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Herzblatt-Geschichten : Machos, Weicheier und Lachkasper

Streng gesund für seine Meghan? Prinz Harry mit seiner Verlobten Bild: dpa

Prinz Harry hat neuerdings, glaubt man der Klatschpresse, einen streng gesunden Lebensstil. Den wird sich die nach Schokolade süchtige Schwester von Daniela Katzenberger fürs Dschungelcamp noch angewöhnen müssen.

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          Hör mal zu, Aktuelle: Wir glauben dir mal wieder kein Wort. Angeblich, schreibst du, sehe sich Prinz Harry unter Druck gesetzt, weil seine Verlobte Meghan so schwierige Yoga-Übungen mache: „Liebe ist... wenn er für sie die ,Affen-Schaukel‘ übt!“ Harrys vermeintliche Entscheidung, nun ebenfalls einem streng gesunden Lebenswandel zu frönen, hätten „die Engländer“ prompt mit folgenden Worten kommentiert: „Ausgerechnet Harry, der jahrelang als Party-Prinz Schlagzeilen machte und dessen Lieblingstier der Kater war!“ Und das, Aktuelle, glauben wir dir eben nicht. Besagter Kater nämlich, der metaphorische, ist den Engländern schließlich unbekannt. Sie klagen nach dem Pub-Abend nicht darüber, einen male cat zu haben, sondern einen hangover – und das, Aktuelle, ist keine Yoga-Übung.

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Bei Mitgliedern des Königshauses wäre freilich auch die Formulierung to have one in the crown sehr passend – einen in der Krone haben. Über ebenjene hat sich nun Queen Elizabeth geäußert, die nun – eine kleine Sensation – ein Interview gegeben hat. Der BBC hat sie dabei Folgendes anvertraut: Wenn man eine Krone trägt, muss man den Kopf still halten und kann beim Ablesen einer Rede nicht nach unten schauen, um den Text abzulesen. „Diese Kronen haben also schon einige Nachteile“, so Elizabeth, „aber andererseits sind sie ziemlich wichtige Dinge.“ Je nun – wichtig, darüber könnte man sicher streiten, wenn auch besser nicht mit der Queen. Auf jeden Fall glitzern die Dinger immer sehr schön.

          Krone: wichtig, aber unpraktisch.
          Krone: wichtig, aber unpraktisch. : Bild: Reuters

          Im monarchielosen Deutschland wird demnächst immerhin wieder ein Dschungelkönig gekürt. RTL stellt uns die Kandidaten und ihre Motive vor. „Ich gehe in den Dschungel, weil ich abnehmen will“, sagt Jenny Frankhauser, ein bisschen bekannt als Schwester von Daniela Katzenberger. „Ich habe eine Schokoladen-Sucht, und dort wird es mir nicht möglich sein, nachts zum Kühlschrank zu rennen.“ Zumindest müsste sie bis zum nächsten Kühlschrank außerordentlich weit rennen. Insofern empfiehlt sich die Teilnahme an der Dschungelshow für Entzugswillige jeglicher Couleur und müsste im Grunde von der Krankenkasse bezuschusst werden.

          Tischmanieren sind Natascha Ochsenknecht wichtig, auch im Dschungel.
          Tischmanieren sind Natascha Ochsenknecht wichtig, auch im Dschungel. : Bild: dpa

          Doch nicht nur auf Kühlschränke müssen die Dschungelcamper verzichten. Natascha Ochsenknecht, die laut RTL als Designerin „zu Deutschlands bekanntesten Persönlichkeiten“ zählt, gibt bekannt: „Tischmanieren sind mir wichtig. Da es dort keine Tische gibt, muss man wohl alles akzeptieren, was kommt.“ Hoffen wir, dass die Teilnehmer wenigstens über gute Baumstamm- oder Bodenmanieren verfügen. Aber Ochsenknecht zeigt sich dann doch tolerant: „Wichtiger ist mir aber, dass sich alle mit Respekt behandeln. Da kann dann auch mal einer furzen und rülpsen, wenn er nett zu den anderen ist.“ Körpergeräusche also bitte stets respektvoll vortragen!

          Sandra Steffl wiederum erklärt: „Ich mag keine Spinnen, Ratten oder Viecher auf mir drauf. Auch Ameisen, die mich anpinkeln, sind keine schöne Vorstellung.“ Steffl wird von RTL vorgestellt als „Schauspielerin und Moderatorin“, Zoologin jedenfalls ist sie gewiss nicht – denn wissen Sie was, Frau Steffl? Ameisen pinkeln gar nicht, also auch niemanden an. Dafür versprühen sie gern mal eine ätzende Säure, aber das machen beim Dschungelcamp ja eigentlich alle.

          Ganz anders geht es auf dem „Traumschiff“ zu, das Sascha Hehn seit geraumer Zeit als Kapitän durchs ZDF-Abendprogramm steuert. „Es gibt nichts Schöneres, als in Unform zu spielen“, sagt Hehn dem Neuen Blatt. „Und es gefällt mir, dass ich an einem so schönen und friedvollen TV-Programm beteiligt bin, in dem es nicht um Mord und Totschlag geht.“ Das ist dann im Grunde ein doppelter Glücksfall: In den meisten Filmen, in denen Deutsche in Uniform auftauchen, geht es ja nicht besonders friedvoll zu. „Ich mag die Vorstellung“, sagt Hehn außerdem, „dass es Menschen gibt, die nach unserer Sendung viel besser schlafen.“ Das ist nicht nur nach der Sendung so, Herr Hehn, sondern sogar währenddessen.

          Privates hat der Schauspieler auch mitzuteilen: „Einmal Macho, immer Macho!“, sagt er von sich selbst. „Kluge Frauen wissen das auch zu schätzen. Die wollen kein Weichei und keinen Lachkasper, richtige Frauen wollen einen richtigen Mann!“ Das ist bemerkenswert und auch ein wenig beunruhigend. Sind denn die Frauen, die Weicheier und Lachkasper wie uns schätzen, am Ende gar nicht echt?

          Beunruhigend sind auch die Nachrichten von Helene Fischer. „Jetzt kommt alles ans Licht“, titelt Neue Post. „Verzweifelter Hilferuf! Exklusiv – Warum sie solche Schlafprobleme hat“. Legt unsere Schlagerkönigin vorm Schlafen die Krone nicht ab? Schaut sie zu selten das „Traumschiff“? Neue Post liefert seinen Lesern jedenfalls eine fiktive Bettgeschichte: „Es ist spätabends. Ein Hotelzimmer irgendwo in Deutschland. Es ist dunkel, doch an Schlaf ist nicht zu denken. Irgendetwas stimmt nicht. Oder? Sie macht das Licht wieder an, schaut sich um. Da ist es, das Problem...“. In einer Fernsehsendung nämlich hat Fischer laut Neue Post ihr „trauriges Geheimnis“ offenbart: Sie kann nur schlafen, wenn alle Türen und Schubladen geschlossen sind. „Wenn ich im Bett liege, muss immer alles zu sein. Das ist so meine Macke, die ich hab. Nur dann, wenn alles zu ist, kann ich schlafen.“ Das finden wir sehr sympathisch, zumal wir selbst jedenfalls teilweise die gleiche Macke haben: Wir können nur schlafen, wenn unsere Augen zu sind.

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