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Herzblatt-Geschichten : Bunny, Leo und die Horrorfrauchen

Wulff im Schafspelz: Laut den Politikfachleuten der „Aktuellen“ steht der nonchalante Niedersachse kurz vor seiner Rückkehr auf den deutschen Kaiserthron. Bild: dpa

Im politischen Berlin herrscht Aufregung – Insider des investigativen Politjournals „Aktuelle“ verkünden die Rückkehr des Christian Wulff, und niemand wusste davon. Auch ein CIA-Komplott, wie die Urlaube der Kanzlerin?

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          Es gibt ja schon eine Reihe heißer Kandidaten für die Nachfolge von Joachim Gauck. Navid Kermani zum Beispiel. Fabian Hambüchen. Helene Fischer. Aber den allerheißesten Anwärter auf die nächste Bundespräsidentschaft hat die Aktuelle ermittelt. Es ist – Christian Wulff.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Jawoll, Gaucks Vorgänger wird Gauck beerben, das kann nach der Analyse des Fachblatts als sicher gelten. Es deute sich eine „Sensation an, wie es sie in Deutschland noch nicht gab“, heißt es da. „Immer wieder“ falle in Polit-Zirkeln der Name Wulff: „Er ist noch jung, und er ist eingearbeitet ins Amt, kennt die Abläufe gut.“ Im Übrigen habe ihm das Volk seine Fehltritte längst verziehen. Als gewichtigste Stimme für die Wulff-reloaded-Lösung zitiert die Aktuelle noch den Blogger Gerd Buurmann (wer kennt ihn nicht?): „Es wäre ein Zeichen von Größe, Wulff wenigstens als Bundespräsident vorzuschlagen.“

          CIA türkt Merkels Urlaube

          Schnelle Klarheit in dieser Sache ist umso wünschenswerter, da es um das amtierende Staatsoberhaupt schlimm zu stehen scheint. „Joachim Gauck – Dramatische Not-OP“, titelt das Neue Blatt. Gut, im Text selbst ist dann nur noch von einer „akut notwendigen Zahn-OP“ die Rede und davon, dass es Herrn Gauck so geht, wie es eben vielen Sechsundsiebzigjährigen geht, aber wir wissen ja, dass die Mainstream-Medien die wirklich wahre Wahrheit gar nicht schreiben dürfen.

          Urlaub oder Geiselhaft? „Bundeskanzlerin“ Angela Merkel mit ihrem CIA-Leibwächter Joachim Sauer, der auf diesem Bild einen Fluchtversuch verhindert.

          Womit wir bei Angela Merkel wären. In sämtlichen von der CIA gesteuerten Presseorganen waren in der vergangenen Woche Fotos der urlaubenden Kanzlerin zu sehen. Wir haben die Aufnahmen aus dem Neuen Blatt und der Aktuellen mit den Bildern der vergangenen Jahre verglichen und konnten keinerlei Unterschiede feststellen: immer wieder Merkel mit Schirmmütze, Karohemd und Gatten in irgendeinem Suldener Sessellift. Was schließen wir daraus? Merkel ist schon lange nicht mehr Regierungschefin, sie wird vielmehr in einem Bunker in Langley gefangen gehalten, und die Nation wird mit Kanzlerinnenmaterial aus der Datenbank getäuscht, während die jüdisch-muslimisch-kapitalistische Weltverschwörungsmafia unser Vaterland zerstört. Glauben Sie nicht? Wie oft ist Ihnen Angela Merkel in den letzten zwölf Monaten auf der Straße begegnet? Kein einziges Mal? Sehen Sie.

          Den Grinch als Tochter

          Jetzt aber Schluss mit Politik, dafür gibt es andere Kolumnen. Außerdem ist das Treiben der nicht gewählten Society-Größen schockierend genug. „Aufreger der Woche“ (In) respektive „No-go der Woche“ (In Touch): der Umgang von Cara Delevingne mit ihrem Hund. „Sie ist ein Horror-Frauchen“, urteilt In Touch und listet schonungslos die Greueltaten des Models auf: Miss Delevingne steckt Huskie-Mischling Leo in absurde Kostüme, nötigt ihn, sie zu Modenschauen zu begleiten, und – Gipfel der Perfidie! – sie hat ihm ein Anti-Bell-Halsband verpasst. Das Ding sprüht dem armen Leo bei jedem Kläffer ein Zitronen-Aerosol in die Schnauze, um ihm sein ruhestörendes Tun zu verleiden.

          Die Leiden des jungen Husky – der Bodyguard im Hintergrund schaut traumatisiert auf die Hinterseite von Tierquälerin Cara Delevingne.

          Statt mit so einem Folterwerkzeug wehrlose Kreaturen zu drangsalieren, sollte man es lieber gewissen sogenannten Erziehungsberechtigten umlegen. Katie Price zum Beispiel. Laut In hat das Playmate seine einjährige Tochter Bunny mit dem grünen Scheusal aus einem bekannten Weihnachtskinderbuch verglichen: „Sie sieht aus wie der Grinch. Ich habe ihr Ohrlöcher stechen lassen, doch sie sieht trotzdem noch aus wie ein Junge. Sie kam schon hässlich auf die Welt.“

          Auch Fernsehkoch Jamie Oliver könnte einen Stoß Zitronensäure in die Nüstern vertragen. Wie In Touch zu entnehmen ist, hat er es zugelassen, dass seine Kinder auf Vornamen wie Petal Blossom Rainbow und Buddy Bear Maurice hören. „Ich habe nichts mit der Namenswahl zu tun“, beteuert Mister Oliver. „Dafür ist ganz allein meine Frau verantwortlich.“

          Sandra for President

          Pfui über so viel Feigheit. Wir würden uns wünschen, dass er auch einmal Post von Anna von A. aus Frankfurt bekommt. Die hat nämlich in einem Leserbrief an die Aktuelle schon Michelle Hunziker eindrucksvoll die Meinung gegeigt. Sie könne die Hunziker nicht mehr sehen, stellt Frau von A. fest: „Das ganze Jahr im Urlaub – und immer dumm grinsend. Die sollte mal arbeiten gehen, wie ganz normale Leute...“

          Was erlauben Hunziker? Das ganze Jahr im Urlaub, und dann auch noch blöd grinsen – so was geht gar nicht, findet zumindest „Aktuelle“-Leserin Anna.

          Oder so wie Sandra. Nicht Sandra Bullock, einfach nur Sandra. Kennen Sie nicht? Das ist die Ex-Frau des Produzenten Michael Cretu, die uns Mitte der Achtziger mit ihrem, nun ja, Gesang erfreut hat. Und jetzt beglückt sie mit unvergänglichen Meisterwerken wie „Maria Magdalena“ immer noch sehr viele Menschen. „Kürzlich war sie in den USA auf Tournee, und in Russland füllt sie riesige Hallen“, schreibt Frau im Spiegel.

          Füllt riesige Hallen. Genießt internationales Ansehen. Verfügt mit 54Jahren über genug Lebenserfahrung. Ist dank 30Millionen verkaufter Platten reich und politisch unabhängig wie Donald Trump. Kann bestimmt auch super mit Putin. Also, wenn Wulff 2.0 doch nicht klappt, dann muss es heißen: Sandra for President. Oder gleich: For Chancellor. Wenn nur die CIA nicht dazwischenfunkt.

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