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Herzblatt-Geschichten : Gerhard Schröder sagt jetzt „bitte“

Etwas angespannt: Altkanzler-Papst Gerhard Schröder eröffnet mit seiner Gattin an Bord einer Yacht eine Segelregatta. Bild: obs

Schlager-Papst Patrick Lindner scheint kurz vor der Trennung zu stehen, Sarah Lombardi springt vom „Traumschiff“ ins kalte Wasser, und Gerhard Schröder kann jetzt auf Koreanisch Bier bestellen. Die Herzblatt-Geschichten.

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          Wir sind theologisch leider wenig bewandert, weshalb wir diesbezüglich ein paar Fragen an „Bunte“ haben. Die nämlich berichtet über eine Veranstaltung des Sammlers Nicolas Berggruen, bei der es sich um eine „Tafelrunde der Kunst-Mäzene“ gehandelt habe. Wer nun schon immer mal wissen wollte, wer unter den Kunst-Mäzenen der König Artus und wer Lancelot ist, den muss die Gästeliste irritieren, welche weniger ritterlich als religiös anmutet. Anwesend war zum Beispiel „Soziologie-Papst Helmut Anheier (Berlin/Heidelberg)“. Was, rätseln wir nun, zeichnet einen Soziologie-Papst aus: seine Unfehlbarkeit? Das zölibatäre Leben? Letzteres offenbar schon mal nicht: Anheier ist verheiratet.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ein Papst also darf „Bunte“ zufolge heiraten, und es kommt noch besser: Er darf sogar einen anderen Papst heiraten. Die Tafelrunde nämlich verzeichnet neben „Neuro-Papst António Damásio aus Los Angeles“ auch dessen Ehefrau, die „Neuro-Päpstin Hanna Damásio“. Wenn sie denn wollten und wenn „Bunte“ richtig liegt, dürften dann also auch die Päpste Franziskus und Benedikt miteinander den Bund fürs Leben schließen. Weitere Päpste außer den drei Genannten waren bei Berggruen nicht zugegen, Annie Cohen-Solal aus Paris wird lediglich als „Star-Soziologin“ vorgestellt; zur Soziologie-Päpstin avancieren könnte sie vielleicht noch, wenn sie Helmut Anheier heiratete. Der hat zwar, wie gesagt, schon eine Frau, doch Päpste dürfen sich gewiss auch scheiden lassen.

          Kurz vor der Trennung scheinen auch Schlager-Papst Patrick Lindner und sein Partner Peter Schäfer zu stehen, jedenfalls wenn man ihr gemeinsames Interview im „Neuen Blatt“ liest. Niemals nämlich kochen sie gemeinsam, erklären sie da, und das aus gutem Grund. „Ich koche aus Leidenschaft“, sagt Schäfer, und Lindner ergänzt: „Peter kocht ganz anders.“ Schäfer wiederum betont, „wenn Sie 50 Jahre ohne Patrick Lindner gekocht haben und jeder ist satt geworden und es hat geschmeckt, dann muss ich mir nicht erklären lassen, wie es geht“. Lindner findet das eine „Unverschämtheit“, vermutlich ebenso wie Schäfers Bemerkung: „Patrick ist gelernter Koch. So sieht’s dann aber auch in der Küche aus.“ Damit spricht er einen brisanten Verdacht aus: Sind unsere Köche, zumindest die gelernten, allesamt schlampig? Und sind ungelernte Köche wenigstens beim Aufräumen besser?

          Einem alten Hobby widmet sich Sascha Hehn

          Mit höchstem Engagement gegen die Verschmutzung vor geht die junge Schauspielerin Lea van Acken, die „Bunte“ erzählt: „Ich habe immer einen Beutel dabei, mit dem ich Müll aufsammle, den andere Leute achtlos weggeworfen haben.“ Uns selbst beschämt so viel Einsatz, zu unserer Verteidigung müssen wir aber anbringen: Würden wir mit so einem Beutel durch unsere Straße laufen, wöge er schon nach 100 Metern fünf Kilo. Auf dem von „Bunte“ gedruckten großen Foto, auf dem van Acken im Festkleid auf einem roten Teppich posiert, hält indes auch sie selbst keine Tüte in der Hand. An alle Umweltverschmutzer aber möchten wir die Bitte richten: Werfen Sie Ihren Müll nicht achtlos weg. Und auch nicht, obwohl das jetzt so angesagt ist, achtsam.

          Ein sehr achtsames Ritual pflegt auch Schauspielkollegin Nina Kronjäger: „Mein Sohn und ich haben seit drei Jahren diese kleine Tradition, dass wir hier in den Park latschen, Holunderblüten einsammeln und Sirup machen“, berichtet sie dem „Neuen Blatt“. Er findet das eigentlich furchtbar und hofft, dass ihn keiner von seinen Freunden sieht.“ Dann findet der 15-Jährige es gewiss ganz entzückend, dass Mama die Sache in die weite Welt hinausposaunt.

          Wie lange ist der Schlager-Papst Patrick Lindner (links) mit seinem Freund Peter Schäfer (rechts) noch zusammen?

          Einem alten Hobby widmet sich Sascha Hehn, der erstmals seit sechs Jahren wieder Skifahren war und dem „Goldenen Blatt“ mitteilt: „Ich genieße mein Leben und lasse die Dinge einfach auf mich zukommen.“ Klingt gut, allerdings sollte man beim Skifahren den Dingen, die auf einen zukommen, zuletzt dann doch ausweichen. Eine nicht minder merkwürdige Einstellung demonstriert Sarah Lombardi. Sie debütierte unlängst als Schauspielerin, und zwar an Hehns alter Wirkungsstätte, dem „Traumschiff“ – und wird im „Neuen Blatt“ nun mit dem Satz zitiert: „Ich hatte ja null Plan und bin total ins kalte Wasser gesprungen.“ Das dürfte an Bord eine ziemliche Aufregung erzeugt haben.

          Als erstaunlich wenig seetüchtig erwies sich laut „Die Aktuelle“ Altkanzler-Papst Gerhard Schröder, der mit seiner Gattin an Bord einer Yacht eine Segelregatta eröffnete und auf manchen der Fotos tatsächlich etwas angespannt wirkt. Besser läuft es seiner Ehefrau Soyeon Schröder-Kim zufolge mit seinen Fortschritten beim Koreanisch. „Er kann sogar schon ein paar Brocken sprechen, jemanden begrüßen oder fragen: ,Können Sie mir ein Bier bringen, bitte?‘“, freut sie sich gegenüber „Gala“. „Das muss er aber auswendig lernen. Koreanisch ist sehr schwer.“ Trotzdem ist das bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass Schröder im Deutschen gern den restringierten Code pflegt wie bei seinem berühmten Bonmot „Hol mir mal ’ne Flasche Bier“. Im Koreanischen hingegen hat er immerhin schon das Siezen drauf – und das Zauberwort „bitte“.

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