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Herzblatt-Geschichten : Verurteilt zu langer Heiratsstrafe

Elon Musk und Grimes haben Freude an ungewöhnlichen Kindernamen. Bild: AFP

Elon Musk benennt sein Kind nach seinem Lieblingsflugzeug, Jürgen Klopp lernt Krawattenbinden, und Laura Müller muss vielleicht ohne den Wendler vor den Altar treten. Die Herzblattgeschichten.

          3 Min.

          Irgendwie schade, aber der inoffizielle Wettbewerb um den abgefahrensten Kindernamen der Prominentenwelt ist vermutlich auf viele Jahre entschieden. Es war im Grunde abzusehen, wenn der Vater mit Elon Musk nicht gerade einen Allerweltsnamen trägt und sich die Mutter einen schrägen Künstlernamen wie Grimes gibt. Der neugeborene Sprössling der Musikerin und des Unternehmers freilich lässt die Eltern im Vergleich nun wie Hans und Sabine Müller dastehen: Der Knabe soll auf den Namen X Æ A-12 hören. Wobei: Ob er wirklich darauf hört, bliebe wohl abzuwarten.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wie wir Bild entnehmen, haben sich die Eltern durchaus ihre Gedanken gemacht: X stehe demnach für die unbekannte Variable, das Æ für Künstliche Intelligenz und A-12 für „das Lieblingsflugzeug des Paars“, eine Militärmaschine: „Toll im Gefecht, aber friedlich.“ Als normalsterbliche Eheleute sind wir da leicht beschämt, wir haben nicht mal ein Lieblingsflugzeug. Überhaupt ist unser Horizont in diesen Zeiten so begrenzt, dass uns als originelle Kindernamen nur Drosten, Quarantäne oder Netflix einfielen.

          „Bei so viel höheren Steuern hört bei mir die Romantik auf“

          Ob der kleine X Æ A-12 tatsächlich so heißen darf, steht indes noch dahin: Laut kalifornischen Gesetzen dürfen Vornamen nämlich nur aus den 26 Buchstaben des englischen Alphabets bestehen. Für das Kind wäre das wahrscheinlich ein Segen, auch wenn es uns brennend interessieren würde, bei welchem Kosenamen die Eltern es rufen würden: Ixxy? A-Zwölfchen?

          Es gibt zwar keinen Hinweis darauf, dass Horst Lichter gerade Nachwuchs plant – schön fände es die „Neue Welt“ trotzdem.

          „Es wäre so schön – Horst Lichter – Baby-Glück mit 58?“ titelt derweil Neue Welt, auch wenn es im dazugehörigen Text nicht den kleinsten Hinweis darauf gibt, dass Lichter und seine Frau, die 48 ist, Nachwuchs planen. Was die Frage aufwirft, wann genau man endgültig aus dem Alter herausgewachsen ist, in dem einem solche Schlagzeilen angedichtet werden. „Angela Merkel – Baby-Glück mit 65?“ würde man vermutlich nirgends lesen, bei Männern sieht die Sache schon anders aus. Bernie Ecclestone wird ja jetzt mit 89 noch mal Vater, allerdings hat da niemand was von „Baby-Glück“ und „Es ist so schön“ geschrieben.

          In Bezug auf das Lebensalter finden wir auch die Schlagzeile der Freizeitwoche hochinteressant: „Birgit Schrowange – Hochzeit geplatzt! Lässt ihr junger Freund sie jetzt sitzen?“ Nö, das macht er nicht, viel spannender aber scheint uns, dass Schrowange 62 ist, ihr „junger Freund“ aber auch schon 54. Männer in der Midlifecrisis sollten sich demnach keine Frau in ihren Zwanzigern, sondern eine in den Achtzigern anlachen, dann gehen sie selbst womöglich als „blutjunger Freund“ durch. Vorerst geplatzt übrigens ist Schrowanges Hochzeit, weil es in der schweizerischen Heimat ihres Liebsten eine „Heiratsstrafe“ genannte Steuerbelastung gibt: „Bei so viel höheren Steuern hört bei mir die Romantik auf.“ Und wir hätten gedacht, dass die Romantik dann, wenn man kaum mehr etwas hat als nur einander, erst so richtig anfängt. Der Begriff „Heiratsstrafe“ übrigens gefällt uns so gut, dass wir uns durchaus eine andere Verwendung vorstellen könnten: „Ich habe eine dreijährige Heiratsstrafe hinter mir, bin jetzt aber endlich geschieden.“

          Laura Müller ohne den Wendler vorm Altar?

          Für manche schönen Dinge braucht man auch gar keinen Partner, etwa wenn man, wie Sänger Al Bano, ein treues Pferd hat: „Wenn ich im Wald oder am Meer reite und die Augen schließe“, hat er laut der Aktuellen gesagt, „dann weiß ich sofort, in welcher Jahreszeit wir sind.“ Das klingt fein, aber ein bisschen aufwendig: Wir selbst schauen dafür meistens nur in den Kalender.

          Einen Glückwunsch nach England möchten wir an dieser Stelle an George schicken, den ältesten Sohn von Kate und William, der in einer Leserinnen-Abstimmung der Frau im Spiegel zum „beliebtesten Königskind Europas“ erklärt wurde: „Georges Fans lieben seine natürliche, unverstellte Art“, preist das Blatt den Sechsjährigen. Die ein Jahr jüngeren Monaco-Zwillinge Gabriella und Jacques landen nur auf dem zehnten und letzten Rang. Selbst schuld: Sollen sich die Gören halt nicht immer so unnatürlich und verstellt geben.

          Lässt der Wendler seine Laura vor dem Altar in Las Vegas im Stich?

          Unser England-Export Jürgen Klopp vertreibt sich die fußballfreie Zeit derweil mit Videos, die sein FC Liverpool verbreitet: „Ich bin jetzt 52, aber kann keine Krawatte binden. Das muss sich jetzt ändern“, teilt Klopp da laut Frau im Spiegel mit und bekommt am Ende einen ordentlichen Knoten hin. Sollte die Saison abgebrochen und Klopp doch nicht englischer Meister werden, dann winkt ihm nun immerhin die Auszeichnung als Krawattenmann des Jahres, das ist auch ein schöner Titel.

          In einem weiteren Video lässt Klopp die Menschheit wissen, dass er „zum ersten Mal ein Rührei gemacht“ hat, Respekt auch dafür. Viel weiter ist da natürlich Starkoch Tim Raue, der in Bunte erklärt: „Jedes Gericht ist wie ein Kind für mich. Natürlich liebe ich sie alle gleich.“ Umso grausamer, dass er sie dann alle aufisst.

          Keine guten Neuigkeiten gibt es derweil von unserem liebsten Trash-TV-Paar Michael Wendler (47) und Laura Müller (19). „Wendler – Laura – Hochzeits-Drama! Endet Laura allein vor dem Altar?“, bangt Closer. Sollte der Wendler zur geplanten Hochzeit in Las Vegas tatsächlich nicht auftauchen, dann könnte Laura dort immer noch den obligatorischen Elvis-Imitator ehelichen: Das ist zwar ebenfalls ein deutlich älterer Mann, aber musikalisch eine absolute Verbesserung.

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