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Herzblatt-Geschichten : Stark und reif dank Ibiza

Kate und Söhnchen Louis im Garten. Nicht im Bild: Margreth Pinter. Bild: dpa

Diese Woche verrät uns die Klatschpresse wie viele Tausende Frauen Juan Carlos geliebt hat – und eine ganz heiße Quelle bestätigt die vierte Schwangerschaft von Herzogin Kate.

          Selten genug, dass uns die Bild-Zeitung mal zum Nachdenken bringt, mit dieser Schlagzeile über Spaniens Ex-Monarchen aber hat sie es geschafft: „Der König, der 5000 Frauen liebte“. Sofort nämlich haben wir uns gefragt, ob damit tatsächlich gemeint ist, dass Juan Carlos all diese Frauen geliebt hat – oder dass er mit ihnen geschlafen hat. Wir können uns gar nicht entscheiden, was von beidem wir beeindruckender fänden.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Juan Carlos’ Entschluss, keine repräsentativen Termine mehr wahrnehmen zu wollen, kommentiert Norbert Körzdörfer, bei Bild der Mann für schräge Tiermetaphern: „Wie ein stolzer, alter Elefant zieht sich König Juan Carlos (81) zurück in den eigenen Schatten seines Sonnenuntergangs.“ Was uns neu ist: dass Sonnenuntergänge einen Schatten haben. Und was wir besonders apart finden: Juan Carlos, der berüchtigt dafür ist, dass er gern stolze, alte Elefanten erlegte, als ebensolchen zu bezeichnen. Wünschen wir dem Altkönig, dass ihm im Schatten seines Sonnenuntergangs kein Jäger auflauert.

          Nicht ganz ungefährlich scheint auch die Zusammenarbeit mit dem Fotografen Peter Lindbergh zu sein, jedenfalls für seine Modelle: „Bei einem Shooting mit Linda Evangelista bat ich sie zu lachen, weinen, sauer zu sein“, berichtet Lindbergh Bild. „Als sie dann heulte, konnte sie nicht mehr aufhören. Ich musste sie zum Pool bringen und untertauchen. Erst dann hat sie sich beruhigt.“ Wie viele Minuten musste er sie denn untertauchen, bis sie endlich ganz still war? Und hat Lindbergh gleich im Anschluss daran mit ihr noch die Fotos gemacht, auf denen sie sehr, sehr sauer war?

          Ein aufmunterndes Lächeln fällt Peter Lindbergh nicht schwer.

          Entzückende Fotos hat uns soeben das britische Königshaus präsentiert: Kate und William mit ihren Kleinen, die bei der Chelsea Flower Show durch einen von Kate mitgestalteten Garten tollen. Neue Post zeigt nicht nur die Bilder, sondern verkündet via Titelschlagzeile: „Die nächste schöne Nachricht aus England – Herzogin Kate – Hurra, das 4. Baby!“ Für Kates Schwangerschaft benennt Neue Post sogar eine Zeugin: „Ja, es ist wahr“, sagt Margreth Pinter, 36, die Kate bei der Gestaltung des Gartens geholfen und mitangesehen habe, dass diese es vermieden habe, schwere Lasten zu heben; auch William habe immer wieder besorgt vorbeigeschaut.

          Seltsam ist nur, dass die Weltpresse als Kates Mitstreiter zwar die Landschaftsarchitekten Adam White und Andrée Davis nennt, aber keine Margreth Pinter. Noch seltsamer ist, dass ganz Google keine Dame dieses Namens kennt: Eine 36 Jahre junge Frau, die im gesamten Internet keine Spuren hinterlassen hat, dafür aber in Neue Post? Entweder also hat Margreth Pinter ihr Lebtag eine Existenz in höchster Diskretion geführt, um ihre angestrebte Kooperation mit Kate nicht zu gefährden. Oder aber, Gott behüte!, Margreth Pinter gibt es gar nicht, wofür wir einen weiteren Beweis gefunden haben: Bringt man nämlich die Buchstaben ihres Namens in eine andere Reihenfolge, ergeben sich die Wörter „arg irre“ sowie „Meth“ – jene Droge, die Neue Post beim Verfassen des Textes mutmaßlich konsumiert hat. Hinter die Bedeutung der verbleibenden Buchstaben „pnt“ kommen wir später sicher auch noch.

          Frank Elstner bei der Premiere des Musicals „Aladdin“ mit Ehefrau Britta, Tochter Lena und ihrem damals noch zukünftigen Gatten Florian Gerstner.

          Wen jeder kennt, das ist Frank Elstner, dessen Tochter Lena nun geheiratet hat. Und wie wir den Tausendsassa und „Wetten, dass..?“-Erfinder auch eingeschätzt hätten, hat er dabei tatkräftig mitgewirkt. Schwiegersohn Florian, der bei Lenas Eltern um ihre Hand anhielt, erzählt Bunte: „Frank sagte zum Glück sofort Ja und half mir sogar, den Heiratsantrag vorzubereiten.“ Wie der dann ablief, das können wir uns gut vorstellen: Florian fuhr mit dem Gabelstapler vor und schob damit den Verlobungsring gefühlvoll auf Lenas Finger.

          Auch den Tanzkurs des Hochzeitspaars vor der Feier hat Frank Elstner organisiert: „Tanzlehrer war der strenge ,Let’s Dance‘-Juror Joachim Llambi“, weiß Bunte. „,Papa und Joachim kennen sich gut‘, sagt Lena.“ Den Rest können wir uns denken: Die Trauung vollzog Jürgen Fliege, das Buffet steuerten Lafer, Lichter und Mälzer bei, den Brautstrauß fing die neue Bachelorette, und hinterher ging’s mit dem Herzblatt-Hubschrauber direkt in die Flitterwochen aufs Traumschiff zu Florian Silbereisen.

          Heinz Christian Strache im Februar mit Ehefrau Philippa beim Wiener Opernball

          Als Urlaubsort ein wenig in Verruf geraten ist ja Ibiza, seit bekannt wurde, dass der inzwischen zurückgetretene FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache dort einen ausgelassenen Abend mit einem Parteifreund verbracht hat und mit einer russischen Oligarchennichte, die sich dummerweise als so echt entpuppte wie die Gartenexpertin Margreth Pinter; seinen Satz „Bist deppert, die ist schoarf“ darf Strache wohl als sein politisches Vermächtnis betrachten. „Unsere Familie hält eng zusammen“, versichert Straches Parteifreundin und Ehefrau Philippa nun Bunte. „Wir sind, wenn Sie so wollen, eine kleine Familienarmee.“ Ehrlich gesagt, wollen wir das eigentlich nicht so gern – uns Vertreter der FPÖ als Soldaten vorstellen.

          Jedenfalls scheint das Paar den Ibiza-Trip inzwischen als Segen zu betrachten. „Momentan bin ich nicht nur Ehefrau, sondern auch beste Freundin meines Mannes“, sagt Philippa Strache; schön, dass aus der Geschichte so eine Freundschaft entstanden ist. Außerdem sagt sie: „Was wir gerade erleben, macht einen als Mensch nur reifer und stärker.“ Und da kann man sich ja wirklich nur wünschen, dass noch möglichst viele Menschen die Chance bekommen, reifer und stärker zu werden. Wir fürchten nur, dass es dafür weder genügend Ibiza-Flüge noch Oligarchennichten gibt.

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