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Wolfgang Bosbach und Tochter Caroline Bosbach Bild: dpa

Herzblatt-Geschichten : Fallobst im Haifischbecken

Wolfgang Bosbach muss sich mit einem Sozialdemokraten an der Seite seiner Tochter arrangieren, Nico Hülkenberg schließt aus, dass er Fallobst ist, und Jan Josef Liefers verschandelt mutwillig seine Hemden. Die Herzblatt-Geschichten.

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          Aus aktuellem Anlass möchten wir uns einmal der Frage zuwenden: Schätzen es Frauen, wenn man ihnen wenig glaubhafte Komplimente macht? „Sie ist die tollste und schönste Frau auf der ganzen Welt“, hat zum Beispiel Stefan Mross laut Goldenem Blatt über seine Freundin Anna-Carina Woitschack gesagt. Ohne ihr in irgendeiner Weise zu nahe treten zu wollen, müssen wir doch anzweifeln, dass Mross zu einem derart eindeutigen Urteil befugt ist. Auf der Welt leben um die 7,8 Milliarden Menschen, von denen etwa die Hälfte weiblich ist. Davon dürfte Mross nur einen Bruchteil kennen: Selbst wenn er an jedem Tag seines Lebens 100 Frauen begegnet wäre, käme er bei 43 Lebensjahren nur auf gut 1,5 Millionen Damenbekanntschaften, und nicht mehr in jedem Fall dürfte er noch parat haben, wie toll und wie schön diejenige war. Ein halbwegs hieb- und stichfestes Kompliment müsste also lauten: „Unter allen Frauen, die ich getroffen habe und an die ich mich erinnern kann, ist Anna-Carina eine der tolleren und schöneren.“ Für mehr Ehrlichkeit in der romantischen Zweierbeziehung!

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Gleich mehrfach begegnet ist Schauspieler Patrik Fichte der Frau, mit der er nun zusammen ist. Schon mit 18 Jahren war er in Sue „verschossen“, wie er dem Neuen Blatt erzählt: „Ich habe sie zum Essen eingeladen, konnte aber nicht kochen. Also hat mein Bruder gekocht, der zehn Jahre älter war. Es hat anscheinend gut geschmeckt – denn letzten Endes ist sie in seinem Zimmer gelandet...“. „Wie gemein!“, empört sich Das neue Blatt, und Fichte bestätigt: „Ja, das war sehr frustrierend.“ Aber irgendwie auch gerecht. 32 Jahre später, als sie sich beide auf einer Hochzeit wiedersahen, entgegnete Sue auf Fichtes Frage, wo sie denn übernachten werde: „Na ja, in deinem Zimmer.“ Der Bruder war offenbar nicht eingeladen. Seit drei Jahren sind Patrik und Sue nun ein Paar, er hat ja auch lange genug Zeit gehabt, endlich kochen zu lernen.

          Nur Luxus wäre langweilig

          Eine aus Sicht ihres Vaters, des CDU-Politikers Wolfgang Bosbach, recht unglückliche Paarung ist Caroline Bosbach eingegangen: Ihr Freund Oliver ist Sozialdemokrat, was den Vater zu allerlei Ekel-Alfred-würdigen Bonmots inspiriert. „Du weißt, dass der im Garten bleiben muss?“, habe er gefragt, erzählt Caroline Bosbach Gala, und ein anderes Mal wies er „mich vorsorglich darauf hin, dass sich ,Genossen ja eigentlich nicht vermehren sollten‘“. Was sie, gemessen an den jüngsten Wahlresultaten, offenbar auch nicht tun. Über Vater Wolfgang erzählt Caroline: „Noch heute ist es oft nicht leicht, an ihn heranzukommen. Manchmal muss ich sogar auf seiner Homepage gucken, bei welcher Veranstaltung er gerade steckt.“ Wir an ihrer Stelle würden ja immer bei Plasberg, Illner oder Will durchklingeln, bei einem von denen hockt er garantiert.

          Schon sehr lange harrt Nico Hülkenberg in der Formel 1 aus, leider ohne dort bislang ein Rennen gewonnen zu haben. Bunte gegenüber rechtfertigt er sich nun: „Wenn ich Fallobst wäre, würde ich in diesem Haifischbecken nicht mal ein Jahr überleben.“ Würden wir etwas anders sehen – als Fallobst dürfte man nämlich unter Haien einigermaßen sicher sein, das schmeckt denen ja deutlich weniger als ein saftiger Menschenhappen.

          Hält sich nicht für Fallobst: Nico Hülkenberg

          Der in Monaco wohnende Hülkenberg teilt außerdem noch mit: „Ein Leben ausschließlich im Luxus fände ich langweilig.“ Überwiegend Luxus darf es demnach aber schon sein, ganz anders als bei Jan Josef Liefers, der gegenüber Bild behauptet, überhaupt keinen Luxus zu brauchen. „Aber ich hab’ mir mal ein tolles Hemd gekauft“, erzählt er. „Damit ich mich nicht über Flecken ärgere, hab ich vorbeugend mit einer Zigarette ein kleines Loch reingebrannt.“ Eine interessante Strategie. Vermutlich hat Liefers dann auch in all seine Neuwagen vorbeugend ein paar Beulen gefahren und seine attraktiven Freundinnen zu enorm hässlichen Dauerwellen überredet.

          „Wenn er sich aufregt, höre ich einfach nicht hin“

          In einer ganz anderen Ecke als Monaco lebt Andrea Berg, denn die ist laut Goldenem Blatt „Wahl-Aspacherin“ – was die Frage aufwirft, ob es auch Zwangs-Aspacherinnen gibt oder wenigstens Gewohnheits-Aspacher. Echo der Frau übrigens hatte Berg unlängst als „die rassige Wahl-Baden-Württembergerin“ bezeichnet – und Jenny Elvers noch etwas zungenbrecherischer als „die Amelinghausenerin“. Unklar bleibt, ob es sich bei ihr um eine Wahl-Amelinghausenerin handelt.

          Bergs Kollegin Beatrice Egli schwärmt im Echo der Frau über ihre zwei und vier Jahre alten Neffen: „Ich weiß, wenn ich nach Hause komme, dann gibt es Kinderarme, die mir immer entgegenrennen“ – und in so jungen Jahren schon so schnell auf den Armen laufen zu können, das ist wirklich bemerkenswert; die Jungs könnten glatt im Zirkus auftreten.

          Beweglich: Lili Paul Roncalli könnte in der Politik Karriere machen.

          Dort schon angekommen ist Lili Paul, die Tochter des Roncalli-Gründers Bernhard Paul, die in Gala über ihren Vater sagt: „Wenn er sich aufregt, höre ich einfach nicht hin.“ Neben dieser Gelassenheit bringt Lili Paul noch andere Talente mit, denn sie „ist Kontorsionistin – eine ,Schlangenfrau‘“. Eine starke Frau, die angesichts tobender Clowns die Ruhe bewahrt und sich in alle Richtungen verbiegen kann, ohne Schaden zu nehmen: Uns scheint, wir haben hier die ideale Chefin der EU-Kommission gefunden.

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