jammerschade, dass man von Nachrichtensprechern immer nur den Oberkörper sieht.

          Weitere Themen

          Ermittler fassen mutmaßlichen Serienvergewaltiger Video-Seite öffnen

          Perfides Vorgehen : Ermittler fassen mutmaßlichen Serienvergewaltiger

          Der mutmaßliche Serienvergewaltiger, der in den letzten Wochen in Berlin und Brandenburg für Unruhe gesorgt hatte, ist gefasst. Das gaben Brandenburger und Berliner Polizei am Mittwoch auf einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt.

          Topmeldungen

          Kann sich auch mal leisten, wer nicht als „reich“ gilt: Dinner in Amsterdam.

          Vermögensverteilung : Die Neuvermessung der Reichen

          Wer die Lücke zwischen Arm und Reich verringern möchte, muss am unteren Ende ansetzen und den Aufbau von Vermögen unterstützen. Viel zu viele Deutsche haben keinerlei Ersparnisse. Das ist ein Armutszeugnis.

          Sondergipfel zu Corona-Hilfen : Verhindert Rutte die EU-Aufbaufonds?

          Ende dieser Woche sollen sich die EU-Chefs auf den 750-Milliarden-Corona-Aufbaufonds einigen. Erfolg oder Misserfolg könnte von einem einzigen Mann abhängen: dem niederländischen Premier Mark Rutte.
          Lauthals gegen Biden: Trump bei der Pressekonferenz im Rosengarten.

          Trumps Ersatz-Wahlkampf : Noch konfuser als sonst

          Wegen Corona kann Donald Trump keine Kundgebungen abhalten. Ersatzweise lädt er Journalisten ins Weiße Haus. Der Vorwand? Die neue China-Politik. Das tatsächliche Thema? Joe Biden. Denn der wolle alle Fenster abschaffen!
          Sturmumtost: das Gebäude der „New York Times“ in New York

          „New York Times“ in der Kritik : Ein Forum für alle?

          Von Kollegen gemobbt, von Twitter bevormundet: Meinungsredakteurin Bari Weiss verlässt die „New York Times“ – und erklärt in einem gepfefferten Kündigungsbrief, warum sie dort nicht mehr arbeiten möchte.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.