https://www.faz.net/-hxl-8edt1

Herzblatt-Geschichten : Sie ist jetzt meine Froschkönigin

„Ich sehe aus wie ein geplatzter Frosch“: Verona Pooth nach ihrem Hyaluronsäure-Malheur Bild: AFP

Während Verona Pooth mit einem kosmetischen Malheur kämpft, schreibt Sylvie Meis Tagebuch. Und Helene Fischer erfindet einen Kalender mit 18 Monaten.

          3 Min.

          Wie man mit eigenen Schwächen offensiv umgeht, demonstriert mal wieder Verona Pooth. Zur Oscar-Verleihung war sie in Hollywood, natürlich nicht im Dolby Theatre mit DiCaprio, sondern bei der „deutschen Pre-Oscar-Party“, und ließ sich für einen netten Schmollmund Hyaluronsäure in die Lippen spritzen. Warum sie das so bereitwillig ausplaudert? Weil es unübersehbar schiefging. „Ich sehe aus wie ein geplatzter Frosch und trage plötzlich ein Riesen-Schnäuzchen“, erzählt Pooth der Bild-Zeitung, die daraufhin so viele Wortspiele macht von „riskiert ’ne dicke Lippe“ bis zu „Schlauch-Pooth“, dass für uns keins mehr übrig bleibt.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Sechs Wochen soll die Wirkung anhalten, genug Gelegenheit für Bild, am Ball zu bleiben. Zu Wort kommen lässt sie Gatte Franjo: „Sie ist jetzt meine kleine Froschkönigin. Geduld und Spucke sind jetzt angesagt“, danke, so genau wollten wir das gar nicht wissen. Und Verona selbst gibt bekannt: „Das Küssen mit dieser Lippe ist schon ein wenig anders, aber genauso schön. Ich muss nur aufpassen, dass kein Vakuum entsteht.“ Böse Lippen, äh, Zungen würden jetzt sagen: Das wäre dann bei Verona neben dem Vakuum etwas weiter oben ja schon das zweite.

          In der Toiletten-Schlange mit Mariah Carey

          Und noch jemand ist in Los Angeles gewesen: „Exklusiv – Sylvie Meis – Verliebt in Hollywood! Hautnah bei den Oscars! Für In schreibt sie ihr privates Tagebuch!“, lesen wir und sehen Sylvie über vier Seiten durch L.A. stöckeln. „Um 4.30 Uhr morgens klingelt der Wecker“, schreibt sie. „Dann Work-out, duschen, Frühstück. Um 10 Uhr klopft meine Freundin und Make-up Artist Serena Goldenbaum (49) an meine Tür, um mich zu stylen.“ Heißt: Sylvie hat fünfeinhalb Stunden gebraucht, um zu work-outen, zu duschen und ihr Frühstück zu essen? Letzteres sehen wir auch im Bild: „Ein Omelette aus Eiweiß – es ist Low Carb und hat wenig Fett. Perfekt für die Figur. Dazu gibt es Gemüse und einen Karottensaft.“ Gut, da hätten auch wir sehr lange gebraucht, um das herunterzukriegen.

          Sie ist ganz aufgeregt, wenn sie neben Mariah Carey auf eine freie Toilette warten darf: Sylvie Meis

          Auch Sylvie war nicht bei der Verleihung selbst, sondern bei Elton Johns Gala zugunsten seiner Aids-Stiftung: „Weil ich diese unterstütze, habe ich eine der begehrten Einladungen bekommen“ – und wir fragen uns, ob das eine Umschreibung dafür ist, dass sie sich wie die meisten anderen Gäste einfach ein Ticket gekauft hat. Und welche Stars hat sie nun getroffen? Zum Beispiel „meine Rote-Teppich-Freundin Verona Pooth“ (klingt nicht eben nach einer innigen Beziehung). Außerdem Heidi Klum („Wir plaudern kurz“). Und dafür, Sylvie, musstest du echt nach Hollywood fliegen? Dann passiert doch noch was: „Später stehe ich vor den Toiletten in der Schlange neben Superstar Mariah Carey“ (45), wow. Vielleicht wurden die anderen Stars ja von Verona Pooths Lippen verdeckt. Ein wenig jedenfalls hat man das Gefühl, dass Sylvies Liebe zu Hollywood eine recht einseitige ist.

