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Herzblatt-Geschichten : Heilige Guacamole, was ein Typ

Wie eng wird sein Batman-Kostüm anliegen? Schauspieler Robert Pattinson soll laut In das Muskeltraining verweigern. Bild: AP

Heinz Hoenig lässt sich ums Windeln wechseln beneiden, Robert Pattinson verweigert das Sixpack-Training und eine Astrologin verspricht Deutschland eine positive Jahresbilanz. Die neuen Herzblatt-Geschichten.

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          Mit allem kommt auch ein Elon Musk nicht durch: Anders als geplant, wird der Sohn des Unternehmers und seiner Frau Grimes nun doch nicht X Æ A-12 heißen. „Nach kalifornischem Recht sind Ziffern im Namen nicht erlaubt“, berichtet die Bild-Zeitung. Römische Zahlen allerdings schon, weshalb der Name nun lautet: X Æ A-Xii. Da hat der Junge ja echt noch einmal Glück gehabt.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Vom deutschen Schauspieler Heinz Hoenig ist derlei Exzentrik nicht zu erwarten, seine baldige Vaterschaft sorgt dennoch für Aufsehen: „Heinz Hoenig & seine Annika – Noch mal Vater mit 68!“, titelt Frau im Spiegel. Das ist nur zur Hälfte richtig, es trifft nämlich einzig auf Hoenig zu, denn Annika ist erst 35 und wird Mutter. Auf die Frage des Blattes, ob besagte Vaterschaft womöglich recht spät komme, antwortet Hoenig: „Nein, aber ich weiß, dass ich viele Neider haben werde. Ich habe eine wunderschöne, junge Frau und werde noch mal Vater.“ Und in der Tat: Nachts aufstehen und Windeln wechseln mit 68! Dem Kleinkind auf dem Spielplatz hinterherhechten mit 72! Pubertätsfreuden miterleben mit 80! Wirklich lange haben wir niemanden mehr so beneidet.

          Ob er beim Windeln wechseln dann auch so strahlt: Heinz Hoenig wird Vater

          „Inka Bause – Schnuller-Alarm – Die Nachricht kam völlig überraschend“, lesen wir wiederum auf dem Cover von Freizeitspass, und im dazugehörigen Artikel: „Wer hätte gedacht, dass es nochmal klappen könnte. Doch die Liebe ließ ein Wunder geschehen.“ Und weiter: „Noch einmal so ein kleines Wesen im Arm halten. Noch einmal dieses Glück spüren – Mama sein. Lange Zeit hat Inka Bause (51) ihren größten Traum nicht losgelassen.“ Und jetzt? „Doch nun plötzlich strahlt das Glück aus jeder Pore – Inka im Baby-Fieber!“ Wer all diese Passagen als Hinweise wertet, dass die Moderatorin guter Hoffnung sei, der kennt die Herzblätter schlecht: Nicht Bause, sondern das einst von ihr verkuppelte „Bauer sucht Frau“-Paar Victoria und Guy erwartet Nachwuchs. Schade für Inka Bause, aber immerhin muss sie nun nachts keine Windeln wechseln.

          Wenig dran ist naturgemäß auch an der Titelstory von In: „Die Geissens – Betrugsvorwürfe – Exklusiv – Unfassbar: Hat Robert das wirklich getan?“ Hat er nicht, denn die Werbung für Kryptowährungen, die im Internet unter Geissens Namen betrieben wird, stammt sehr offensichtlich von Betrügern. „Robert warnt eindringlich davor, nicht auf diese Masche hereinzufallen“, schreibt In, und da stutzen wir: Wenn er davor warnt, nicht auf sie hereinzufallen – steckt er mit den Typen dann doch unter einer Decke?

          Vorsicht Falle: Robert Geissen warnt vor betrügerischer Werbung.

          Das Wohl ihrer Mitmenschen hat auch Barbara Becker im Sinn, die uns via Frau im Spiegel zum Sport aufruft. Sie selbst höre dazu „in meinen Körper hinein. Brauche ich Pilates oder Faszien-Training?“ Diese Frage haben auch wir unserem Körper gestellt, und wenn wir richtig in ihn hineingehorcht haben, hat er geantwortet: „Wie bitte, Pontius Pilatus? Und was zur Hölle sind Faszien? Lass mich bloß in Ruhe!“ Wir bitten um Verständnis, es ist nur unser Körper, nicht unser Hirn.

          Unser Vorbild in der Hinsicht ist sowieso Robert Pattinson. „Obwohl er im nächsten ‚Batman‘-Film die Hauptrolle spielt, verweigert er das vorgeschriebene Workout zum Muskelaufbau“, weiß In. „Er will so ein Zeichen in der Filmindustrie setzen.“ Statt im engen Fledermausdress, bei dem sich Sixpack und Nippel abzeichnen, werden wir ihn also vielleicht im Oversize-Fellmantel bewundern dürfen. Damit ähnelt er dann eher anderen nachtaktiven Tieren wie Dachs oder Waschbär, aber Fledermäuse haben ja gerade eh ein schlechtes Image.

          „Tolle Guacamolle“

          Ihren persönlichen Superhelden getroffen hat Designerin Sarah Kern: „Da dachte ich schon: Heilige Guacamole, was ein geiler Typ!“, erzählt sie Gala. „Ich glaube, dass er der Mann ist. Ich würde keinen danach mehr anfassen. Ich schwöre, dass wird der letzte in meinem Leben sein. Ich schwöre!“ Wir könnten uns vorstellen, dass diese Worte Kerns Auserwählten unter einen gewissen Druck setzen. Die heilige Guacamole derweil scheint von der Holy Guacamole herzurühren, die sich im englischen Original reimt. Um das auch im Deutschen halbwegs hinzukriegen, sollte Kern besser „Tolle Guacamolle“ sagen oder sich statt einem exotischen Avocado-Dip gleich der hiesigen Kulinarik zuwenden, zum Beispiel: „Große Remouladensauce“.

          Genau das haben wir dann auch gedacht, als wir durch Das neue Blatt erfuhren, dass die Astrologin Elizabeth Teissier die Corona-Pandemie vorausgesagt hat. Jedenfalls hat sie vergangenes Jahr ein Buch namens „2020 – Die große Veränderung“ veröffentlicht, auch wenn sie eher über Weltkriege oder Atomunfälle spekuliert hat, was aus heutiger Sicht leicht gestrig wirkt. Das Horoskop für unser Land liest sich derweil gar nicht so düster: „Das neue Deutschland wurde am 3. Oktober 1990 um 00:00 Uhr in Berlin geboren: Sonne in der Waage, mit einem Aszendenten im Löwen“, schreibt sie und verspricht, wir würden „2020 mit einer positiven Bilanz“ abschließen.

          Und Corona? Im Herbst, sagt Teissier im Neuen Blatt voraus, rolle entweder „eine neue Welle der Pandemie an, die im schlimmsten Fall bis Ende des Jahres dauert, oder eine andere Naturkatastrophe“. Am Ende noch die Wiederwahl von Trump? Für eine genauere Prognose müsste Teissier wohl das Jahreshoroskop des Covid-19-Virus selbst erstellen, brauchte dafür aber natürlich dessen genaues Geburtsdatum. Herr Drosten?

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