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Herzblatt-Geschichten : Die französische Liebschaft der Angela M.

Angela hat nur Augen für Emmanuel. Donald ist bedröppelt. Bild: Reuters

Die Klatschblätter haben Angela Merkel für sich entdeckt und dichten ihr eine Liebschaft an. Carmen Geiss kühlt sich derweil mit Weißwein die Füße und Richard Gere philosophiert über Präsidenten-Papas.

          Irgendwann werden Historiker klären müssen, wieso Angela Merkel im fortgeschrittenen Stadium ihrer Kanzlerschaft für die Klatschpresse interessant wurde. In jüngster Zeit jedenfalls findet sich die Frau, über deren Privatleben man wenig und erst recht nichts Interessantes weiß, in einer Häufung auf den Titelseiten wieder, die sie fast schon für die Helene-Fischer-Liga qualifiziert. Nichts ist dabei zu abwegig, um eine Titelstory draus zu stricken – wie etwa diese hier aus „Freizeit heute“: „Angela Merkel – Enthüllt! Wir zeigen ihre heimliche Familie.“ Leser, die auf eine Zweitehe oder unbekannten Nachwuchs hoffen, werden enttäuscht mit ein paar Worten über Merkels Bruder und Schwester, deren Existenz niemand je verheimlicht hat. Aber gut, eine heimliche Familie ist immer noch besser als eine unheimliche.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Große Überraschung – Wie die Kanzlerin Deutschland in Staunen versetzt“: Das ist kein vorgezogenes Wahlplakat, sondern eine Cover-Story der „Woche direkt“, die allen Ernstes darauf beruht, dass die Kanzlerin eine Jungpolitikerin, von der wir noch nie was gehört haben, in eine Reformkommission berufen hat. Fast schon ein Klassiker wiederum sind die Versuche von „Das Neue“, Merkel in Amouren mit französischen Präsidenten zu verstricken, aktuell erweitert um die Ehepartner: „Ihr Mann hat nur Augen für die schöne Brigitte – und sie für ihren Franzosen.“

          Nicht nur nämlich strahle „Angela“ – wir sind schon vertraut beim Vornamen – im Angesicht Emmanuels „wie ein verliebter Teenie“, sondern auch „Joachim und Brigitte amüsieren sich prächtig“, da sie „nicht nur Frankreich mit ihrer herzlichen Art erobert“ habe, „sondern ebenso ihn“. Wenn Donald Trump von diesem europäischen Reigen erfährt, der ein Mannsbild wie ihn schnöde verschmäht, wird das den atlantischen Graben weiter vertiefen.

          In einer Welt, in der der Papa nicht mehr der Papa ist, sieht Richard Gere den amerikanischen Präsidenten alles ins Chaos stürzen.

          Über Trump redet auch „Bunte“ mit Richard Gere, der behauptet: „Wir leben in einer Welt, wo der Papa nicht mehr der Papa ist. Sprich: Der Präsident der Vereinigten Staaten ist keine verlässliche, vertrauenswürdige Person mehr, sondern stürzt die Welt ins Chaos.“ Einverstanden, was die Einschätzung Trumps betrifft, aber wie, Mister Gere, kommen Sie denn auf die Idee, Ihre Präsidenten könnten unsere Papas gewesen sein? Dass ein amerikanischer Präsident der Vater von ganz vielen ist, könnten wir uns allenfalls bei Kennedy und Bill Clinton vorstellen.

          Carmen Geiss kühlt sich mit Weißwein die Füße ab

          Eine nicht ganz typische Interpretation der Vaterrolle beobachten wir bei Mathieu Carrière, der mit seinen 66 Jahren mit drei Endzwanzigern in einer Wohngemeinschaft lebt, zu der bis vor kurzem auch Carrières Tochter Elena, 20, zählte. In „Gala“ erzählt Elena, wie der Vater die WG-Partys einzuleiten pflegt: „Er stellt sich dann bei denen vor, die er noch nicht kennt, und sagt: ,Leute, es gibt hier ein paar Regeln. Kein ungeschützter Geschlechtsverkehr, keine harten Drogen. Nicht hauen und nicht klauen.‘ Der Rest ist ihm recht.“ Als Partygast in der Carrière-WG würden wir uns nach dieser Ansage ein wenig unter Druck gesetzt und wie ein Versager fühlen, wenn wir die Nacht nicht wenigstens mit ein paar weichen Drogen und geschütztem Geschlechtsverkehr abschlössen.

          Einer, der weiß, wo es langgeht: In seiner WG macht Mathieu Carrière die Regeln für seine zwanzigjährigen Mitbewohner.

          Rauschmittel rein äußerlich angewandt hat unlängst Carmen Geiss, doch auch das ist vielen auf Facebook nicht recht. „Gerade teilte die 52-Jährige mit ihren Followern, wie sie sich beim Lunch in Monaco mit Weißwein die Füße abkühlte – sehr zur Empörung ihrer Fans“, weiß „Intouch“. „,Und andere haben nichts zu trinken‘, lautet nur einer der vielen negativen Kommentare.“ Nichts gegen aufrechte Empörung, aber fehlt es den Durstenden dieser Welt nicht weniger an Wein als vielmehr an Wasser? Vor diesem Hintergrund wäre Geiss sogar zu loben, weil sie für ihre Quanten kein kostbares Trinkwasser vergeudet.

          „In“ schließt sich derweil der Kritik an und schreibt fachmännisch: „Schon im Supermarkt kostet der edle Tropfen von der Côte d’Azur bis zu 25 Euro pro Flasche. Der Restaurantpreis? Sicher das Dreifache.“ Also besser kein Fußbad im Restaurant nehmen, sondern höchstens im Supermarkt. Ein Glück, dass Geiss wenigstens keine Aufnahmen gepostet hat, die sie beim Ganzkörper-Peeling mit Kaviar zeigen, oder dabei, wie sie sich mit Hummerscheren die Fingernägel schneidet.

          Als Vater hat man es manchmal schwer: Lucas Cordalis muss zusehen, wie Daniela Katzenberger die gemeinsame Tochter Sophia ganz in pink einpackt.

          Über Geissens Reality-TV-Konkurrentin Daniela Katzenberger und ihren Mann schreibt „Neue Woche“: „Pinke Ehe-Hölle! Wie lange hält Lucas das noch aus?“ Denn „Möbel, Deko, Spielzeug und Klamotten für Töchterchen Sophia (1), wirklich alles ist pink! (...) Für einen Kerl muss es der reinste Albtraum sein.“ Für Lucas, der übrigens der extrem männlichen Profession eines Schlagersängers nachgeht, sehen wir da nur einen Ausweg: Er muss so rasch wie möglich einen Sohn zeugen, damit zumindest die Hälfte des Hauses komplett blau wird.

          Nie unterm Verdacht geringer Virilität stand Dieter Wedel, der „Bunte“ über die „trügerische Gefahr“ berichtet, die eine Liebe am Filmset bedeutet: „Eine Schauspielerin wird hergerichtet, wie ich es wünsche. Sie spricht die Sätze, die ich geschrieben habe, und sie spricht sie so, wie ich sie hören will. Wenn der Dreh vorbei ist, redet sie plötzlich eigenen Text – dann kann es sein, dass ich enttäuscht bin, weil es nicht mehr dem Idealbild entspricht, das ich im Kopf hatte.“ Und wie wär’s, Herr Wedel, wenn Sie der Dame Ihrer Wahl jeden Morgen ein kleines Drehbuch auf den Frühstückstisch legten?

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