          Großes Kino bietet Neue Post: „Caroline – Liebes-Sensation? Wenn aus Freundschaft große Gefühle werden“, titelt sie und führt uns in ein Lokal, in dem die „Firmen-Erbin Jacqueline L. (27)“ mit „ihrem Freund Dr. Maurice J. (31) einen schönen Abend verbringen wollte. Doch kaum dort eingetroffen, traute sie ihren Augen nicht: ,Hinten in der Ecke saß ein Pärchen. Die beiden wirkten sehr vertraut und verliebt. Ich bin ganz sicher: Es waren Alain Delon und Caroline von Monaco!‘“

          Donnerwetter, eine Firmenerbin und ein Doktor – das ist schon ein anderes Kaliber als die Butler und Friseurinnen, die sonst so als Zeugen auftauchen. „Am liebsten hätte ich ja ein Foto gemacht, aber mein Freund war dagegen...“, sagt Jacqueline, und das ist echt ärgerlich, dass Neue Post wegen der Skrupel des Dr. J. nichts beweisen kann. Trotzdem sei die „Beobachtung der jungen Jacqueline durchaus glaubhaft“, heißt es, aber wie soll gerade Neue Post das beurteilen können? Das ist doch wie mit dem Blinden und der Farbe.

          Durch das Jahr mit Helene Fischer

          Viele Fotos hat man von Helene Fischer gemacht, aber auch das ist nicht recht: Wegen eines Kalenders, behauptet Die Aktuelle, gibt es „Riesenzoff mit den Fans“. Jene fragten sich etwa: „Wen oder was sucht Helene da im Kakteenwald – und warum tut sie das im Dezember?“ Ganz einfach: Weil eine Helene Fischer es sich leisten kann, den Dezember nicht in Deutschland zu verbringen, sondern weit wegzufahren. Irgendwohin, wo’s Kakteen gibt. Immerhin, erfahren wir, umfasst Helenes Kalender nicht nur zwölf, sondern „ganze 18 Monate (Juli 2015 bis Dezember 2016)“. Kriegen die Fans zur Entschädigung also ein paar alte Monate dazu? Oder hat Die Aktuelle den Kalender erst so spät entdeckt?

          Helene Fischer entflieht dem kalten Deutschland, um im Kakteenwald spazieren zu gehen.

          Gratulieren dürfen wir noch Victoria und Daniel von Schweden zur Geburt ihres Sohns Oscar Carl Olof – an einem, hihi, für die Klatschblätter ungünstigen Mittwoch. Einzig die am Samstag erschienene Aktuelle kann die Nachricht auf dem Cover vermelden („Jaaa! Unser Baby ist da!“) und zeigt ein Babyfoto: „Süß wie Estelle!“ Was gar kein Wunder ist – denn mangels Fotos von Oscar zeigt das Blatt einfach noch mal dessen große Schwester. Und die ist nun mal so süß wie sie selbst.

          Weitere Themen

          Belastende Details gegen Beschuldigten

          Mordfall „Maddie“ : Belastende Details gegen Beschuldigten

          Immer mehr Einzelheiten werden über den Deutschen bekannt, der nach Ansicht der Ermittler vor rund 13 Jahren die kleine Madeleine McCann getötet haben könnte. Das Strafregister des Deutschen soll rund 17 Einträge aufweisen.

          Topmeldungen

          Aufgebahrt in einem goldenen Sarg: George Floyd.

          Tod von George Floyd : Kollektives Trauern

          Neun Schweigeminuten und bewegende Reden: In Minneapolis haben Politiker und Angehörige um Gorge Floyd getrauert. Den Bürgerrechtler Al Sharpton stimmt es hoffnungsvoll, dass auch in Deutschland viele junge Menschen gegen Rassismus auf die Straße gehen.
          Der einstige Wohnsitz des Verdächtigen in Südportugal.

          Mordfall „Maddie“ : Belastende Details gegen Beschuldigten

          Immer mehr Einzelheiten werden über den Deutschen bekannt, der nach Ansicht der Ermittler vor rund 13 Jahren die kleine Madeleine McCann getötet haben könnte. Das Strafregister des Deutschen soll rund 17 Einträge aufweisen.
          Trotz Staatshilfen: Lufthansa fliegt au dem Dax

          Nach 32 Jahren : Lufthansa fliegt aus dem Dax

          Trotz Staatshilfen in Höhe von 9 Milliarden Euro muss die größte Fluggesellschaft in Deutschland ihren Platz im Dax räumen. An deren Stelle tritt eine Wohnungsgesellschaft.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.